VW finanziert Scania-Übernahme durch Kapitalerhöhung

Volkswagen hat durch eine Kapitalerhöhung zwei Milliarden Euro eingesammelt. Damit will der Autobauer die Übernahme des Lkw-Bauers Scania finanzieren. VW will eine schlagkräftige Allianz aus Scania und ihrer Lkw-Tochter MAN schmieden, die es mit führenden Anbietern wie Daimler und Volvo aufnehmen kann.

Volkswagen hat durch die Ausgabe neuer Vorzugsaktien zwei Milliarden Euro für die vollständige Übernahme des Lkw-Bauers Scania eingesammelt. 10,47 Millionen Papiere seien zu 191 Euro je Aktie platziert worden, sagte der Wolfsburger Konzern am Mittwoch.

Mit dem Erlös aus der Kapitalerhöhung will VW die Komplettübernahme des schwedischen Lkw-Bauers Scania finanzieren, die sich der Konzern insgesamt rund 6,7 Milliarden Euro kosten lässt.

Der Abschlag zum Schlusskurs vom Dienstag betrug 2,4 Prozent. Zum Handelsstart am Mittwoch gab die VW-Aktie in der Spitze um zwei Prozent auf 191,80 Euro nach und war damit der größte Verlierer im Dax.

Analysten hatten wiederholt kritisiert, dass VW Übernahmen auch durch Vorzugsaktien finanziert, obwohl der Konzern über genügend liquide Mittel verfügt. Ende März hatte der Autobauer im Kerngeschäft 17,7 Milliarden Euro in der Kasse. An Barmitteln steuert VW vermutlich 1,7 Milliarden Euro bei, während drei Milliarden Euro zur Finanzierung der Übernahme bereits durch die Ausgabe einer Hybridanleihe beschafft wurden.

Die Wolfsburger wollen eine schlagkräftige Allianz aus Scania und ihrer zweiten Lkw-Tochter MAN schmieden, die es mit führenden Anbietern wie Daimler und Volvo aufnehmen kann. Dazu benötigen sie den vollen Durchgriff bei Scania. Dies ist nach schwedischem Recht erst ab 90 Prozent der Anteile möglich.

VW hatte den Scania-Eignern die Übernahme ihrer Anteilsscheine zum Preis von je 200 schwedischen Kronen angeboten. Erst im zweiten Anlauf schafften die Wolfsburger die nötige 90-Prozent-Mehrheit, um die ungeliebten Minderheitsaktionäre aus dem schwedischen Traditionsunternehmen zu drängen. Zuletzt kontrollierte VW gut 98 Prozent von Scania.

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