USA kriegen Leistungsbilanzdefizit nicht in den Griff

Der Aufschwung in den USA ist eine Illusion. Das Leistungsbilanzdefizit ist im ersten Quartal deutlich gestiegen. Auch der IWF hat seine Konjunkturprognose für die USA abgesenkt.

Sinkende Exporte haben das Handelsdefizit der USA auf den höchsten Stand seit anderthalb Jahren getrieben. Die Leistungsbilanz wies im ersten Quartal ein Minus von 111,2 Milliarden Dollar aus, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Das entspricht 2,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Ende 2013 lag das Defizit lediglich bei 87,3 Milliarden Dollar. Die Leistungsbilanz misst den Austausch von Waren, Dienstleistungen und Investitionen mit dem Ausland.

Im Unterschied zu den USA weist Deutschland hohe Exportüberschüsse aus. Die Leistungsbilanz wies 2013 ein Plus aus, das etwa sieben Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht. Dauerhaft hohe Überschüssen und Defizite gefährden Kritikern zufolge die Stabilität der Weltwirtschaft (mehr hier).

Der IWF hat überraschend die Prognose für die US-Wirtschaft gesenkt. Es werde weniger Wachstum geben, die Fed sollte ihre Gedanken an höhere Zinsen möglichst zu den Akten legen und weiter Geld drucken.

Bloomberg meldet, dass die offiziellen Prognosen der Obama-Regierung offenkundig nicht haltbar sind. Die Fed dürfte durch diese offenherzige Einschätzung von Christine Lagarde unter Druck geraten, mehr Geld zu drucken. Fed-Chefin Janet Yellen hatte erst vor wenigen Monaten angekündigt, die Ära der Niedrig-Zinsen bald zu beenden.

Besonders irritierend für Bond-Holder muss die erneute Korrektur sein, die der iWF vornimmt: Demnach werden die USA in den kommenden Jahren nicht über ein durchschnittliches Wachstum von 2 Prozent hinauskommen – zu wenig, um dem gigantischen Schuldenberg zu entwachsen.

Kommentare

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  1. Miesmacher sagt:

    Die Demokratie ist eine Propagandaworthülse zur Verschleierung der Wahrheit. Die „Demokratie“ des Westens ist nichts anderes als eine Plutokratie! Das Volk ist Stimmvieh und Konsumidiot für die Hochfinanz!

  2. Bernhard sagt:

    „Dauerhaft hohe Überschüssen und Defizite gefährden Kritikern zufolge die Stabilität der Weltwirtschaft“, diese „Experten“meinung ist politisches Diktat. Es geht in Wirklichkeit darum, dass bei deutlich und nachhaltig unterschiedlicher Handelsbilanz die gestrige Präferenz nicht mehr besteht, dass bei deutlich und nachhaltig negativer Handelsbilanz eine Volkswirtschaft mehr und mehr verarmt und letztlich die Demokratie eine Worthülse wird.

    Man sollte sich das sehr genau vor Augen führen: die Demokratie, das hat auch Frau Merkel schon offen ausgesprochen, ist in der letzten Phase keine schlussendliche Religion. Und dann? Werden wir uns alle betrogen fühlen, weil 2 Generationen eine Umerziehung mitgemacht haben, deren Ziel war, Demokratie auf die oberste Stufe des Seins zu erheben?

  3. F Stumpf sagt:

    Da leben also die USA weiterhin auf Kosten der restlichen Welt! Ist sicherlich so geplant und auch bequem. An die Rückzahlung der Schulden denkt niemand! Ist auch nicht möglich!!!