Merkel-Beraterin: Ohne Geld-Drucken der EZB käme alles noch schlimmer

Die künftige Wirtschaftsweise Isabel Schnabel hat den deutschen Sparern geraten, ihre Verluste durch die niedrigen Zinsen positiv zu sehen: Ohne das Geld-Drucken der EZB wäre alles "noch viel schmerzhafter und teurer". So kann man die Opfer der Schulden-Krise natürlich auch zu weiterem Leiden motivieren.

Die künftige Wirtschaftsweise Isabel Schnabel hat die Europäische Zentralbank (EZB) gegen Kritik aus Deutschland verteidigt. Die deutschen Sparer hätten auch Vorteile von der Niedrigzinspolitik der Notenbanker um EZB-Präsident Mario Draghi, sagte Schnabel der „Mainzer Allgemeinen Zeitung“ (Samstagausgabe). „Auch die Sparer profitieren von einer Stabilisierung der Euro-Zone. Insofern ist es falsch, es so darzustellen, als ob die Sparer nur Nachteile durch die geringen Zinsen hätten“, sagte die Mainzer Ökonomin. „Wenn man die Krise nicht in den Griff bekommt, wird das noch viel schmerzhafter und teurer.“

Die 42-Jährige, seit 2007 an der Mainzer Universität Professorin für Volkswirtschaftslehre, ist von der Bundesregierung als Nachfolgerin von Claudia Buch als Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vorgeschlagen worden – den sogenannten Wirtschaftsweisen. Buch wechselte zur Bundesbank.

Schnabel sieht in den niedrigen Zinsen aber auch Risiken. Es steige „die Gefahr von Preisblasen bei Immobilien und Aktien“, sagte sie in dem Interview weiter. Vor wenigen Tagen hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ebenfalls gewarnt, er sehe in Deutschland angesichts der lockeren Geldpolitik die Gefahr von Preisblasen am Immobilienmarkt.

Die EZB hatte Anfang Juni ihren Leitzins fast bis auf null Prozent gekappt und erstmals einen Strafzins für Banken eingeführt, die Geld lieber bei ihr parken als es an Unternehmen als Kredite weiterzugeben. Die Währungshüter wollen zudem in den kommenden Monaten mit weiteren milliardenschweren Geldspritzen versuchen, die Kreditvergabe anzuregen. Diese stockt vor allem in vielen von der Krise besonders gebeutelten Ländern Südeuropas. Wirtschaft und Politik in Deutschland hatten die Beschlüsse der Euro-Notenbanker zuletzt teils scharf kritisiert.

Kommentare

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  1. Kulleraugen sagt:

    auf die sollte niemand hören das was Sie wird mit Ihren Prognosen genauso daneben liegen wir die anderen auch ausserdem dient Sie den Obersten 1 %

  2. BernhardundBianca sagt:

    Keine Ahnung was die Dame bisher in ihrem Leben gemacht hat. Was ich bislang im Netz gefunden habe, ist, dass sie offenbar bislang „irgendwie“ nur im „Staatsdienst“ tätig war und sie musste sich vermutlich bislang wenig Sorgen machen über ihr Gehalt, denn das kommt automatisch jeden Monat aus dem Steuersäckel.
    Im Prinzip hat sie natürlich recht, wenn man die Situation unterstellt, so wie sie ist: Es wird jeden Tag EU Recht/Verträge gebrochen und direkt oder indirekt für Schulden anderer Länder gehaftet und durch rechtswidrige Aktionen der EZB gelindert. Dumm nur dass das eben falsche rechtliche Vorsetzungen sind zu ihrer These. Es klingt so wie „seit doch froh das ich nur eine rote Ampel überfahre habe; es hätte ja noch schlimmer kommen können, wenn ich alle rote Ampel überfahre hätte“.

  3. Margrit Steer sagt:

    Na ganzu toll, wenn uns jemand noch erklärt, wir sollen OZinsen doch positiv sehen
    Und so etwwas unterrichte VWL???????????????
    Was für Dummdödel hben wir denn hetue an den Unis

  4. Claudia R. sagt:

    Schön, wenn uns jemand noch schmackhaft machen will, zwischen Pest und Cholera wählen zu können. Diese ganze Muschpoke gehört sofort abgesetzt, enteignet und weggesperrt.

  5. Jana sagt:

    Na super. Erst wird diese Esperanto-Währung gegen fundierte Kritik im Handstreich eingeführt. Das Desaster nimmt erwartungsgemäß seinen Lauf. Und jetzt sollen wir froh und dankbar sein, weil uns das Ganze noch nicht um die Ohren geflogen ist? Die Maßnahmen verzögern die Katastrophe nur, gelöst wird damit nichts. Nur die Fallhöhe vergrößert sich zunehmend…
    Die Sparer wären mit der Deutschen Mark besten bedient gewesen.

    • menschenfreund3 sagt:

      Genau so ist es. Wenn d a s eine Wirtschaftsweise ist, brauchen wir uns nicht wundern. Sie hätte ihren Senf mal bei Einführung des € dazugeben sollen.

  6. Werner sagt:

    Das heisst : der ganze CDU- / -SPD-Laden gehört wegen Unfähigkeit AUSGEMERZT !!
    Wir wollen wieder VERANTWOTUNGSBEWUSSTE Politiker und keine Anti-Spar-Politiker wie die jetzigen Luschen ! Am nächsten Wahltag ist Zahltag !

    mfg Werner

    • manni sagt:

      bis dahin ist eh schon alles zu spät

    • jojo sagt:

      wenn alle nichtwähler wählen würden, wärs OK. Leider sind die meisten von denn nicht gerade helle und kapieren es nicht.

      Die werden noch nichtmal wählen gehen, wenn sie bei der suppenküche schlange stehen müssen.

  7. Falke sagt:

    Was heißt hier Wirtschafts”weise”?

    Wer heute Professor(in) für Volkswirtschaft an einer Universität wird, der ist in der Regel für die aus dem angelsächsischen Raum stammende neoklassische Theorie des totalen Marktes, also des herrschenden Kapitalismus abgerichtet. Anders wird man das nicht.
    Also sie ist Teil des herrschenden Systems, Teil einer sich als objektiv gebenden, in Wahrheit aber im Dienst der Finanzindustrie, der Superreichen und Herrschenden stehenden, noch deutlicher: sich prostituierenden “Wissenschaft”. Vgl.:
    http://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/01/31/503/

    • jojo sagt:

      das grundübel beschreibt prof bernd senf in tiefere ursachen der krise auch für dummys.

      die zinssenkung zur zeit ist nur um an die deutschen Bill zu kommen um den knall hinaus zu zögern bis die deutschen arm sind.