VW-Zulieferer Nexen baut Reifen-Fabrik in Tschechien

Nexen ist ein südkoreanischer Reifenhersteller, der seinen europäischen Konkurrenten mit einer neuen Fabrik in Tschechien unter Druck setzt. Der VW-Zulieferer produziert auch in China, wo die Industrie in den vergangenen sechs Monaten nicht mehr gewachsen ist.

Der südkoreanische Reifenhersteller Nexen Tire reagiert mit dem Bau einer Fabrik in Tschechien auf die anziehende Nachfrage aus Europa. Um Kunden wie den Volkswagen -Konzern und dessen Töchter Skoda und Seat zuverlässig beliefern zu können, nimmt Nexen 1,18 Milliarden Dollar für die neue Produktionsstätte in die Hand. Der Baubeginn ist für 2018 geplant, die Fertigstellung für 2023, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Nexen produziert bislang in Südkorea und China. Zu seinen Kunden zählt der Reifenhersteller auch den südkoreanischen Autobauer Hyundai, der ebenfalls eine Fabrik in Tschechien betreibt. Die Produktion vor Ort werde Nexen helfen, Kosten zu senken, sagte Analyst Song Sun Jae von Hana Daetoo Securities.

Für Tschechien ist die neue Fabrik einer der größten Investitionen in der Geschichte des Landes. Der Vertrag mit Nexen solle am Mittwoch unterzeichnet werden, gab die Regierung bekannt. Sie rechnet bereits zu Anfang mit mindestens 1.000 neuen Arbeitsplätzen.

Chinas Industrie wächst wieder

Die chinesische Industrie hat im Juni nach sechsmonatiger Pause wieder ein Wachstum geschafft. Der von der Bank HSBC erhobene Einkaufsmanagerindex kletterte nach vorläufigen Angaben von Montag überraschend kräftig um 1,4 auf 50,8 Punkte. Damit liegt das Barometer erstmals seit Dezember 2013 wieder über der Marke von 50 Punkten, ab der es Wachstum signalisiert. Auch die Aussichten hellten sich aus Sicht der Branche auf: Die Aufträge wuchsen so stark wie seit 15 Monaten nicht mehr.

„Die kleinen Hilfsmaßnahmen der Behörden kommen allmählich in der Realwirtschaft an“, sagte der China-Chefvolkswirt von HSBC, Qu Hongbin. Die Regierung hat beispielsweise Ausgaben vorgezogen, etwa für den Ausbau des Schienennetzes und den öffentlichen Wohnungsbau. Die Staatsausgaben stiegen deshalb im Mai um fast ein Viertel auf umgerechnet rund 154 Milliarden Euro (hier). Banken müssen zudem weniger Geld bei der Zentralbank hinterlegen, was ihnen größeren Spielraum bei der Kreditvergabe eröffnet. Das soll ebenfalls Investitionen ankurbeln. „Dieser Kurs dürfte solange fortgesetzt werden, bis es eine nachhaltige Erholung gibt“, sagte Qu.

Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt war im ersten Quartal mit 7,4 Prozent so langsam gewachsen wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. 2013 kühlte sich die Konjunktur bereits auf ein Plus von 7,7 Prozent ab (hier). Schwächer war die Wirtschaft in der Volksrepublik seit 1999 nicht mehr gewachsen. Für dieses Jahr peilt die Regierung rund 7,5 Prozent an. Sie will die Wirtschaft umbauen und unabhängiger vom Export machen und nimmt dafür auch schwächere Wachstumsraten in Kauf, solange genügend Arbeitsplätze entstehen (hier).

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.