Deutsche Unternehmen stellen weniger ein

Die Beschäftigung in Deutschland verliert an Schwung. Vor allem Jobaussichten im Energiesektor verschlechtern sich. Metropolen bieten weiterhin gute Chancen, allen voran in Frankfurt. Außerhalb der Ballungsräume sinken die Jobchancen.

Für das dritte Quartal planen die Arbeitgeber weniger Neueinstellungen als im laufenden Quartal. Der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick geht von plus sieben auf fünf Prozent zurück. Während das Baugewerbe stark bleibt, schwächelt die Energiebranche. Am höchsten ist die Einstellungsbereitschaft in Deutschlands Metropolen, vor allem Frankfurt mit dem besten Wert seit 2011, so die Prognose des Arbeitsmarktbarometers des Personaldienstleisters Manpower.

Neun Prozent der Unternehmen in Deutschland rechnen damit, dass sie im Zeitraum Juli bis September 2014 neue Mitarbeiter einstellen werden. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als im Vorquartal. Unveränderte 3 Prozent planen einen Personalabbau, 86 Prozent gehen von keinerlei personellen Veränderungen aus. Um saisonale Effekte bereinigt liegt der Netto-Beschäftigungsausblick bei plus fünf Prozent. Der deutliche Aufwärtstrend des zweiten Quartals 2014 ist somit vorerst gestoppt.

„Im Vergleich zum laufenden Quartal sehen die deutschen Unternehmen ihre Beschäftigungssituation für Juli bis September weniger optimistisch“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. „Von einem Einbruch der Einstellungsbereitschaft kann aber keine Rede sein, denn es gibt aus einigen Branchen positive Signale – etwa aus der Braubranche, die den stärksten Wert seit 2008 zeigt (mehr hier), und auch aus der Industrie (hier). Zum vierten Quartal kann die Einstellungsbereitschaft also wieder anziehen“

Metropolen stark, Regionen auf Talfahrt

Im Vergleich der Großstädte macht Frankfurt den größten Sprung nach oben: In der Mainmetropole steigt der Netto-Beschäftigungsausblick von plus sieben auf 14 Prozent, das beste Ergebnis seit dem vierten Quartal 2011. Einen Zuwachs an Jobchancen gibt es auch in München, der Saldo steigt dort von sechs auf zehn Prozent. In Berlin liegt der Saldo nun bei plus 10 Prozent – was allerdings einen Rückgang um 9 Prozentpunkte bedeutet. Erfreuliche Signale kommen auch aus dem Ruhrgebiet, wo der Saldo von eins auf sechs Prozent klettert.

„In den Großstädten sind besonders viele Unternehmen ansässig, die qualifizierte Fachkräfte oder Hochschulabgänger suchen“, so der Brune. Außerhalb der Ballungsräume ergibt sich kein so gutes Bild: Während der Saldo im Westen immerhin von vier auf sechs Prozent steigt, fällt er in Ostdeutschland von neun auf zwei Prozent, im Süden von acht auf drei Prozent und im Norden von fünf auf zwei Prozent.

Weniger Chancen als im Vorquartal zeichnen sich auch in einzelnen Branchen ab. So sehen die deutschen Strom-, Gas- und Wasserversorger mehr Entlassungen als Neueinstellungen voraus, das Arbeitsmarktbarometer fällt (von +6 auf -2%). „Die Branche ist durch die politischen Eingriffe in den Markt verunsichert“, sagt Brune. „Dazu zählt beispielsweise die EEG-Reform, die im April von der Regierung auf den Weg gebracht wurde.“

Im seit Jahren sehr einstellungsfreudigen Finanzsektor ergibt sich erneut ein guter Wert, allerdings ist der Boom jetzt auch dort vorbei: Der Saldo fällt um zwölf Prozentpunkte auf plus elf Prozent. Trotz der bevorstehenden Erntezeit sinkt auch die Einstellungsbereitschaft in der Landwirtschaft stark (von +3 auf -7%). Positive Signale kommen dagegen aus der Baubranche, in der der saisonal bereinigte Beschäftigungsausblick nochmals um einen Prozentpunkt auf +10 Prozent ansteigt – den stärksten Wert seit 2008 (hier). Weitere Zuwächse gibt es im öffentlichen und sozialen Sektor (+6%) sowie im produzierenden Gewerbe (+3%).

 

Kommentare

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  1. Swen sagt:

    Na ja, ist ja nicht wirklich verwunderlich.
    EON, RWE, Solarworld, Wind- und Bioenergie boomen ja derzeit nicht so wirklich…

  2. knusper sagt:

    naja, wenn man auch das geld für cyber-schutz ausgeben muss :-))