Unternehmen kaufen wieder mehr Desktop-Computer

Intel hebt die Umsatzprognose für das laufende Jahr an. Firmen kaufen wieder verstärkt Desktop-Rechner. Das Aus für Windows XP treibt PC-Verkäufe an. Mit neuen Betriebssystemen entscheiden sich viele Firmen auch für den Kauf von neuer Hardware.

Der weltgrößte Chiphersteller Intel profitiert von einer Renaissance am PC-Markt. Vor allem Unternehmen kaufen nach Angaben des US-Konzerns wieder verstärkt Desktops. Intels Umsatz werde daher höher ausfallen als bislang erwartet. Stationäre Rechner sind nach Einschätzung von Experten vor allem deshalb stärker gefragt, weil Microsoft die Unterstützung für sein Betriebssystem Windows XP eingestellt hat. Viele Firmen hätten nicht nur auf neue Software umgestellt, sondern auch gleich neue PCs angeschafft. Davon profitiert Intel als Zulieferer. Zuletzt hatten PCs angesichts des Booms bei mobilen Geräten wie Tablets und Smartphones stets an Bedeutung verloren. Die Intel-Aktie stieg nachbörslich um vier Prozent.

Intel rechnet nun im zweiten Quartal mit Erlösen von 13,4 bis 14 Milliarden Dollar statt bislang mit 12,5 bis 13,5 Milliarden, wie Intel am späten Donnerstagabend mitteilte. Zudem werde die Gewinnmarge etwas höher als bislang gedacht sein. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem leichten Umsatzwachstum und nicht mehr nur mit stagnierenden Erlösen.

Bereits im April hatte Intel seine Gewinnerwartung für 2014 angehoben, nachdem das Unternehmen mit seinem stabilen Ergebnis im ersten Quartal die mehrheitlich skeptischen Analysten verblüfft hatte. „Der Bestand von PCs bei den Kunden altert und wir bringen einige spannende Produkte auf den Markt, was zu einer gewissen Wiedererstarkung führt“, hatte Finanzchef Stacy Smith damals erklärt. Viele Großabnehmer von Computertechnik nutzten den Umstieg auch zur Aufrüstung ihrer Rechenzentren und Netze, hatte Deutschlandchef Christian Lamprechter gesagt.

Dennoch leidet der PC-Markt insgesamt unter dem Boom von Tablet-Geräten und Smartphones (mehr hier). Daher sehen nicht alle Experten Grund zur Euphorie. Dem PC-Markt gehe es derzeit weniger schlecht, sagte Bernstein-Analystin Stacy Rasgon. Aber wenn es nur um Firmen-Rechner gehe stelle sich die Frage, ob die Erholung nachhaltig sei.

Um dem Abwärtstrend am PC-Markt etwas entgegenzusetzen, setzt auch Intel zusätzlich auf das Geschäft mit mobilen Geräten. Hier hat das Unternehmen aber spät auf den Trend zu Touchscreen-Geräten reagiert und versucht nun mit hohen Subventionen seine Chips an die Hersteller zu verkaufen. Im ersten Quartal zeigten die Verkaufszahlen deutlich nach oben. Zahlen für das zweite Quartal werden am 15. Juli erwartet.

 

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