Preise fallen: Inflation liegt in Deutschland bei 0,9 Prozent

Die Inflationsrate in Deutschland fällt auf ein 4-Jahres-Tief. Die Teuerungsrate lag im Mai nur noch bei 0,9 Prozent. Im April waren es noch 1,3 Prozent. Lebensmittel dämpfen zum ersten Mal seit drei Jahren die Inflation. Der Trend ist jedoch nicht nachhaltig. Experten erwarten schon bald einen deutlichen Anstieg der Preise.

Fallende Preise für Gemüse und Benzin haben die Inflationsrate in Deutschland auf ein Vier-Jahres-Tief gedrückt. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Mai nur noch um 0,9 Prozent zum Vorjahresmonat. Einige Lebensmittel wie Salat verbilligten sich dabei um bis zu 40 Prozent. Das drückte die Inflationsrate noch deutlicher unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank von knapp zwei Prozent, bei der sie von stabilen Preisen spricht. Bereits im April hatte sie mit 1,3 Prozent deutlich darunter gelegen. Experten sagen wieder höhere Werte voraus.

Nahrungsmittel dämpften im Mai erstmals seit drei Jahren die Teuerung, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Für sie wurden im Schnitt nur noch 0,5 Prozent mehr verlangt, nach einem Plus von 4,4 Prozent im Jahr 2013. Günstige Witterungsbedingungen sorgten im Frühjahr für gute Ernten. Dadurch verbilligte sich Gemüse um 9,4 Prozent, darunter Kopf- oder Eisbergsalat um 39,2 Prozent, Paprika um 28,1 Prozent, Tomaten um 17,0 Prozent und Kartoffeln um 8,1 Prozent. Auch Eier und Fleisch waren günstiger zu haben.

Der Einzelhandelsverband HDE erwartet wieder stärker steigende Preisen. „Die weltweit anziehende Nachfrage, die zunehmende Nutzung von Ackerland für die Produktion von Biokraftstoffen sowie die Folgen des Klimawandels legen das nahe“, sagte Sprecher Kai Falk. Für etliche Lebensmittel mussten die Verbraucher auch im Mai tiefer in die Tasche greifen – darunter für Molkereiprodukte wie Quark (+15,2 Prozent), Schnittkäse (+14,8) und frische Milch (+8,7). Fisch und Süßwaren kosteten ebenfalls mehr.

Entlastet wurden die Verbraucher wie schon den in Vormonaten von billigeren Treibstoffen. Benzin und Diesel kosteten 2,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, leichtes Heizöl sogar 3,1 Prozent. Strom verteuerte sich hingegen um 1,8 und Gas um 0,4 Prozent. Auch Tanken und Heizen könnte wieder teurer werden: Der Vormarsch islamistischer Kämpfer im Irak trieb den Ölpreis am Freitag auf den höchsten Stand seit September 2013.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) sagt für 2015 eine deutlich höhere Teuerungsrate voraus. „Während die Arbeitslosenquote wieder sinkt, verstärkt sich der Preis- und Lohnauftrieb“, erklärten die Ökonomen. Die Inflationsrate werde dann mit 2,2 Prozent knapp doppelt so hoch ausfallen wie in diesem Jahr mit durchschnittlich 1,2 Prozent.

 

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Kommentare

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  1. bate77 sagt:

    Das ist schlicht gelogen, die reale Infationsrate liegt höher, da der Warenkorb u.a. Computer und Jubelelektronik, bzw. deren Preisverfälle, schlicht unverhältnismßig hoch berücksichtigt.

  2. popper sagt:

    Zum Glück werden die Ökonomen nicht genannt, die für 2015 eine Inflationsrate von 2,2% prognostizieren. Die würden sich nämlich maßlos blamieren. Dieser Artikel reiht sich ein in die kläglichen Versuche, die deflationäre Entwicklung in der Eurozone kleinzureden. Da in Deutschland und Europa die Löhne unter Produktivität liegen, kann gar nichts anderes dabei herauskommen als Deflation. Das widerlegt natürlich den unsäglichen Weg der Austeritätspolitik der letzten Jahre und straft die Behauptungen des Mainstreams unreiner politischen Entourage Lügen. Deshalb die weiteren Lügen über eine anziehende Inflation, weil eben nicht sein kann was nicht sein darf.

  3. Swen sagt:

    Wer isst denn Salat ???

    Der Hamburger bei McDonalds kostet genauso viel wie letztes Jahr. Inflation ist also nullkommanix !

    • h.j.liquor sagt:

      Leute die mit 50+ und darüber zB noch alle Zähne ihr eigen nennen wollen, die dem Gesundheitskomplex nicht ihr Erspartes abdrücken möchten, die nicht wie der Durchschnittsamerikaner aussehen wollen, usw.

  4. fan sagt:

    Alles ist umfangreich beabsichtigt, gewollt und geplant:

    Dahinter stecken die Finanz-Verbrecher-Syndikate, Herr Draghi und seine ihn befehlenden und im Hintergrund agierenden Bankster von Goldman Sachs und viele willfährige Politiker, die sich alle ihre Benefizien irgendwie einstecken und die EU-Bevölkerungen übel verraten, bestehlen und enteignen..!

    Die vielen Schulden, die alle irgendwie mit „Pfändern“ belegt sind, gehören vielfach den Banken und Syndikaten – sie alle streben die politische und finanzielle Macht über Europa und die ganze Welt an..!