Mindestlohn: Wirtschaft warnt vor Wegfall der Praktika

Mit der Einführung des Mindestlohns können Unternehmen keine freiwilligen Orientierungspraktika mehr anbieten, warnt die deutsche Wirtschaft. Die Praktikanten wären mit einem Stundenlohn von 8,50 Euro zu teuer. Vom Mindestlohn ausgenommen sind bislang nur Pflichtpraktika und jene, die höchstens sechs Wochen dauern.

Deutsche Firmen warnen vor dem Verlust von Praktikumsplätzen, falls die große Koalition ihr Gesetz zur Einführung des Mindestlohns nicht ändert.

„Die Pläne werden nach jetzigem Stand dazu führen, dass freiwillige Orientierungspraktika von Unternehmen so gut wie nicht mehr angeboten werden, weil sie zu teuer sind“, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer der Wirtschaftswoche. Der Bundestag müsse das Gesetz dringend nachbessern.

Dieses sieht vor, dass nur Pflichtpraktika sowie Hospitanzen von maximal sechswöchiger Dauer von der Zahlung des Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde ausgenommen werden.

Wenige Tage vor der Einbringung des Gesetzentwurfs in den Bundestag meldeten auch Unionspolitiker erneut Änderungsbedarf an. Die Einbeziehung längerer Praktika in den Mindestlohn könne sich als Bumerang erweisen, warnte der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung der Union, Carsten Linnemann. Leidtragende wären Nachwuchskräfte, die parallel zum Studium Praxiserfahrung suchten, sagte er dem Focus.

Die Bundesregierung will durch die Regelung verhindern, dass junge Leute in schlecht bezahlten Langzeit-Praktika als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. Der Bundestag soll am 4. Juli über den Gesetzentwurf abstimmen.

Kommentare

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  1. bate77 sagt:

    Ja, klar doch, Gejammere, weil man dann keine Leute mehr sklavisch ausnutzen kann.

  2. iche sagt:

    Wo ist das Problem?

    Zur Orientierung sind 6 Wochen vollkommen ausreichend ja eigentlich schon zuviel. Wer Praktikanten länger beschäftigen will kann dafür auch zahlen.

    Es kann ja wohl nicht sein das künftige Arbeitnehmer flexibel sein sollen wie ein Gummiband, die Arbeitgeber aber Stur aufs letzte Jahrhundert zu marschieren.

  3. günti sagt:

    Ja, und worüber sollen dann die Headhunter herumfaseln, wenn das DIN Standardprodukt noch nicht bei Bauchmuskelnwachsen reingeschaut hat, da gibt es ja gar keine Anknüpfungspunkte mehr, da muß man säckenweise Katzen einstellen !
    Es gibt Studiengänge, da wird die Doktorarbeit nebenbei gemacht, da wird weder Kaffe gekocht noch Powerpoint Repräsentationen gemalt.

  4. Herrmann sagt:

    Sehr geehrter Herr Kramer,

    da Sie nie an der Basis waren (Erbe und Karriere in der FDP), sollten Sie
    den Ball eher flach halten.
    Heute haben junge und gut ausgebildete Leute nur die Chance mit einem
    schlecht bezahltem Praktikum oder einem befristeten Vertrag in ein Unternehmen
    einzusteigen.
    Die größten Chancen haben nur junge Leute mit Beziehungen bzw,. mit dem
    richtigen Parteibuch.

    Mfg

    A.Herrmann