Wie im alten Rom: Die Bürger haben das Vertrauen in die EU verloren

Europa erlebt Zerfallserscheinungen, die an den Niedergang der Republik im Alten Rom erinnern. Die EU und die Nationalstaaten brechen Recht und Gesetz. Den Bürgern werden Brot und Spiele geboten. Rom ist an dieser Entwicklung zerbrochen. Die EU könnte, wenn sie die Demokratie weiter mit Füßen tritt, ein ähnliches Schicksal ereilen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel fordert, dass bestimmte Parteien nicht bei Entscheidungen in der EU mitwirken sollten.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier regte in der FAZ an, eine Eintrittshürde für Parteien bei EU-Wahlen zu errichten. Er begründete sein Plädoyer für eine Sperrklausel damit, dass er Zweifel habe, „ob der Einzug kleinster monothematischer Gruppierungen ins Europäische Parlament die Repräsentativität der deutschen politischen Landschaft in Straßburg wirklich erhöht“.

Jean-Claude Junker spricht von Erpressung, weil einige demokratisch gewählte Staats- und Regierungschefs von ihrem vertraglich vereinbaren Recht, ihn abzulehnen, Gebrauch machen wollen.

Wissen Politiker und Parteien eigentlich noch, wie die Demokratie funktioniert?

Wir erleben Zerfallserscheinungen, die an den Niedergang der Republik im Alten Rom erinnern.

Diese Entwicklung ist kein Zufall.

Bei den europäischen Versuchen, die Eurokrise einzudämmen, haben die Euro-Retter die Mitwirkung der Parlamente systematisch unterlaufen. Die Demokratie wird abgebaut. Dieses Problem könnte in Deutschland noch zu einer gravierenden Krise führen: Nach der Bundestagswahl im Herbst 2013 verfügt die Regierung aus CDU, CSU und SPD über eine derart massive Mehrheit, dass sie wichtige Entschlüsse im Bundestag durchwinken kann, ohne dass es eine ernsthafte Debatte gibt. Entsprechend werden abweichende Meinungen, sei es durch Abgeordnete aus den eigenen Reihen oder durch Oppositionsparteien, nicht mehr geäußert.

Bezeichnend für diese Entwicklung war die Abberufung des prononcierten ESM-Kritikers Klaus Peter Willsch (CDU) aus dem Haushaltsausschuss, in dem er 14 Jahre lang gedient hatte. Der letzte Kritiker der Plünderung der europäischen Steuerzahler durch den ESM wurde durch diese Maßnahme von wichtigen Informationen abgeschnitten.

Das ungedeckte Drucken von Geld führt, wie die Eurokrise zeigt, zwangsläufig zum Verfall von Moral und Anstand. Wenn eine große Staatengemeinschaft sich zum massiven Gelddrucken entschließt, führt das zwangsläufig zu Rechtsbrüchen und damit einem Verfall von Demokratie und Rechtsstaat – bis zu dem Punkt, an dem die Parlamente nur noch formale Hüllen sind. Eine solche Struktur sehen wir heute schon auf der Ebene der EU: Das EU-Parlament hat keine Rechte, die es als „Volksvertretung“ legitimieren könnte. Es ist nichts anderes als ein großer, weiterer Versorgungsraum für die politische Klasse in Europa.

Die völlig unreflektierte Zustimmung der Bundestagsabgeordneten zum ESM zeigt, dass die Entwicklung auch die nationalen Parlamente erfasst. Wenn aber die per Grundgesetz eigentlich „freien“ Abgeordneten nur noch so abstimmen dürfen wie von den Fraktionen angeordnet, dann muss sich der Steuerzahler fragen: Wozu braucht man die stattliche Anzahl von 631 Bundestagsabgeordneten? Eigentlich würde dann einer pro Partei genügen.

Die Beschneidung der demokratischen Rechte geht mit einer dauerhaften Irreführung der Bürger einher. Der Staat will verhindern, dass die Bürger die wenigen Möglichkeiten nutzen, die sie noch haben, um ihre Sparguthaben oder ihr Eigentum zu schützen.

Die FAZ berichtete 2011:

„Der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker ist ein Meister darin, Sätze derart kompliziert zu formulieren, dass der Zuhörer am Ende alles oder nichts hineinlesen kann. Das hat ihm auch in der Eurokrise viele Schlagzeilen eingebracht, denen sein Stab die Brisanz meist schlicht durch den Hinweis nehmen konnte, man möge den Satz doch einmal bis ans Ende lesen. Nun allerdings kursiert ein Satz Junckers in Brüssel, der an Klarheit kaum zu überbieten ist: ›Wenn es ernst wird, muss man lügen.‹ Gesagt haben soll Juncker das kurz vor Ostern bei einer Preisverleihung in der bayerischen Landesvertretung.“

Der EUobserver hat den Spruch als Video dokumentiert. Juncker sagte, die Lüge sei notwendig, weil jedes Wort eines Politikers „Reaktionen der Börsen“ auslösen könne. Deswegen forderte er: „Ich bin für geheime Verhandlungen in dunklen Räumen.“ Politiker würden Millionen Menschen gefährden, wenn die Börsen falsch reagieren. Er habe, so Juncker, in den 22 Jahren „oft lügen müssen“.

Nachdem der Satz bekannt wurde, schrieb die FAZ, dass das Sprichwort „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“ auch in der Politik gelte. Die EU-Kommission zog aus dem Wirbel um den Juncker-Spruch die Konsequenz, dass „der Umgang mit Krisen ein Balance-Akt“ sei. Einschränkung: „Nur offen lügen sollte man nicht.“

Der Spiegel überlieferte einen anderen bemerkenswerten Ausspruch der ehemaligen Chefs der Euro-Gruppe aus dem Jahr 1999:

„‚Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert‘, verrät der Premier des kleinen Luxemburg über die Tricks, zu denen er die Staats- und Regierungschefs der EU in der Europapolitik ermuntert. ‚Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter ‒ Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.‘

Am 18. November 2011 veröffentlichte die New York Times ein Porträt von Wolfgang Schäuble. Darin legte Schäuble seine Vision vom Vereinigten Europa dar. Schäuble sagte: „Was wir jetzt mit der Fiskalunion machen, ist ein kurzfristiger Schritt für die Währung. In einem größeren Kontext brauchen wir natürlich eine politische Union.“ Und weiter:

„Es gibt eine begrenzte Übergangszeit, in der wir die Nervosität an den Märkten managen müssen. Wenn es bis Ende 2012 oder bis Mitte 2013 klar ist, dass wir alle Zutaten für neue, gestärkte und vertiefte politische Strukturen beisammen haben, dann denke ich, dass es funktionieren wird.“

Die New York Times schreibt, dass Schäuble die Unruhe an den Märkten „nicht als Hindernis, sondern als Notwendigkeit“ für die Neugestaltung Europas betrachtet. Schäuble sagte: „Wir können eine politische Union nur erreichen, wenn wir eine Krise haben.“

Eine Krise haben wir sicher schon erreicht: Es ist eine grundlegende Vertrauenskrise der Bürger in die Politik ihrer Regierungen. Eine Studie der Universität Hohenheim ergab, dass nur einer von zehn Deutschen glaubt, dass die Regierung ihnen die Wahrheit über die Eurokrise sagt.

Dieser Vertrauensverlust rührt auch daher, dass die versteckten Rechtsbrüche leicht zu durchschauen sind. Die EZB mag sich formal nach den Buchstaben des Gesetzes verhalten, wenn es um das Verbot der Staatsfinanzierung durch Falschgeld geht. Sie kann jedoch, wie Guido Hülsmann schreibt, nicht daran „gehindert werden, dies auf Umwegen zu tun, nämlich mithilfe ihrer Partner im Bankensektor und auf den Finanzmärkten“.

Auch die Behauptung der Zentralbanken, das Gelddrucken sei ungefährlich, weil das Geld den Bankenkreislauf nicht verlasse, ist eine Irreführung: Durch das „staatenlose Geld“ wird die Inflation heute einfach nur in andere Länder exportiert. Vor allem aber wird ein offenkundig krankes System am Leben gehalten. Bliebe das Zentralbank-Geld nur im Bankenkreislauf, müsste man sich fragen, wozu die Banken das Geld dann eigentlich brauchen?

Ganz sicher nicht, um den Unternehmen Kredite zu geben: Die Kreditvergabe an die Realwirtschaft ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Die Banken verwenden das Geld auch nicht, um sich gegenseitig Geld zu leihen. Der Interbankenmarkt ist seit der Lehman-Pleite faktisch zum Erliegen gekommen, wie Mario Draghi mehrfach beklagt hat. Nun will die EZB mit brachialen Maßnahmen erzwingen, dass die Banken ihr Verhalten ändern.

Die Plünderung der Welt mit Schulden ist ein sicheres Indiz, dass das System des Falschgeldes (Roland Baader) zu Ende geht. Denn Geld ist nichts anderes als Vertrauen.

Bricht das Vertrauen weg, kollabiert das System.

Der Ökonom Lawrence Reed hat die Gründe für den Untergang des Römischen Reichs untersucht – und die Parallelen zur Gegenwart sind frappierend:

„Um in den Tagen des zusammenfallenden Römischen Reichs Tribun zu werden, bestach ein Schurke namens Clodius die Wähler, indem er ihnen kostenloses Getreide auf Kosten des Steuerzahlers versprach. Er gewann die Wahl – und immer mehr Römer hatten das Gefühl, es sei lukrativer, auf Staatskosten zu leben als zu arbeiten. Kandidaten gaben hohe Summen aus, um gewählt zu werden. Waren sie einmal im Amt, plünderten sie die Bürger, um ihre Versprechen halten zu können. Etwa ein Drittel der Römer lebten zur Zeit Christi Geburt von staatlicher Unterstützung.“

Wir nennen das heute „Staatsquote“. Doch im Vergleich zu den aktuellen Zahlen war Rom zum Zeitpunkt seines Untergangs ein „schlanker Staat“. In Deutschland betrug die Zahl der Menschen, die in irgendeiner Form vom Staat leben – Rentner, Beamte, Arbeitslose, Hartz IV, Studenten – im Jahr 2013 immerhin 44,7 Prozent.

Die Staatsquote ist in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten immer vergleichsweise hoch gewesen. Was die aktuelle Zahl jedoch bedeutsam erscheinen lässt, ist der demografische Faktor: Einer alternden Bevölkerung stehen immer weniger junge Arbeitskräfte zur Verfügung, die die Renten aufbringen können.

Wohin das führt, beschreibt Reed am römischen Beispiel: „Im Zuge der gewaltigen Schuldenkrise senkte die Regierung die Zinsen auf Null und weitete die Kreditvergabe dramatisch aus. Die Staatsausgaben wuchsen ins Unermessliche.

Auch das kommt uns ziemlich bekannt vor: Die Null-Zins-Politik, die, wie wir oben gesehen haben, die Sparer um ihre Ersparnisse bringt, ist also ein Mittel, das schon die alten Römer eingesetzt haben. Ihre Republik konnten sie damit nicht retten.

Reed: „Die Regierung verstaatlichte die Landwirtschaft. Kaiser Domitian (81 n. Chr. bis 96 n. Chr., aus der Republik war längst eine Diktatur geworden) befahl die Zerstörung der Hälfte der Weingärten, um die Preise für Wein in die Höhe zu treiben.“ Ein Großteil der Provinzen verlor seine Unabhängigkeit, weil sie im Zuge der Schuldenkrise von Rom abhängig geworden waren. Griechenland lässt grüßen.

Um das Volk bei Laune zu halten, wurden die Gladiatoren-Spiele verstärkt. Eine massive Geheimpolizei machte Jagd auf Steuerflüchtlinge.

Schließlich wurde das Recht auf staatliche Hilfe zu einem vererblichen Recht erklärt: Der Wohlstand auf Pump sollte nahtlos innerhalb der Familien weitergegeben werden. Kaiser Aurelian (270‒275) nahm den Bürgern die Arbeit ab und baute die Staatswirtschaft aus. Statt des freien Getreides gab es nun Gratisbrot, hergestellt in staatlichen Bäckereien. Dazu wurden kostenlos Salz, Schweinefleisch und Olivenöl abgegeben. Eine Inflation entwertete das Geld, bis zum bitteren Ende: „Rom hatte moralischen und wirtschaftlichen Selbstmord begangen.“

Ungefähr an diesem Punkt stehen wir heute: Die Jagd auf Steuerflüchtlinge gehört zu den vorrangigen Zielen der Politik in vielen Nationalstaaten. Die Fußball-WM – obwohl sie offensichtlich Brasilien als Gastgeberland an den Rand der sozialen Explosion treibt, muss durchgepeitscht werden. Der schwere Unfall, den Rennfahrer und Fußballspieler in Südtirol verursacht haben, weil sie ein kleines Dorf zur exklusiven Rennstrecke erklärt haben, wird – wie bei der Sendung von Günther Jauch in der ARD vorrangig unter dem Aspekt reflektiert, ob das Seelenleben der involvierten Fußball-Millionäre Schaden genommen hat.

Wenn Recht und Gesetz nicht bald wieder auch für die politische Elite in der EU und in den europäischen Nationalstaaten Geltung erlangen, wird der Funke überspringen.

Brot und Spiele?
Es ist ein Spiel mit dem Feuer.

Dieser Text ist ein leicht modifizierter und aktualisierter Auszug aus dem neuen Buch von DMN-Herausgeber Michael Maier. Er zeigt in dem Buch, dass am Ende von historischen Schulden-Zyklen Recht und Gesetz stets mit Füßen getreten werden. Nur so können jene, die vom Schuldenmachen profitiert haben, die Rechnung für die Party an die Bürger weiterreichen.

Michael Maier, Die Plünderung der Welt. Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen.

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Kommentare

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  1. Ole Engholm sagt:

    Als dänischer Leser – bei uns und in anderen europäischen Ländern ist die Unzufriedenheit bei dem EU-Wahl deutlich zum Ausdruck gekommen. In Deutschland aber nicht. Leider!! Und Deutschland ist eben der entscheidende Entscheider.

  2. Matthes sagt:

    Die EU könnte……?
    Die EU hat doch schon lange jegliches Vertrauen verloren. Eine uns verkaufte Wirtschafts- und Währungsunion wurde zur Schulden- und Transferunion verbogen. Zum Selbstbedienungsladen für die südlichen Schuldenstaaten. Unsere Politik erzählt uns nur noch Märchen über die EU. Und es wird uns demokratische Mitsprache vorgegaukelt! Diese Organisation gehört aufgelöst und neu auf die Beine gesetzt. Kleiner und mit klar definierten Aufgaben. Und demokratisch abgesegnet.

  3. Margrit Steer sagt:

    Das römische Reich ist nicht zzurunde gegangen, weil die Bürger so böse waren, sondern es ist zugrunde gegangen an der Dekadenz der Eliten,
    ausserdem wegen völliger Überfremdung.
    Was muß noch alles passieren, dass unsre Möchte-Gern-Eliten wiedr zu Verstand kommen und unsere DDR-Kanzlerin endlich mal Demokratie lernt?

    • Hans von Atzigen sagt:

      Dekadenz ist eine allgemeine Erscheinung die gibt es im grossen und im kleinen das ist so alt wie die Spezies Mensch.
      Das Römische Reich scheiterte an unlösbaren Ökonomischen Zwängen sowie massloser Überdehnung. Holz war das Öl der Römischen Wirtschaft.
      Nach der Abholzung versiegte der Hauptenergielieferant im Imperium. Zudem war die Sklavenwirtschaft auf längere Sicht nur bedingt produktiv.
      Rom war zudem mit einem enormen Sklavenheer übervölkert= überfremdet. Die Römische Armee wurde immer mehr zur Söldner- Armee. Nebst überlegener Technik beruhte die ,,Moral,, der Truppe auf üppigem Sold und Privilegien. Mit dem Wirtschaftlichen Niedergang wurde den Legionen die ,,Kampfmoral,, Sold und Privilegien entzogen. Tja mit Sklaven kann man auf den Schlachtfeldern nicht oder nur bedingt siegreich sein.
      Dekadenz ist eine Begleitursache für nationalen und Imperialen Niedergang.
      Die entscheidenden Ursachen sind handfester. Im Kern sind es innere und äussere Überdehnung resp. die Kombination. Letzteres wirkt aktuell immer verheerender, innzwischen in der Globalisierten Welt global.

  4. Margrit Steer sagt:

    Bei den diversen Forderungen (Gabriel und Steinmeier z. B.) scheinen diese Herren völlig vergessen zu haben, dass dies nichts mehr mit Demokratie zu tun hat.
    Die derzeitige Clique möchte unter sich bleiben
    Ja, Europa geht dem Ende entgegen und auch das ist Schuld solcher Herren und inzwischen auch Damen
    Je mehr Frauen in die Politik gekommen sind, die letzten 25 Jahre, desto schlechter wurde die Politik.
    Frauen sind vielfach zu ideologisch und fanatisch. Beides aber ist in der Politik nicht gut
    Hinzu kommt, dass auch die Männer nichts mehr taugen.

  5. bate77 sagt:

    Und das ist gut so, endlich wachen die Menschen auf und sehen, was für ein Drecksmoloch die faschistische, illegitime EU ist!

  6. Leopold sagt:

    Vertrauen in die EU? Woher? Der Bürger wurde doch nie gefragt. Deshalb ist diese Organisation auch nicht demokratisch legitimiert und man kann deshalb auch keine EU-Gesetze brechen! Dieser „Friedhof für im Heimatland unbrauchbare Politiker“ beschäftigt sich nach Lust und Laune mit Themen, die zum Hoheitsbereich der Nationalstaaten gehören. Dafür nimmt Brüssel seine Aufgaben aus der Wirtschafts- und Währungsunion nicht wahr! Und hat diese Union im Auftrag der Finanzwirtschaft zur Schulden- und Transferunion umgewandelt. Nein, so etwas brauche ich nicht!

  7. Bernhard sagt:

    Meine Damen und Herren, liebe Mitleser,

    dass es die DWN gibt ist ein Segen. Man muss es auch laut denken: es gibt mehrere DWNs in unterschiedlicher Qualität. Auch ich hatte eine Internetseite mit Millionen Zugriffen. Ich hatte mich bemüht, Sachlagen zu verdeutlichen und Zusammenhänge aufzuzeigen, um damit Auswirkungen auf Bürger darzustellen.

    Ich hatte jedoch nach mehreren Jahren erkannt, dass nur das Aufzeigen von Sachzusammenhängen vielleicht recht nütztlich ist, jedoch von vielen Lesern die real existierende Komplexität nicht erfasst werden konnte. Andererseits: Die Erkenntnis, dass wir immer mehr eine Pseudodemokratie haben, dass Demokratie überhaupt nicht geschützt ist, dass der Mittelstand bluten muss, weil die niedrigverdienende Masse nicht das zum Systemerhalt erforderliche Masse hat und weil die Oberschicht blitzartig kein Vermögen mehr hat, all das ist seit Jahren bekannt. Und wirtschaftslogisch ist, dass zunehmend der Produktionsbereich Deutschland (die hoch entwickelten Länder) verlässt, auch das ist bekannt.

    Die Fakten sind also klar.

    Das Entscheidende ist jedoch, dass ein nächster Schritt von denen, die geschröpft werden sollen, geschieht. Erkennen Sie, dass SIE stückweise, teilweise über Jahrzehnte, zur Ader gelassen werden, weil dieses System anders nicht haltbar ist. Am Ende Ihres Gedankenprozesses sollte das Bewusstsein stehen: ja, ich (meine Familie) werde zunehmend verarmen.

    Wollen Sie alle ihrer wirtschaftlichen Vernichtung tatenlos entgegen sehen? Glauben Sie besonders schlau zu sein, weil Sie etwas Betongold oder wirkliches Gold oder was Kapitalbindendes auch immer gekauft haben, um dem Täter Staat ein Schnippchen zu schlagen? Unsinn, das haben die vergangenen Währungsreformen/Währungsumstellungen gezeigt: der Staat hat Antworten darauf und sei es GG Artikel 14 Absatz 3.

    Die Lösung heißt AfD? Nein, das sehe ich noch nicht, nachdem bereits erste Gespräche im Hintergrund laufen, wie man kooperieren kann. Die Volksparteien haben bisher immer geschafft, aus Revoluzzern Salonlöwen zu machen. Also, das ist der falsche Weg.

    Es widerstrebt mir einen möglichen Weg zu sagen: wählen Sie radikal! Denken Sie das Undenkbare. Eine andere Chance haben Sie nicht. Frankreich hat es erkannt. England hat es erkannt. Griechenland hat es erkannt.

    Diejenigen zu wählen, die das maligne System erhalten wollen, hat wirklich keinen Zweck.

    Denken Sie bitte darüber nach.

    • FDominicus sagt:

      Die AfD ist es nicht, da Sie den Kern des Problems nicht angeht:
      1) Sie sagt gar nichts gegen ein Zahlungsmittelmonopol
      2) Sie sagt auch nur wenig über ein Schuldenverbot der öffentlichen Hand

      Die AfD will maximal eine andere Fiat-Währung und damit weiterhin die Sparer im eigenen Land beliebig bestehlen. Mir ist es ziemlich egal ob ich vom deutschen Staat oder der EU bestohlen werden, beides will ich nicht…

      • Bernhard sagt:

        @FDominicus

        Es würde mich ja nicht sonderlich stören, wenn diese Partei nicht in allen Details was sagt; ich gestehe denen ja auch Lernfähigkeit zu. Aber jetzt mit der englischen CDU paktieren zu wollen, um im zweiten Schritt mit der Merkel- Lakaienpartei der USA ins Bett steigen zu wollen, das ist Wählerbetrug!!!

    • Ariovist sagt:

      Sehr guter Artikel und vorsichtig formuliert! Was wir heute auf fast allen Gebieten erleben müssen, wäre noch vor 40 Jahren absolut undenkbar gewesen (Porno, Vaginamuseum, Intern. Hurentag, GENDER, Conchita Wurst, die Nachkommenschaft – falls überhaupt noch gezeugt – vernachlässigender Feminismus, Hierarchienabbau auf allen Ebenen, Zensur, Toleranzzwang usw. Der Schlüssel liegt bei den westlichen Medien insgesamt und damit bei jenen, welche sich zu unbeschränkten Herren derselben aufgeschwungen haben, wodurch es leicht möglich wurde, die bestehenden Begriffe von Ehre, Tugend, Charakter abzuändern und der geheiligten Institution der FAMILIE, welche bisher sakrosankt war, die erste Wunde zu schlagen und ihre Vernichtung zu Ende zu führen (GENDER). So kann man den Glauben und das Vertrauen in alles, was uns Christen bisher erhob, ausmerzen, und nachdem aus den Leidenschaften die erforderliche Waffe geschmiedet wurde, ist es nun leicht möglich geworden, allem, was bisher geehrt und geachtet war, den Krieg zu erklären.

    • Heimatloser Europäer sagt:

      Bitte denken Sie ebenso darüber nach…

  8. Timerunner sagt:

    Ein ausgezeichneter Artikel, der die Situation auf den Punkt bringt. Leider gibt es zu den aufgezählten Fakten einer unfassbaren Ent-demokratisierung einen weiteren wichtigen Punkt:
    Es stimmt – die Spitzen der EU sind unrettbar korrupt. Die Basis aber auch. Denn: Obwohl das EU-Parlament ein Papiertiger ist, verschenkt es ohne jeden Widerspruch seine geringe Macht auch noch.
    Wo war es, als es um die Ratifizierung des ESM ging? Zur Erinnerung: Die EU-Mitglieder sind verpflichtet, über die SIcherstellung von 700 Milliarden € hinaus auf Verlangen des ESM-Gremiums beliebigen Nachschuss zu leisten – d. h. es gibt keinerlei Obergrenze der Zahlungen, wenn es ernst wird. Die ESM-Behörde darf von keiner staatlichen Behörde geprüft oder überwacht werden, alle Beschlüsse erfolgen geheim, sämtliche Angehörigen sind juristisch immun und es gibt keinerlei Berufung gegen ihre Beschlüsse. Kurz: Der ESM stellt die perfekte, legalisierte Ausplünderung ohne jedes Risiko für die Plünderer dar, er ermöglich eine reine Willkürherrschaft, gegen die es von Gesetz wegen (!!!) weder Berufung noch Kontrolle gibt. Noch Kürzer: Eine perfektere Diktatur durch Raub wurde weder im alten Rom noch sonstwo erfunden. Sie ist absolut einzigartig.
    Wo war das EU- „Parlament“, wo waren die nationalen „Parlamente“, wo waren die Bürger auf der Straße, wo waren die Intelektuellen, wo war die Presse, als all das von dunklen EU-Gremien beschlossen und gleich anschließend reibungsfrei EU-weit und national durchgewinkt und abgenickt wurde?
    Der deutsche MIchl und der österreichische Hr. Karl (bzw. die typischen Bürger der anderen Länder) haben die unhaltbaren Zustände, die heute in der EU als „legal“ gelten durch ihr Schweigen und ihre Passivität ermöglicht. Wir alle haben uns kaufen und korrumpieren lassen. Wir alle werden dafür einen hohen Preis zahlen müssen.