Österreich will Rahmenbedingungen für Mittelstand verbessern

Entgegen allen Prognosen zeichnet sich ein nur schwaches Wirtschaftswachstum für Österreich ab. Das Wirtschaftsministerium will mit einer Mittelstands-Offensive den Standort für Unternehmen stärken und die Rahmenbedingungen verbessern. Schwerpunkte sind Industrie 4.0, Energiepolitik, Arbeitsmarkt- und Ausbildungsreformen. Die größte Herausforderung besteht in der Erleichterung der Gründungs- und Projektfinanzierung von Unternehmen.

Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaf will angesichts der aktuellen Konjunkturentwicklung die Wettbewerbsfähigkeit der Leitbetriebe in Österreich erhöhen. Das Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für kleine und Mittelbetriebe zu stärken und Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen.

„Österreich liegt mit einem Industrieanteil von 18,3 Prozent deutlich über dem EU-Schnitt von 15,2 Prozent, hat aber noch viel Potenzial nach oben. Zudem wird der internationale Wettbewerb mit anderen, stärker wachsenden Weltregionen außerhalb der EU immer schärfer“, so Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner

Die österreichische Wirtschaft dürfte nach einem mauen Jahresstart im laufenden Jahr weniger stark wachsen als von Experten zunächst erwartet. Die Forschungsinstitute Wifo und IHS kürzten am Donnerstag ihre Prognosen und gehen nun von einem Plus von 1,4 (Wifo) und 1,5 (IHS) Prozent nach zuletzt jeweils 1,7 Prozent aus. Grund dafür sei die verhaltene Wirtschaftsentwicklung zu Jahresbeginn, erklärten die IHS-Experten. Außerdem könnte die Krise in der Ukraine andere osteuropäische Länder in Mitleidenschaft ziehen. Dann würden wichtige Exportmärkte Österreichs schwächeln, teilte das Wifo mit.

Das Wifo schreibt: „Erhebliche Risiken liegen allerdings nach wie vor im außenwirtschaftlichen Umfeld. Vor allem die Unsicherheit des künftigen politischen Kurses in südlichen und östlichen Nachbarländern prägt die Perspektiven der heimischen Exportwirtschaft.“ Außerdem „dürfte die Arbeitslosigkeit hoch bleiben“. Eine nachhaltige Erholung des Exportmarktes sei wegen der noch trägen Entwicklung im Euro-Raum, in den knapp über 50% der österreichischen Exporte gehen, erst Ende 2015vor 2016 nicht zu erwarten.

Die neue Standortstrategie soll diese Entwicklung entgegenwirken und will Innovationen stärker fördern. „Die wichtigsten Stellschrauben dabei sind ein klares politisches Commitment für eine Forschungs- und Innovationsoffensive über die gesamte Innovationskette mit entsprechender Planungssicherheit, insbesondere auch für die angewandte Forschung“, sagte Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende von Infineon Technologies Austria.

Weitere Ansatzpunkte der Mittelstands-Förderung sind Optimierungen in der Energiepolitik, auf dem Arbeitsmarkt und in der Ausbildung. Eine große Herausforderung sieht Günther Apfalter, Präsident von Magna International Europe, bei der Projekt- und Unternehmensfinanzierung: „Die bestehenden Rahmenbedingungen bringen für österreichische Unternehmen Einschränkungen und Nachteile in Bezug auf Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit mit sich. Davon sind insbesondere die großen Leitbetriebe mit erheblichem Multiplikator-Effekt für heimische KMUs betroffen.“

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