E.ON-Betriebsrat: 650 Mitarbeiter könnten ihren Job verlieren

Der Energiekonzern E.ON muss Arbeitsplätze im Bereich Kraftwerkssteuerung aus England und Schweden nach Deutschland verlegen. Dabei könnte die Hälfte der 1.300 Mitarbeiter ihre Jobs verlieren, befürchtet der Betriebsrat von E.ON. Bis 2015 muss E.ON voraussichtlich 11.000 Stellen streichen.

Der Vorsitzende des E.ON -Betriebsrates, Eberhard Schomburg, befürchtet den Verlust von 650 Arbeitsplätzen im Zuge von Umstrukturierungen innerhalb des Konzerns. Demnach bekommen derzeit alle in dem Bereich Kraftwerkssteuerung tätigen Mitarbeiter Angebote, von ihren Arbeitsplätzen – teilweise sind diese in England und Schweden – an den Standort Essen zu wechseln. „Bis Ende 2014 sind davon etwa 1.300 Mitarbeiter weltweit betroffen“, sagte Schomburg der Rheinischen Post. „Ich fürchte jedoch, dass rund die Hälfte dieser Stellen wegfallen wird – zum Beispiel, weil die Mitarbeiter das Wechselangebot nach Essen nicht wahrnehmen wollen.“

Die Düsseldorfer Konzernzentrale bestätigte die Zahlen auf Anfrage des Blattes nicht. „Die genauen Zahlen stehen noch nicht fest“, sagte ein Sprecher.

Hintergrund der Umstrukturierungen ist der Zeitung zufolge das Programm „Next Generation„. Es habe zum Ziel, in Begleitung des Betriebsrates den Konzern an die Herausforderungen der Energiewende anzupassen. So sollten etwa aus den Abteilungen für konventionelle und für erneuerbare Energiegewinnung zentrale Einheiten bei der Kraftwerkssteuerung in Essen geschaffen werden, die zuvor auf die einzelnen Kraftwerke verteilt waren. Im Zuge der Umstrukturierungen werde E.ON bis Ende 2015 weltweit voraussichtlich rund 11.000 Stellen streichen.

Der größte deutsche Energiekonzern E.ON dringt wegen seiner wegbrechenden Gewinne immer stärker auf staatliche Hilfe. Er hoffe, dass die Bundesregierung kurzfristig einen Weg einschlage, um die Stromerzeugung aus ständig verfügbaren Kraftwerken durch eine angemessene Vergütung abzusichern, erklärte Vorstandschef Johannes Teyssen. Die Konkurrenz durch den Ökostrom und der Preisverfall bei den Strom-Großhandelspreisen ließen die Gewinne im ersten Quartal weiter purzeln (mehr hier).

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  1. jojo sagt:

    ….nur 650…..

    ich hoffe doch nur in deutschland……