Russlands Unternehmen verabschieden sich vom Dollar

Um sich gegen mögliche Sanktionen des Westens zu schützen, machen sich russische Unternehmen vom Dollar unabhängig. Sie eröffnen Konten in Asien und stellen ihre Export-Verträge auf asiatische Währungen wie den chinesischen Yuan und den Hong-Kong-Dollar um.

Russische Unternehmen bereiten die Umstellung von Verträgen auf den Yuan und andere asiatische Währungen vor. Sie fürchten, dass mögliche Sanktionen des Westens sei vom Dollar-Markt ausschließen könnten.

„In den vergangenen Wochen hat es im Markt großes Interesse seitens russischer Konzerne gegeben, die Nutzung verschiedener Produkte in Yuan und anderen asiatischen Währungen zu starten und Konten in Asien zu öffnen“, zitiert die Financial Times den Chef der Deutschen Bank in Russland, Pavel Teplukhin. „Es sieht so aus, dass das keine vorübergehende Erscheinung, sondern ein Trend ist.“

Andrei Kostin, Chef der russischen Staatsbank VTB, sagte, dass die Ausweitung der Nutzung von anderen Währungen eines der „Hauptziele“ der Bank ist. „Wenn man das Ausmaß unseres bilateralen Handels mit China betrachtet, ist die Umstellung auf Rubel und Yuan eine Priorität auf unserer Agenda“, sagte er im Gespräch mit Russlands Präsident Wladimir Putin. „Seit Mai arbeiten wir daran.“

Der Schritt, Konten zum Handel in Yuan, Hong-Kong-Dollar oder Singapur-Dollar zu öffnen, zeigt Russlands Willen, sich nach Asien zu orientieren, während seine Beziehungen mit der EU schlechter werden.

Sanktionen drängen die russischen Unternehmen dazu, ihre Abhängigkeit von westlichen Finanzmärkten zu verringern. Banken aus den USA und der EU haben ihre Kreditvergabe in Russland drastisch eingeschränkt, seit Russland im März die Krim an sein Staatsgebiet anschloss.

Die russische Zentralbank arbeitet daran, ein nationales Zahlungssystem zu schaffen, um die Abhängigkeit des Landes von westlichen Unternehmen wie Visa oder MasterCard zu verringern.

Der Chef eines russischen Industrieunternehmens, das 70 Prozent seines Umsatzes aus Exporten in Dollar macht, sagte, sein Unternehmen habe die Grundlagen geschaffen, um seine Verträge auf andere Währungen umzustellen. „Wenn irgendetwas passiert, sind wir bereit, auf andere Währungen umzustellen, zum Beispiel auf den chinesischen Yuan oder den Hong-Kong-Dollar.“

Alexander Dyukov, Chef der Öl-Sparte von Gazprom, sagte, seine Unternehmen habe mit den Kunden über eine Abkehr vom Dollar diskutiert. Das russische Minenunternehmen Norilsk Nickel sagte der Financial Times, es führe Verhandlungen über die Umstellung von Langzeitverträgen mit chinesischen Kunden auf den Yuan.

Kommentare

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  1. route7 sagt:

    Jedes Regierung die den Dollar als Leitwährung in Frage stellt wir von den USA bedrängt .
    Ob dies über Sanktionen (Iran) ,Umstürze(Libyen ) ,Krieg (Irak)läuft sei dahin gestellt.
    Die USA können es gar nicht hinnehmen .
    Denn dann braucht keiner mehr den Dollar.Keiner muß mit ihnen handeln oder Dollar erwerben .
    Die Schulden werden über sie zusammenbrechen.

  2. T.Körner sagt:

    Und Merkelland steht wieder auf der verliererseite wie immer .

  3. knusper sagt:

    Zum Glück ist Michel schlauer.
    er bleibt beim euro, Lässt sich enteignen und von liebevollen menschen staatlich verordnet unterwandern/aufmischen lassen.

    Und so lange michel sein auto tanken kann um zur arbeit zu fahren um das geld fürs auto+tanken zu verdienen ist Michel rundrum glücklich.

    Dazu gibt es schon knapp 1000 suppenküchen und unzählige depressions-hilfegruppen.

    Auf gut deutsch: alles OK

  4. Penny sagt:

    Ein weiterer Schritt für das nahende Ende der Vereinigten Staaten von Amerika (USA).

  5. Hans-Bergsteiger sagt:

    Ja es ist gut so und es sollten auch alle europäischen Staaten, den Euro und den US-Dolar zum Teufel schicken.

  6. Eure Murksel sagt:

    Von den Russen und Chinesen lernen, heißt siegen lernen!

  7. wolfgang sagt:

    Sehr vernünftiges Vorgehen von Russland. Die EU sollte sich anschließen und auch ein EU-Zahlungsverkehrssystem unabhängig von internationalen Firmen schaffen. So wäre es z.B. möglich, dass jeder EU-Bürger ein Konto bei den nationalen Zentralbanken führt. Dann könnten Bankenpleiten nicht mehr schrecken.

  8. friedel stumpf sagt:

    Dann will ich hoffen, dass der Leidwaehrung Dollar die Fluegel gestutzt werden.

  9. G.N. sagt:

    richtig so, damit die Abhängigkeit vom Dollar und Euro beendet wird. Das ist die richtige Antwort auf die Sanktionen der westlichen Welt, die das Völkerrecht in der Ukraine nicht akzeptieren wollen und als politisches Ziel nur eine Ausdehnung der Nato nach Osten verfolgen! Hoffentlich folgen noch viele Staaten diesem Vorgang, damit die Zinsknechtschaft des IWF usw., zumindest ansatzweise, durchbrochen wird. Bislang sind der Iran, Libyen, Ägypten und Syrien daran gescheitert sich vom Dollar als Weltwährung zu trennen und wurden deswegen von den USA mit Krieg und Bürgerkrieg überzogen.
    Ich denke, mit Russland und China sind ein paar „Schwergewichte“ in den Ring getreten die nicht so schnell zerstört werden können. Die Bricsstaaten lassen hoffen, dass endlich eine neue Finanzordnung in der Welt eingerichtet wird.