Keine Reformen: Frankreichs Geschäftsklima-Index sinkt

Der französische Geschäftsklima-Index sinkt. Der mangelnde Reformeifer der Regierung und die schlechte Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen drücken auf das Wachstum. Auch bei einem schwächeren Euro werden die strukturellen Probleme in Frankreich fortbestehen.

Die Stimmung in der französischen Wirtschaft hat sich im Juni eingetrübt. Der Geschäftsklimaindex sank um zwei auf 92 Punkte, wie das Statistikamt Insee am Mittwoch mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit August 2013. In der Industrie, im Einzelhandel und in der Bauwirtschaft wuchs der Pessimismus. Nur die Dienstleister konnten sich dem Abwärtstrend entziehen. Hier blieb die Stimmung unverändert.

Insee rechnet für dieses Jahr lediglich mit einem Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent. Die Regierung geht von 1,0 Prozent aus. Das wäre nur etwa halb so viel wie für Deutschland vorhergesagt wird. Frankreich leidet unter einer hohen Arbeitslosigkeit, die den privaten Konsum drückt. Kritiker warfen der sozialistischen Regierung mangelnden Reformeifer vor.

Vor allem ein erwarteter Rückgang bei den Käufen neuer Eigenheime werde sich belastend auswirken. Das Finanzministerium erklärte, es werde dennoch an seiner Wachstumsprognose festhalten, da die Unternehmen erst langsam erkennen würden, wie sie von Steuererleichterungen profitierten. Dennoch dürfte Präsident Francois Hollande weiter unter Druck geraten. Seiner Regierung ist es bislang nicht gelungen, der Wirtschaft wieder ordentlich auf die Sprünge zu helfen.

Das Hauptproblem sei die große Kluft innerhalb der Währungsunion. In Frankreich schrumpften die Geschäfte der Privatwirtschaft im Juni bereits den zweiten Monat in Folge. „Unternehmen und Verbraucher sind nicht überzeugt davon, dass die Regierung das wirtschaftliche Umfeld verbessern kann“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. „Die mangelnde Konkurrenzfähigkeit der französischen Unternehmen scheint auch bei einem schwächeren Euro fortzubestehen und substanziellerer Natur zu sein“, sagte auch BayernLB-Experte Stefan Kipar.

Kürzlich hatte Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls gewarnt, der Euro sei zu stark. Zudem hatte er gefordert, die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank zu einem Instrument für Wachstum und Arbeitsplätze zu machen und den Euro abzuwerten (hier).

In Frankreich steigen die Tariflöhne seit zwei Jahren langsamer als in Deutschland. Der Vorteil bei der Kaufkraft wird durch steigende Preise geschmälert. Die Teuerungsrate lag 2013 hierzulande bei 1,6 Prozent, im Nachbarland dagegen nur bei 1,0 Prozent (mehr hier).

Ein weiteres Problem in Frankreich ist der rasche Abbau der heimischen  Industrie, der mit dem Verlust von Arbeitsplätzen einhergeht (hier).

Kommentare

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  1. Wutbürger sagt:

    Wir werden sehen dass Frankreich am Euro scheitern wird, den es uns einst aufgezwungen hatte.
    Die nötigen Reformen sind in Frankreich nicht durchsetzbar. Während in D die Leute die Klappe halten, zünden sie in FR die Autos und Häuser an. Genau davor haben die Politiker in allen EU-Staaten Angst. Doch irgendwann kommt der Moment wo man sie für ihre Verbrechen zur Rechenschaft zieht. In der französischen Revolution hat mat dafür Schafotts benutzt.
    Der Tag ist nicht mehr fern wo sich die Geschichte wiederholt.

    • kay sagt:

      Genau so wird es kommen. Die Grande Nation wird alles zu Fall bringen.

      Der Begriff „Grande“ ist schon die Arroganz pur!!!!!!!!!!!

      Die spielen höchstens die gleiche Geige aber nicht die zweite.

  2. hugin sagt:

    DIESE FIGUREN HABEN LEICHT LACHEN
    Den EU-Bürgern ist das Lachen längst vergangen. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Schulden und Steuern steigen. Man kann nur hoffen, dass die EU zusammenbricht, bevor wir total ausgplündert, enteignet und entmündigt sind !

  3. Swen sagt:

    Hollande hat Spass !

    Und die Franzosen mir im auch … LOL

  4. Peter G. sagt:

    Für dir französische Politik – wie der aller Sorglosländer – geht es nur noch darum, die Zeit bis zur Einführung der Schuldenunion zu überstehen, dann ist es erreicht. Weitergehenden Integrationsbemühungen seites Brüssels werden sie sich widersetzen, denn sie hatten nie die Absicht ihre Souveränität, geschweige denn ihre Nation aufzugeben. Die Einzigen, die auf diesem Trip sind, sind die Deutschen, und natürlich die Brüsseler Profiteure.

  5. Der Beobachter sagt:

    Warum sollten sich die Franzosen um Reformen bemühen, solange es noch etwas vom Steuermichel zu holen gibt?