Elektro-Auto-Markt: Google ist keine Gefahr für Daimler

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat keine Angst vor dem Elektroauto-Pionier Google. Eine wirklich gefährlich Konkurrenz auf dem Elektro-Auto-Markt könne der Internet-Riese nicht werden. Denn der habe ein größeres Interesse an den Daten der Autofahrer.

Daimler-Chef Dieter Zetsche sieht die traditionellen Autohersteller nicht durch neue Rivalen wie den Elektroauto-Pionier Tesla oder Google gefährdet. „Wenn jetzt neue Wettbewerber aus anderen Branchen auftreten, dann ist das nur gut. Es hält uns wach und agil“, sagte der Chef des Stuttgarter Autokonzerns dem „Spiegel“.

Es gebe sicher einzelne gefährdete Autofirmen, die nicht ausreichend in alternative Antriebe wie Elektromotoren investieren könnten. „Die Herausforderungen durch Tesla, Google und andere können ein zusätzlicher Sargnagel sein“, sagte Zetsche weiter. „Aber dies allein wird nicht zu einem Massensterben der Autohersteller führen“.

Dem kalifornischen Neuling Tesla ist es gelungen, Elektroautos zu bauen, die eine deutlich größere Reichweite haben als die Modelle der traditionellen Autobauer. Er habe nicht erwartet, dass Tesla-Autos „so erfolgreich und auch so gut“ seien, räumte Zetsche ein. Mercedes statte die Elektro-B-Klasse nun mit einem Tesla-Antrieb aus. Die Stuttgarter sind seit geraumer Zeit an Tesla beteiligt.

Auch der Internet-Riese Google drängt ins Autogeschäft und testet selbstfahrende Autos. „Ich schließe nicht aus, dass Google einmal ein erfolgreicher Autoproduzent wird“, sagte Zetsche. Das sei aber nicht Googles Ziel, der Konzern habe eher Interesse an den Daten der Fahrer.

Kommentare

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  1. Willi Wichtig sagt:

    Herr Zetsche redet sich selber nur Mut zu. Er sollte daran denken wer seine überteuerten Autos noch kauft. Hauptsächlich doch von Firmen dessen Fuhrpark vom Steuerzahler subventioniert wird. Für die Jugend, außer Ausnahmen, ist ein Auto kein Statussymbol mehr. Er sollte im Interesse seiner Belegschaft die Denkweise ändern.
    Zitat Albert Einstein:
    “Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.”

  2. Rudolf Steinmetz sagt:

    Währen Daimler & Siemens in ihren vermeintlich sicheren me-too-Märkten dahindämmern, kaufen sich Google, Amazon & Co mit ihrer prall gefüllten Kriegskasse strategische Segmente. Im übrigen sollte man auch die Chinesen nicht unterschätzen, denn „Die frei zugänglichen Patente des Elektroauto-Herstellers lösen in China kein Interesse aus. Weil die eigene Technik schon weit gediehen ist“: http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/technik/Warum-Chinas-Ingenieure-Tesla-links-liegen-lassen/story/22589586

  3. Werner sagt:

    Na ja… Im Datensammeln sind auch viele traditionelle Autokonzerne heute ganz groß. Was da im Hintergrund alles gespeichert wird, ohne vorherige Information des Kunden… Rechtlich ist das sehr umstritten. Das zum Thema „Daten“, wo ich nicht den ganz großen Gegensatz sehe. Zudem kommt ja verpflichtend von der EU vorgeben „eCall“.
    Was Google, gerade nach den letzten Akquisitionen, Daimler & Co. voraus hat, sind die Möglichkeiten bei selbstfahrenden Kfz. Da könnte sich eine Revolution abzeichnen, gerade wenn man an das Carsharing-Geschäft denke. Wenn ich mir jederzeit ein selbstfahrendes Kfz per App kommen lassen kann, kaufe ich dann noch ein eigenes Auto? Werden 90% des Geschäfts vielleicht binnen 15-20 Jahren auf F diese Weise verschwinden? Hier sollte sich Daimler Antworten überlegen. Denn es ist fraglich, wie weit man (weltweit) gesehen damit kommt, seine eigentlich banalen Produkte emotional aufzuladen. Ein Paradigmenwechsel könnte bevorstehen.