Reformpaket der Regierung dämpft die Anpassung der Renten

Die geplante Mütterrente und die Rente mit 63 drücken die jährliche Anhebung der übrigen Renten. Erst ab 2019 greift ein zusätzlicher Steuerzuschuss. Rentner müssen bis dahin mit geringen Rentensteigerungen auskommen. Die Auszahlung der Mütterrente wird sich indes Verzögern.

Das Rentenpaket der großen Koalition verringert die jährliche Rentenerhöhung 2015 voraussichtlich um etwa 1,4 Prozentpunkte. Allein der Verzicht auf die in diesem Jahr eigentlich mögliche Beitragssatzsenkung auf 18,3 Prozent vermindere die Rentenanpassung um 0,8 Punkte, sagte der Vorstandschef der Deutschen Rentenversicherung Bund, Hartmann Kleiner, am Dienstag laut Redetext in Potsdam. Die erwartete Zunahme der Rentenausgaben vor allem durch die höhere Mütterrente und die Rente ab 63 um 4,4 Milliarden Euro im zweiten Halbjahr 2014 dämpfe die Rentenerhöhung um weitere 0,6 Prozentpunkte. „Den Leistungsausweitungen für bestimmte Versichertengruppen stehen also nicht nur marginale Leistungsbegrenzungen für alle heutigen und zukünftigen Rentner gegenüber“, sagte Kleiner.

Auf der Vertreterversammlung kritisierte der Vorstandschef die Finanzierung der Mütterrente vor allem aus Beitragsmitteln. Erst ab 2019 solle der zusätzliche Steuerzuschuss steigen und 2022 etwa zwei Milliarden Euro erreichen. „Das ist angesichts der bereits vorher anfallenden Kosten zu spät und in der Höhe bei weitem nicht ausreichend“, sagte Kleiner. Die Kosten der Ausweitung der Mütterrente für vor 1992 geborene Kinder beliefen sich auf über 100 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel rechnet im Gegensatz zur Wirtschaft als Folge der Rente mit 63 nicht mit einer Frühverrentungswelle. „Ich teile diese Sorge nicht“, sagte der SPD-Vorsitzende am Montag nach einem Gespräch mit der Führung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Im Übrigen gehe es nicht um eine Rente mit 63, sondern um eine nach 45 Versicherungsjahren. Auch jetzt schon gingen viele Menschen mit 63 Jahren in Rente, sie nähmen dabei aber hohe Abschläge bei der Altersvergütung hin.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer dagegen äußerte sich besorgt. Das Hauptproblem sei, dass die Menschen nach der schwierigen Durchsetzung der Rente mit 67 nun den Eindruck bekämen, als bedürfe es dieser Verlängerung der Lebensarbeitszeit nicht.

Gabriel machte sich dafür stark, flexiblere Regelungen für die Arbeitszeit während eines Lebens zu finden. In gewissen Lebensphasen könne man dann länger arbeiten, in anderen kürzer.

Die Auszahlung der höheren Mütterrente an über neun Millionen Rentnerinnen wird sich nach Kleiners Worten hinziehen. Die Zahlungen „wollen wir spätestens bis zum Jahresende auf den Weg bringen“, sagte Kleiner laut Redetext. Das Rentenpaket der großen Koalition tritt in knapp einer Woche am 1. Juli in Kraft. Neben der Ausweitung der Mütterrente sieht es auch eine neue abschlagfreie Rente ab 63 Jahren nach 45 Beitragsjahren und eine leichte Erhöhung der Erwerbsminderungsrenten vor.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Dieben gehört die Hand abgehackt - in muslimischen Staaten. sagt:

    So werden die Rentner, die jetzt schon in Rente sind, von Frau Nahles, der SPD-Untergebenen Merkel und den 620 Dieben in Berlin bestohlen und um ihre Lebensarbeitsleistung betrogen. Diejenigen, die nach 45 Jahren Beitragszahlung bisher mit Abschlägen in Rente gegangen müssen nun noch zusätzliche Abschläge durch den politisch veränderten Nachhaltigkeitsfaktor in Kauf nehmen.

    Disclaimer:
    Dieses ist meine persönliche Meinung und stellt keine Aufforderung zur Stürmung von Parteibüros dar.