Stahlkrise: EU will Dumping-Importe aus China verhindern

Die EU-Kommission prüft Stahlimporte aus China auf Dumping-Aktivitäten. Die Hersteller vor Ort füllen die Lagerbestände mit Rohstahl und treiben die Preise in den Keller. Das zwingt die europäischen Stahlproduzenten in die Knie. Voestalpine-Chef Eder erwartet weitere Maßnahmen gegen Importe aus Asien.

Die Europäische Kommission will mutmaßliche Dumpingimporte von rostfreiem Stahl aus China und Taiwan in die EU unter die Lupe nehmen. Gegen Ende des Monats wolle die Behörde die Untersuchungen in die Wege leiten, sagte der Chef des österreichischen Stahl- und Verarbeitungskonzerns Voestalpine, Wolfgang Eder, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters in London. Der Voestalpine-Chef war bis vor kurzem Präsident des europäischen Stahlverbandes Eurofer. Ein Sprecher der EU-Kommission wollte keine Stellung dazu nehmen.

Eder erwartet weitere Anti-Dumping-Aktivitäten in der zweiten Jahreshälfte. Die Stahlimporte in die EU zögen stark an, sagte Eder. China ist der weltgrößte Hersteller von Stahl. Die Unternehmen dort schrauben ihre Produktion auf Höchststände, obwohl sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. Die Stahlindustrie, deren Interessen in Europa von Eurofer vertreten werden, habe Mitte Mai eine Klage eingebracht. Die EU-Kommission habe nun 45 Tage Zeit zu entscheiden, ob eine Untersuchung eingeleitet wird, sagte eine mit der Situation in der Behörde vertraute Person.

 

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  1. Bernhard sagt:

    Der Artikel ärgert nicht nur, er zeugt davon, dass Globalisierung politisiert wird und nichts fair bleibt. Ist hier auf DMN ein Controller, der mal was zur Kalkulation sagt? Kapitalkosten, Lohnkosten, fiktive Kapitalbindungskosten sind im gelobten Westen völlig anders als in China, sowohl von den effektiven Kosten als auch von der Einbringung in die Produktkalkulation. Wir brauchen doch nicht im Westen uns auf den Standpunkt zu stellen, dass unsere Art zu kalkulieren die Vorschrift für die Welt sein MUSS.