Überkapazitäten machen Stahl-Konzern Voestalpine zu schaffen

Die Überkapazitäten in Europas Stahlindustrie haben den operativen Gewinn von Voestalpine um 6 Prozent gedrückt. Vor allem in der Stahlsparte, die rund ein Drittel des Konzernumsatzes ausmacht, musste Voestalpine Federn lassen. Dort wollen die Österreicher nun 320 Millionen Euro einsparen.

Dem österreichische Stahl- und Verarbeitungskonzern Voestalpine haben im vergangenen Geschäftsjahr 2013/14 eine schwache Nachfrage und Überkapazitäten zu schaffen gemacht.

Der operative Gewinn (Ebit) schrumpfte in den zwölf Monaten bis Ende März um sechs Prozent auf 792,3 Millionen Euro, wie das Linzer Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz sank um 2,6 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro.

Vor allem in der klassischen Stahlsparte, in der rund ein Drittel des Konzernumsatzes erwirtschaftet wird, musste Voestalpine Federn lassen. Die Überkapazitäten in der europäischen Stahlindustrie drückten den operativen Gewinn um ein Viertel.

Voestalpine hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend zu einem Spezialanbieter entwickelt, der Stahl nicht mehr nur als Massenware, sondern weiterverarbeitet zu Autokarosserieteilen, Pipelinerohren oder Schienen. Doch auch im oberen Qualitätssegment bekomme der Konzern den Preisdruck in Europa zu spüren.

Aufgrund der Probleme wollen die Österreicher ihre Stahlsparte umkrempeln und 320 Millionen Euro bis 2016 einsparen. Stellenstreichungen seien dafür nicht geplant, hieß es zuletzt.

Unter dem Strich stagnierte der Gewinn des Konzerns bei 522,9 (Vorjahr: 521,9) Millionen Euro. Aktionäre sollen dennoch eine höhere Dividende von 0,95 (Vorjahr: 0,90) Euro erhalten. Analysten zeigten sich enttäuscht von der geplanten Gewinnausschüttung. Im Schnitt hatten sie mit 1,04 Euro je Aktie gerechnet. An der Wiener Börse verloren die Voestalpine-Aktien 0,4 Prozent.

Für das laufende Geschäftsjahr gibt sich Konzernchef Wolfgang Eder angesichts eines verbesserten wirtschaftlichen Umfeldes zuversichtlicher. Der operative Gewinn werde 2014/15 etwas über dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres liegen.

Positiv stimmt Eder, dass aus der Bau- und Bauzulieferindustrie in Europa erstmals seit Jahren Signale einer gewissen Belebung zu verzeichnen sei. In den USA entwickle sich dieser Industriebereich inzwischen ebenfalls wieder deutlich stärker als zuletzt. In China zeichne sich zwar kein weiteres Wachstum, aber eine weitgehend stabile Entwicklung auf solidem Niveau ab.

Darüber hinaus rechnet der Konzern mit steigenden Absatzzahlen für die europäische Automobilindustrie. Die schwächste Industrie dürfte – wie schon 2013 – der Energiebereich bleiben.

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