Konjunkturprogramm in China soll Binnen-Nachfrage stärken

Die Staatsausgaben der chinesischen Regierung stiegen im Mai rasant an. China will die Binnen-Nachfrage mit Konjunkturprogrammen stärken. Der schwache Import lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Auch beim Export in die USA hat sich das Tempo halbiert. Chinas Wirtschaft wächst so schwach wie zuletzt vor 18 Monaten.

Die chinesische Regierung öffnet angesichts der Konjunkturabkühlung ihre Kassen. Die Staatsausgaben stiegen im Mai um fast ein Viertel auf 1,3 Billionen Yuan (rund 154 Milliarden Euro), wie das Finanzministerium am Mittwoch in Peking mitteilte. Von Januar bis April war der Zuwachs mit 9,6 Prozent nicht einmal halb so stark ausgefallen. Damit soll die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt in Schwung gehalten werden, die im ersten Quartal so langsam gewachsen war wie seit anderthalb Jahren nicht mehr.

Die Regierung in Peking beschleunigt den Ausbau des Schienennetzes. Mehr Geld fließt auch in den öffentlichen Wohnungsbau. Zugleich wurden die Regionalregierungen angewiesen, Investitionen zu beschleunigen. Die fuhren ihre Ausgaben um 26,9 Prozent nach oben. Die Zentralregierung gab dagegen nur 15,8 Prozent mehr aus. Die Einnahmen können damit nicht Schritt halten: Im Mai stiegen sie insgesamt um 7,2 Prozent, nachdem es im April noch ein Plus von 9,2 Prozent gegeben hatte.

Im Gegensatz zur Regierung will die Zentralbank vorerst stillhalten. Die Geldpolitik bleibe 2014 unverändert, teilte sie mit. Allerdings hatte sie erst am Montag ihre Reserveanforderungen zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt, so dass Banken weniger Geld bei der Zentralbank parken müssen und es stattdessen als Kredite an die Wirtschaft weiterreichen können. Die Regelung betrifft aber nur Banken, die Kredite in großem Stil an die Landwirtschaft sowie an kleine und mittelständische Firmen vergeben

Dank einer stärkeren globalen Nachfrage hat Exportweltmeister China seine Ausfuhren im Mai gesteigert. Die Exporte zogen um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, wie die Zollbehörde am Sonntag mitteilte. Die Importe schwächelten hingegen und signalisierten damit einen Rückgang der Binnennachfrage. Die Einfuhren gingen den Erhebungen zufolge um 1,6 Prozent zurück, nachdem im April noch ein Plus von 0,8 Prozent erzielt worden war. Die Exporte waren im April um 0,9 Prozent gestiegen.

„Während die Exportdaten halbwegs positiv sind, zeigt die sich abzeichnende Schwäche der heimischen Nachfrage, dass weiterhin Wachstumsinitiativen dringlich sind“, erklärte Louis Kuijs von der Bank RBS in Hongkong. Analysten hatten bei den Exporten ein Plus von 6,6 Prozent und bei den Importen von 6,1 Prozent erwartet.

Die Exporte in die USA kletterten 6,3 Prozent, nachdem sie im Vormonat noch zwölf Prozent zugelegt hatten. Auch bei den Ausfuhren nach Europa verlangsamte sich das Tempo. Im Mai gab es ein Plus von 13,4 Prozent nach 15,1 Prozent im April.

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