Regierung plant Pflicht-Versicherung gegen Flut

Die Bundesregierung plant einen Zwangsschutz gegen Schäden von Hochwasser, Erdrutschen, Stürmen und anderen Naturkatastrophen für alle. Dies sei ein Symbol für die Solidarität der Gesellschaft. Gegner warnen vor einer drohenden Spirale von immer höheren Schäden und immer höheren Versicherungs-Prämien.

Die Bundesregierung plädiert gegen den Willen der Versicherer für eine Pflichtversicherung gegen Schäden von Naturkatastrophen.

„Wir würden gut damit fahren, wenn wir eine bezahlbare Elementarschutzversicherung für alle einführen“, sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Florian Pronold, am Dienstag in Berlin. Dies sei auch ein Symbol für die Solidarität der Gesellschaft.

Die Versicherer hingegen sehen einen Zwangsschutz gegen Schäden von Hochwasser, Erdrutschen, Stürmen und anderen Naturkatastrophen eher kritisch. „Ich halte eine Pflichtversicherung allenfalls für eine ultima ratio und würde davor warnen, jetzt schon mit diesem Instrument zu kommen“, sagte der Präsident des Versicherungsverbandes GDV, Alexander Erdland.

Denn eine Pflichtversicherung verhindere nicht die zunehmende Gefahr von Hochwasser in diesem Jahrhundert. Sie demotiviere aber den Staat und die einzelnen Versicherten, weiter Vorsorge zu treffen, mahnte Erdland auf einer Branchenkonferenz. „Dann kommen wir in eine Spirale von immer höheren Schäden und immer höheren Prämien.“

Wichtig sei, das Bewusstsein der Bevölkerung für die Risiken von Naturkatastrophen zu schärfen. Denn 85 Prozent aller Schäden des Hochwassers von Mitte 2013 seien in Gebieten entstanden, die nicht als Hochrisikozonen gelten. Die Flut kostete die Versicherungsbranche 1,8 Milliarden Euro, betroffen waren vor allem Ost- und Süddeutschland. Der Staat legte Hilfsprogramme von rund acht Milliarden Euro auf – insbesondere für die Infrastruktur der öffentlichen Hand.

Die Versicherer forderten jedoch, dass es Grenzen für die staatliche Hilfe im Schadenfall geben müsse. Denn sonst könnten sich diejenigen, die sich nicht gegen Naturkatastrophen absicherten, auf staatliche Hilfe verlassen, betonte Erdland. „Das kann einfach nicht sein.“

Wer einen Versicherungsschutz ablehne, müsse vielmehr auch die finanziellen Folgen vom Schadenfall tragen. Denn 99 Prozent aller Gebäude seien privat auch versicherbar, sagte der GDV-Präsident. Er appellierte an die Kommunen etwa in gefährdeten Regionen finanzschwächere Versicherte beim Selbstbehalt höherer Prämien zu unterstützen.

„Verbraucherschützer“ Lars Gatschke hält eine Pflichtversicherung prinzipiell für sinnvoll. Wichtig sei, dass ein solcher Schutz bezahlbar sei und dass es zudem weitere Schutzmaßnahmen gegen Naturkatastrophen gebe, sagte der Experte des Bundesverbands Verbraucherzentrale zu Reuters.

Kommentare

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  1. biersauer sagt:

    Mit deutschem Steuergeld wird Krieg finanziert, anstatt Hochwasserschutz gebaut!

  2. biersauer sagt:

    Anstatt Pflichtversicherungen, was ja keinen Schutz gegen Hochwasser darstellt, sollten die Gesetzgeber eine Retentionspflicht beschließen, nachdem das Wasser wo es vom Himmel fällt, solange zu verbleiben hat, bis es in ungefährlichen Stromen abfließen kann.
    Damit ist allen gedient und es entstehen keine Schäden mehr. Es gibt Länder, welche seit Generationen solch Wasserwirtschaft betreiben und auch keine Hochwasserschäden mehr erleiden. Es ist nur die naive Nostalgie von den Grüngespinsten, dass Wasser so wild es kommt, zu erdulden ist , weil das ist ja so romantisch!
    Wasser ist außerdem viel zu wertvoll, als nur für Überschwemmungen benutzt zu werden.
    Man könnte viel damit anfangen.

  3. TC sagt:

    „…Regierung plant Pflicht-Versicherung gegen Flut…“

    Das war abzusehen, sobald sie das Wetter „besitzen“, was die USA ganz offiziell bis zum Jahre 2025 beabsichtigen, kommen die Auflagen.

    Es wird immer grotesker! Diejenigen, die das Wetter (Klima) machen, wie sie es gerade brauchen, besitzen natürlich auch die Versicherungen.

    Und schon geht das nächste Perpetuum Mobile es grenzenlosen Betrugs los.

    Die Bürger sind hier nur noch die Verarschten!

    1. Chicagoer Handelsbörse: Wetter als Spekulationsobjekt -> http://stopesm.blogspot.com/2014/03/chicagoer-handelsborse-wetter-als.html
    2. Kalifornien, die Dürre, RT.COM und die Klima-„Störung“ -> http://stopesm.blogspot.com/2014/02/kalifornien-die-durre-rtcom-und-die.html
    3. Globaler US-Wetter-Terrorismus: Taifun Haiyan/Yo­lan­da zur Unterstützung imperialer Aktivitäten -> http://stopesm.blogspot.com/2013/11/taifun-haiyanyolanda-und-der-globale-us.html

    Wann schmeißen wir endlich diesen unfassbar dilettantischen, korrupten Deppen aus den Parlamenten und holen uns unser Leben zurück?

  4. Jose Gonzales sagt:

    Alianz & Co am absaufen?
    Da hilft ein neues Gesetz ganz sicher weiter….

  5. anonym sagt:

    Danke an die deutschen Mittelstandsnachrichten für den Bericht. Des Themas sollte sich auch die AfD annehmen. Der Staat wird immer sozialistischer und mischt sich in immer mehr Bereiche ein, die ihn nichts angehen. Der Staat möchte nicht mehr für die Schäden aufkommen. Das ist eine verkappte Steuererhöhung.
    Für diejenigen die in Überschwemmungsgebieten ein Haus kaufen, ist dies eine indirekte Subvention. Billig kaufen, wegen schlechter Lage und sich dann die Schäden von der Allgemeinheit finanzieren lassen. Toll!

    • Harry sagt:

      Gut erkannt. In den USA gibt es eine solche Pflichtversicherung. Die Folge ist logischerweise – wie immer, wenn der Staat seine Hände im Spiel hat – dass nun Leute vermehrt in flutgefährdeten Gebieten bauen, die dort ansonsten nie gebaut hätten, eben weil es zu teuer und gefährlich war. Das wird hier genauso sein.

  6. Harry sagt:

    „„Verbraucherschützer“ Lars Gatschke hält eine Pflichtversicherung prinzipiell für sinnvoll.“

    Vielen Dank an die DWN, hier das Wort „Verbraucherschützer“ so geschrieben zu haben, wie es sich gehört: In Anführungszeichen. Denn diese weitestgehend durch staatliche Mittel finanzierte Organisationen sind nicht nur „gleicher“ als der normale Bürger (Verbandsklagerecht) sie sind auch zunehmend eine Perversion des ursprünglichen Verbraucherschutzgedanken. Aber das ist ja auch zu erwarten, wenn man an den Fressnäpfen der Politik hängt.

  7. Siggy sagt:

    Und unsere Steuern gehen nach Afgahnistan sowie andere Militäreinsätze unserer „Freunde“, in farbige Revolutionsunterstützungen, in geistlose Drohnengeschäfte, EU Bürgschaften, Asylantenversorgungen bis zu deren Hotelrechnungen usw – usw. Nur für eigene Belange ist kein Geld vorhanden. Mit dieser Masche zieht man dem Volk noch die letzten Cents aus den Taschen. Ich glaube, nicht die Schäden sind das Problem, dass große Problem liegt bei denen die sich anmaßen, dass aus dem Volk gezogene Geld zu verwalten.

  8. Swen sagt:

    Für wie doof halten die uns eigentlich ???