Energie-Versorger Verbund reduziert Anteile an Sorgenia

Der österreichische Energieversorger Verbund plant, seine Anteile an dem italienischen Energierkonzern Sorgenia zu verringern. Sorgenia war durch sinkende Stromnachfrage und unrentable Kraftwerke in Turbulenzen geraten. Zur Rettung des Unternehmens erwägen die Gläubigerbanken, Sorgenias Schulden in Eigenkapital umzuwandeln.

Der österreichische Energiekonzern Verbund dürfte seinen Anteil an der kriselnden italienischen Beteiligung Sorgenia deutlich reduzieren. Zur Rettung des Unternehmens erwägen die Gläubigerbanken derzeit, die Schulden des Versorgers in Eigenkapital zu wandeln, bestätigte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber am Freitag Informationen der Nachrichtenagentur Reuters.

„Die Lösung, die derzeit diskutiert wird, ist noch nicht finalisiert“ , sagte er. Verbund werde kein weiteres Eigenkapital in die italienische Beteiligung stecken. Sollten sich die Gläubigerbanken für den geplanten Schritt entscheiden, werde der aktuelle 46-Prozent-Anteil der Österreicher daher automatisch sinken. Eine Einigung sei in den kommenden Tagen zu erwarten.

Das italienische Energieunternehmen Sorgenia ist angesichts der deutlich sinkenden Stromnachfrage im Zuge der Wirtschaftskrise und unrentabler Kraftwerke in Turbulenzen geraten. Die Eigentümer ringen bereits seit Monaten mit den Gläubigerbanken um eine Rettung. Die Mehrheit hält der italienische Konzern CIR. Verbund hatte den Wert des italienischen Unternehmens in den eigenen Büchern bereits komplett abgeschrieben. Zusätzliche Belastungen seien nicht zu erwarten, sagte Anzengruber.

Der teilstaatliche österreichische Versorger gewinnt rund 90 Prozent seines Stroms aus Wasserkraft – durch Kraftwerke an großen Flüssen wie dem Inn oder der Donau. Dabei ist das Unternehmen von der Wasserführung der Flüsse abhängig. Diese liege in den ersten fünf Monaten des Jahres trotz der starken Regenfälle im Mai weiterhin rund sechs bis sieben Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, sagte Anzengruber.

Die ineffizienten Gaskraftwerke in Österreich und Frankreich könnte Verbund in drei bis fünf Jahren wieder in Betrieb nehmen. Dann dürfte die Nachfrage durch den Wegfall von Atomkraftwerken in Deutschland und das erwartete Aus für die zunehmend ineffizienten Kohlekraftwerke wieder steigen, sagte Anzengruber.

„Wir gehen davon aus, dass es in drei bis fünf Jahren den Bedarf geben wird, um Gaskraftwerke wirtschaftlich zu betreiben“, sagte er. Derzeit sei das wegen der niedrigen Strompreise und der hohen Einkaufspreise für Gas nicht möglich. Daher hatte Verbund kürzlich angekündigt, die Kraftwerke einzumotten.

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