Studie: Europäische Firmen hinken US-Konzernen hinterher

Die europäischen Unternehmen haben Nachholbedarf. Bei der Marge haben die US-Konzerne eindeutig die Nase vorn. Für die Studie wurden die Bilanzen von jeweils 300 der umsatzstärksten, börsennotierten Konzerne aus den USA und Europa untersucht.

Die europäischen Unternehmen haben einer Studie zufolge Nachholbedarf: Bei Umsatz und Gewinn hinkten sie den US-Konzernen im vergangenen Jahr hinterher, wie eine am Sonntag veröffentlichte Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) zeigt. Die Konzerne aus den USA hätten 2013 ihren Umsatz im Schnitt um vier Prozent gesteigert, den Gewinn sogar um fünf Prozent. Dagegen habe bei den Firmen aus Europa beim Umsatz ein Plus von nur einem halben Prozent gestanden und der Gewinn sei sogar um drei Prozent geschrumpft. Für die Studie hat EY die Bilanzen von jeweils 300 der umsatzstärksten, börsennotierten Konzerne aus den USA und Europa untersucht, ausgenommen Banken und Versicherer.

2013 war kein gutes Jahr für die europäischen Top-Konzerne“, sagte Markus Thomas Schweizer, Managing Partner bei EY. „Die europäische Wirtschaft kommt nur mühsam in Fahrt und bietet derzeit wenig Wachstumspotenzial. Zudem haben viele international aufgestellte Unternehmen massiv unter negativen Wechselkurseffekten gelitten.“ Viele Währungen, gerade aus Schwellenländern, haben zuletzt zum Euro deutlich an Wert verloren. Das ist für die Unternehmen schmerzhaft, denn Umsätze, die sie in diesen Ländern erwirtschaften, müssen sie in Euro umrechnen. Wegen des im Vergleich aber gestiegenen Kurses der Gemeinschaftswährung bleibt am Ende in Euro aber weniger übrig. Besonders bedenklich sei zudem, dass die US-Firmen profitabler seien, merkte Schweizer an. „Bei der Marge haben die US-Konzerne eindeutig die Nase vorn.“ Während diese in den USA im Vergleich zum Vorjahr sogar noch gewachsen sei, sei sie in Europa gefallen.

Der Studie zufolge war 2013 der niederländisch-britische Ölkonzern Royal Dutch Shell die europäische Firma mit dem höchsten Umsatz. Auf Platz zwei lag der britische Ölkonzern BP, Platz drei nahm der Autobauer Volkswagen ein. Weitere deutsche Firmen waren auf den Plätzen sechs und sieben der Versorger E.ON und der Autokonzern Daimler. In den USA verbuchte den meisten Umsatz der Einzelhändler WalMart, gefolgt von den Ölkonzernen Exxon und Chevron.

Auch gemessen am operativen Gewinn hatten in Europa die Ölkonzerne mit BP, Shell, der französischen Total und der norwegischen Statoil die Nase vorn. Als bestes deutsches Unternehmen rangiert VW auf Platz neun. In den USA führt Exxon die Liste der Firmen mit dem höchsten Gewinn an, gefolgt von Apple und dem Telekomkonzern Verizon.

 

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