Büro-Alltag mit Frust: Österreicher wollen besseres Arbeitsklima

Wunschbild und Realität in Österreichs Büros klaffen weit auseinander. Das Arbeitsklima im Büro ist für viele Österreicher verbesserungswürdig. Die Zahl der Vollzeitstellen sinkt. Weiterbildungs- und Förderungsmöglichkeiten sind begehrt. Viele Faktoren beeinflussen die Produktivität der Angestellten.

Wer sich im Job wohlfühlt, bringt bessere Leistungen. Die meisten Österreicher wünschen sich jedoch eine Verbesserung des Arbeitsklimas im Büro. 23 Prozent der Befragten einer Studie der Markt- und Meinungsforschungs-Agentur Marketagent.com wünschen sich hellere Räume zum Arbeiten. 15,5 Prozent brauchen größtmögliche Ruhe. 14,9 Prozent wünschen sich mehr Platz, wenn sie sich ihren Traumarbeitsplatz ausmalen könnten.

Außerdem darf es nicht zu warm und nicht zu kalt sein. Ein gutes Raumklima ist für 10,8 Prozent der Befragten von größter Bedeutung. Dafür dürfen Pflanzen und Blumen am Arbeitsplatz für 9,6 Prozent nicht fehlen.

„Natürlich kann nicht auf alle Wünsche jedes Mitarbeiters eingegangen werden, da allein schon die räumlichen Möglichkeiten begrenzt sind. Es lohnt sich jedoch oft, althergebrachte Konzepte der Raumnutzung von Zeit zu Zeit zu überdenken“, so Ovliver Sonnleithner, Geschäftsführer von Karriere.at, dem Auftraggeber der Studie. „Dabei bewährt es sich in vielen Fällen, die Mitarbeiter selbst zu ihren Arbeitssituationen und Arbeitsweisen zu befragen, die häufigsten Wege und Schnittstellen in der Organisation zu identifizieren und in der Arbeitsplatzgestaltung zu berücksichtigen“

Trotz der vielen Sonderwünsche fühlen sich die Österreicher zu 36,5 Prozent sehr wohl an ihrem Arbeitsplatz. 41,8 Prozent fühlen sich eher wohl, während nicht ganz jeder Fünfte (18,1 Prozent) ambivalent zu seiner Arbeitsumgebung steht. Nur 3,5 Prozent fühlen sich unwohl im Büro.

Junge Arbeitnehmer sind generell zufriedener als ältere. Die Gruppe der 20 bis 29-Jährigen gibt zu 45,1 Prozent an, sich sehr wohl zu fühlen. Bei Mitarbeitern über 50 liegt dieser Wert nur bei 31,9 Prozent. Ein ähnliches Gefälle gibt es bei der Hierarchie der Angestellten: 42,9 Prozent der leitenden Angestellten fühlen sich sehr wohl. Bei Arbeitnehmern ohne Management-Funktion liegt dieser Anteil nur bei 34,3 Prozent.

Mehr als ein Viertel der Mitarbeiter in Österreichs Büro sieht Nachholbedarf. „Der Detailblick auf den Arbeitsplatz und dessen Ausstattung zeigt, dass durchaus noch in einigen Bereichen Potenzial besteht“, sagt Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com in einem Bericht von Format.at. „So werden beispielsweise Konzentrationsfähigkeit am Arbeitsplatz (70,5 Prozent), ausreichende Beleuchtung (69,7 Prozent) und ein optimaler Schreibtischsessel (65,2 Prozent) von jeweils über 65 Prozent der Befragten als sehr wichtig erachtet.

Diese Voraussetzungen werden nicht einmal in der Hälfte der Arbeitsplätze erfüllt. Weniger als ein Drittel der Befragten gibt an, dass sie sich am Arbeitsplatz gut konzentrieren können.

Weiterbildung ist ein großes Thema bei Arbeitnehmern in Österreich. „Mehr denn je zählt im Beruf
heute die Qualifikation. Ständige Weiterbildung erhöht die Jobchancen des einzelnen und stärkt unseren Wirtschaftsstandort als Ganzes“, sagt Marktus Wallner, Landeshauptmann in Bregenz.

Denn der Arbeitsmarkt in Österreich verändert sich: Die Zahl der Teilzeitarbeitenden stieg im ersten Quartal um 74.600, während die Zahl der Vollzeitarbeitenden um 44.100 sank. Der Anteil der Frauen, die in Teilzeit arbeiten liegt bei 46,9 Prozent und damit weit über dem Anteil der Männer (11,3%). Eine Verbesserung bei der Zahl der Arbeitslosigkeit ist dabei nicht eingetreten. Wie Statistik Austria berichtet, sind derzeit 5,4 Prozent bzw. 234.200 Personen in Österreich arbeitslos.

Der Anteil der Erwerbstätigen erhöhte sich leicht von 71,1 Prozent im Vorjahr auf derzeit 71,5 Prozent. Die Erwerbstätigenquote der Frauen stieg deutlich von 66,7 auf 67,2 Prozent. Auch die Altersgruppe der 55 bis 64-Jährigen konnte bei der Erwerbstätigenquote zulegen (+2,3 auf 45,2 Prozent).

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