Japan senkt Steuern für Unternehmen unter 30 Prozent

Japans Premier Abe kündigt niedrigere Unternehmenssteuern an. Der Steuersatz soll auf bis zu 25 Prozent gesenkt werden und die Wirtschaftskraft ankurbeln. Gleichzeitig hält die Bank of Japan an ihrer lockeren Geldpolitik fest, mit der sie die Währung künstlich niedrig hält.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe will die Unternehmen entlasten. Dazu sollen ihre Steuersätze in den kommenden Jahren schrittweise unter die Marke von 30 Prozent gedrückt werden, sagte Abe am Freitag in Tokio. Der erste Schritt werde bereits im kommenden Jahr erfolgen. Derzeit müssen große Firmen in Tokio knapp 36 Prozent an den Fiskus abführen.

„Japans Unternehmenssteuern werden so verändert, dass sie das Wachstum ankurbeln“, begründete Abe seinen Vorstoß. Dies könne neue Jobs schaffen. Experten hatten vorgeschlagen, den Steuersatz auf 25 Prozent zu drücken und sich internationalen Standards zu nähern. Löcher in den Staatsetat soll die Reform nicht reißen. „Wir werden alternative Einnahmequellen finden“, sagte Abe vor Reportern.

Die japanische Notenbank hält an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Die Bank of Japan (BOJ) beschloss im Mai wie erwartet, den Kauf von Wertpapieren in Höhe von 60 bis 70 Billionen Yen (rund 430 bis 500 Milliarden Euro) pro Jahr fortzusetzen. Die Entscheidung fiel einstimmig (mehr hier).

Der schwache Yen und teure Energie-Importe lassen in Japan das Defizit in der Handelsbilanz immer weiter ansteigen. Im Fiskaljahr bis Ende März stieg das Defizit auf den Rekordwert von umgerechnet rund 97 Milliarden Euro, wie das Finanzministerium am Montag bekanntgab. Es war zugleich der 21. Monat in Folge, dass Japan mehr Waren und Dienstleistungen importierte als exportierte. Vor allem die Einfuhr von Energie, auf die das Land seit der Stilllegung seiner Atomkraftwerke nach der Fukushima-Katastrophe vor drei Jahren angewiesen ist, macht Japan zu schaffen. Die von der Regierung forcierte Yen-Schwäche verteuern diese zusätzlich (hier).

Deutschland hat anlässlich des Besuchs des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe in Berlin im Mai auf den Abbau von Handelshemmnissen gedrungen. „Ein erleichterter gegenseitiger Marktzugang wird die Handelsbeziehungen unserer beiden Länder weiter beleben”, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Uwe Beckmeyer zur Eröffnung der Konferenz „Deutschland und Japan – starke Standorte des Mittelstands” in der Bundeshauptstadt. Daher müsse es um den weiteren konsequenten Abbau von Handelsbeschränkungen zwischen beiden Ländern gehen (hier).

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