Ukraine und Irak lösen Skepsis bei deutschen Unternehmen aus

Die instabile Lage im Irak und in der Ukraine drücken bei deutschen Unternehmern auf die Stimmung. Der Ifo-Index fällt im Juni zum zweiten Mal in Folge. Die Wirtschaft wird im zweiten Quartal langsamer wachsen als bislang erwartet.

Die Konflikte in der Ukraine und im Irak drücken zunehmend auf die Stimmung der deutschen Wirtschaft. Trotz guter Nachfrage im Inland beurteilen die Firmenchefs ihre Geschäftsaussichten skeptischer als zuletzt und sorgen sich etwa um ihre Exporte. Der Geschäftsklima-Index des Ifo-Instituts sank im Juni unerwartet deutlich um 0,7 auf 109,7 Punkte und damit zum zweiten Mal in Folge, wie die Münchner Forscher am Dienstag zu ihrer Umfrage unter 7.000 Managern mitteilten. Das Barometer fiel damit auf den tiefsten Stand seit Dezember. „Die deutsche Wirtschaft befürchtet mögliche Auswirkungen der Krisen in der Ukraine und im Irak“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Vor allem in der Industrie ging die Stimmung nach unten, hier trübten sich die Exportaussichten deutlich ein. „Mit dem Irak hat sich ein weiterer Krisenherd verschärft„, sagte der Chefökonom des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Alexander Schumann, zu Reuters. Dies könnte auch bei der Weltkonjunktur für einen Dämpfer sorgen – „nicht nur wegen steigender Ölpreise“. Im Irak sind radikal-islamische Kämpfer auf dem Vormarsch. Die sunnitische Miliz Isis hat Gebiete in der Mitte und im Nordwesten des Landes erobert. Die wichtigen Ölförder- und Verlade-Anlagen wurden von den Kämpfen bislang aber weitgehend verschont. So sorgten anhaltend hohe irakische Öl-Exporte zuletzt für Erleichterung am Rohstoff-Markt.

Auch die Ukraine-Krise bleibt ein wichtiges Thema. „Die Firmen wissen noch nicht so richtig, was noch kommt“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe. „Das kann noch in die eine oder andere Richtung kippen.“ Vor allem der Maschinenbau spüre, dass das Russland-Geschäft nicht mehr rund laufe (mehr hier). Russland drohen in dem Konflikt Wirtschaftssanktionen des Westens.

Im Groß- und Einzelhandel sowie am Bau verbesserte sich das Geschäftsklima. Ökonomen sagen der hiesigen Wirtschaft ein langsameres Wachstum für das laufende Quartal voraus. Im ersten Quartal 2014 hatte die Wirtschaft – vor allem dank des milden Winters – um 0,8 Prozent zugelegt. Für das zweite Quartal erwarten viele Experten nun nur noch ein Plus von rund 0,3 Prozent und im Gesamtjahr 2014 etwa zwei Prozent Wachstum.

Das Ifo-Barometer für die gegenwärtige Lage verharrte bei 114,8 Punkten, hier hatten Experten einen Anstieg erwartet. Der Index für die Aussichten fiel unerwartet deutlich auf 104,8 Zähler. „Ein Rezessionssignal ist dies bei weitem noch nicht, aber die konjunkturelle Dynamik scheint sich abzuschwächen“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

Kommentare

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  1. jojo sagt:

    na, da haben wir doch mal wieder einen grund für alles. Vermutlich sogar für die klimaerwärmung, die ja im moment sehr in der antarktis zu beobachten ist. Sagen wenigstens die im eis eingeschlossenen 😉

    Und um das wachstum auszugleichen nehmen wir täglich 1000 flüchtlinge auf. Immerhin brauchen die ja alle bald noch einen fernseher, um ihre geliebten landsleute noch beim fussball zu sehen, was wiederum wirtschaftswachstum bringt. Wers bezahlt ist dabei völlig unwichtig. Die kirche wird für uns beten :-))

    • Mr Nobody sagt:

      Das Thema über den derzeitigen militärischen-industrieller Komplex und globaler politischer Situation ist mehr als hoch kompliziert. “ Chaos verursachen und gleichzeitig die eigene Lösung anbieten“. Sollte man die Führung der Weltpolitik hinterfragen.

      Die Klimaveränderung wie das schmelzen des Polareis hängt damit zusammen, daß die Industrie(Regierungen) massiv auf die Natur eingreift ( siehe momentane Verhandlung zu Fracking). Manche streiten es ab und andere kennen die Ursachen. Eins ist aber sicher, daß die Natur keinen Wert darauf legen wird, wie wir die Situation einschätzen, sie wird uns schon die Grenzen aufzeigen wenn sie es bereit nicht schon tut und mittlerweile zu spät ist.

      Flüchtlinge sind die Folgen der weltweiten Krise ausgelöst durch die US Immobilienkrise 2009 (Lehman Brothers) und seit dem 11 Sep 2001. Vor allem aber durch die wirtschaftliche Ordnung des Ausbeutungssystem und die vollkommende – außer Kontrolle geraten freie Marktwirtschaft.