Bayer: Klagen wegen Schlaganfall-Mittel in den USA

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer sieht sich in den USA mit ersten Klagen wegen seines Schlaganfallmittels Xarelto konfrontiert. Die Tablette ist das wichtigste neue Medikament für Bayer. Im vergangenen Jahr braucht es dem Unternehmen 949 Millionen Euro ein.

Dem Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer stehen einem Zeitungsbericht zufolge in den USA erste Klagen wegen seines Schlaganfallmittels Xarelto ins Haus. Bislang gebe es eine einstellige Zahl von Klagen im Zusammenhang mit mutmaßlichen Nebenwirkungen des Gerinnungshemmers, berichtet die FAZ unter Berufung auf Insider des Konzerns. Ein Sprecher von Bayer wollte sich zu den Aussagen über die Xarelto-Klagen nicht äußern. Er wies aber darauf hin, dass bis heute die Erfahrungsdaten zur Sicherheit des Medikaments nach der Markteinführung mit den Ergebnissen aus den klinischen Studien übereinstimmen, an denen mehr als 75.000 Patienten teilgenommen haben.

Die Tablette, die vor gefährlichen Blutgerinnseln schützen soll und auch gegen Thrombosen bei schweren Hüft- und Kniegelenksoperationen eingesetzt wird, ist mit Erlösen von 949 Millionen Euro im vergangenen Jahr – fast dreimal so viel wie 2012 – derzeit das wichtigste neue Medikament von Bayer. Xarelto soll nach Schätzungen von Konzernchef Marijn Dekkers einmal Jahreserlöse von rund 3,5 Milliarden Euro einfahren.

Wie bei anderen neuen Gerinnungshemmern wie Pradaxa von Boehringer Ingelheim und Eliquis von Pfizer und Bristol-Myers Squibb besteht auch bei Xarelto ein Blutungsrisiko. Pradaxa war wegen Todesfällen in die Schlagzeilen geraten. Zur Beilegung tausender Klagen in den USA hatte Boehringer Ingelheim im Mai einen umfassenden Vergleich über umgerechnet 470 Millionen Euro geschlossen. Kläger in den USA hatten das Schlaganfallmittel für schwere und zum Teil tödliche Blutungen verantwortlich gemacht. Sie hatten Boehringer vorgeworfen, nicht ausreichend über das Risiko möglicher Blutungen informiert zu haben.

Kommentare

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  1. Aufgepasst sagt:

    Bei alten bettlägerigen Menschen wird oft Xarelto als Blutverdünner eingesetzt. Das führt in vielen Fällen zu Wundliegen der Patienten, das trotz intensiver Behandlungen nicht unter Kontolle zu bringen ist. Bei dem älteren Medikament Marcoumar tritt dieses Problem nicht auf.

    • Andy sagt:

      Völliger Blödsinn! Wundliegen ist ein reiner Pflegefehler, keine Nebenwirkung eines Medikamentes. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, daß die Therapie mit Xarelto einer Marcoumar-Thrapie weit überlegen ist. Die oberflächlichen Hämatome, die bei „optimal eingestellten“ Marcoumar-Patienten oft nur durch leichten Druck auftreten, kommen mit Xarelto nicht vor, das Risisko lebensbedrohlicher, v.a. intracerebraler Blutungen ist weit geringer! Die Lebensqualität mit moderen Gerinnungshemmern ist der mit Marcoumar v.a. bei den älteren Patienten eindeutig überlegen.
      Die Klagen im Amiland sind die in deren perversem Rechtssystem üblichen Geldschneidereien, sonst gar nichts.