Handel mit großen Wohnungsbeständen erreicht Vorkrisen-Niveau

Die Massenkäufe von Wohnungsbeständen haben den Stand vor 2007 erreicht. Der Unterschied: in den vergangenen Jahren treten vermehrt deutsche Unternehmen als Käufer auf als in den Jahren vor der Finanzkrise. Bund und Länder haben sich hingegen von weiteren Beständen getrennt

Die Verkäufe von großen Wohnungsbeständen haben in den letzten beiden Jahren stark zugenommen. Verkäufe von Beständen mit jeweils mehreren tausend Wohnungen dominieren dabei den Handel. Die fünf größten Verkäufe im Jahr 2013 weisen eine Portfoliogröße von jeweils mehr als 25.000 Wohnungen auf: Das Transaktionsvolumen hat mit rund 300.000 Wohnungen im Jahr 2013 inzwischen wieder das Niveau von vor der Wirtschafts- und Finanzkrise erreicht.

Für ihre Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung wurden alle Verkäufe von Beständen mit mehr als 800 Wohnungen in der Bundesrepublik ermittelt. Im Jahr 2012 wurden demnach insgesamt 34 Verkäufe größerer Wohnungsbestände mit insgesamt rund 190.000 gehandelten Wohnungen registriert. 2013 gab es 49 Transaktionen, die insgesamt rund 300.000 verkaufte Wohnungen umfassten. Gegenüber 2012 ist das Transaktionsvolumen damit um 50 Prozent gestiegen.

„Nachdem Finanzinvestoren durch die Finanzkrise unfreiwillig zu vorübergehenden Bestandshaltern wurden, haben diese das günstige Umfeld der vergangen Jahre genutzt, um aus ihren Wohnungsinvestments auszusteigen“, erklärt Wohnungsmarktexpertin Karin Lorenz-Hennig.

In den letzten beiden Jahren haben die Wissenschaftler lediglich eine Transaktion mit 1.620 Wohnungen erfasst. Bund und Länder haben sich hingegen von weiteren Beständen getrennt: In 2012 und 2013 wurden in vier Transaktionen insgesamt 87.000 Wohnungen veräußert, davon 11.400 durch den Bund und 75.500 durch die Länder.

Deutsche Unternehmen treten stärker als Käufer auf

Private Akteure dominieren damit weiterhin das Verkaufsgeschehen. Der Großteil der Verkäufe von Wohnungsportfolios wird dabei von internationalen Finanzinvestoren getätigt. Deutsche Unternehmen treten deutlich stärker als Käufer von Wohnungsbeständen auf. Während deutsche Unternehmen im Jahr 2013 für den Verkauf von 11.000 Wohnungen verantwortlich waren, wurden im gleichen Zeitraum 129.000 Wohnungen durch deutsche Investoren gekauft. Damit setzt sich die Entwicklung des letzten Jahres fort.

„Das aktuelle Hoch am Wohnungstransaktionsmarkt unterscheidet sich damit entscheidend von den Boomjahren vor der Finanzkrise: 2004 bis 2007 erwarben vornehmlich ausländische Finanzinvestoren Bestände von deutschen industrieverbundenen Wohnungsunternehmen und der öffentlichen Hand“, so Frau Lorenz-Hennig.

Kommentare

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  1. jojo sagt:

    und die kohle wird in beamtenpensionen, sinnlose stadtprojekte und flüchtlingsunterkünfte gesteckt.

    perfekt….

  2. Rudolf Steinmetz sagt:

    Die Überschrift müsste laufen: Der Staat verabschiedet sich aus seiner Daseinsfürsorge. Die Bertelsmänner haben es schon immer so gewollt.

    • jojo sagt:

      nicht nur die bertelsmänner.

      Deutschland steht nunmal immer noch unter besatzung.
      Die USA + angeln übernehmen schon die DAX30.

      Veolia die kommunalen einrichtungen wie z.b. wasser, müll, etc., wobei die so geile verträge machen, dass bei geldmangel einfach die abgaben für deutsche erhöht werden. Sprich, veolia kann gar kein verlust machen.