EZB: Sparguthaben sind unwichtig

Die EZB verkündet, das Ziel ihrer umfassenden Zinssenkungen sei erreicht. Für Verluste der Sparer sei die Zentralbank nicht verantwortlich. „Wir steuern die Wirtschaft, für Sparzinsen sind wir nicht zuständig“ so Direktoriumsmitglied Mersch.

Die vor gut zwei Wochen beschlossene Zinssenkung der Europäischen Zentralbank hat nach den Worten von Direktoriumsmitglied Yves Mersch ihr Ziel erreicht. Die meisten Zinsen hätten sich im kurzfristigen Bereich nach unten bewegt, sagte Mersch am Sonntag im Deutschlandfunk. Dies sei genau in der Größenordnung der Leitzinssenkung der Zentralbank geschehen. „Und in der Hinsicht, glaube ich, dass unsere Maßnahmen den gewünschten Erfolg hatten.“

Dass die niedrigen Zinsen auch dazu führten, dass die Sparguthaben schrumpfen hält Mersch für unbedeutend. Die Sparer müssten dann ihr Geld länger anlegen oder höhere Risiken eingehen, so Mersch. Die Zentralbank steuert die Wirtschaft und ist nicht zuständig für Sparzinsen„.

Mersch sprach sich zudem dafür aus, den Markt für Kreditverbriefungen wieder zu beleben. Dabei werden Kredite von Banken gebündelt und können an Investoren weiter verkauft werden, so dass Banken Spielraum für neue Kreditvergaben gewinnen können. Allerdings hatten massenhafte Verbriefungen und eine intransparente Weitergabe der Pakete vor allem in den USA mit zur Finanzkrise 2008 beigetragen. Bundesbankchef Jens Weidmann hatte sich skeptisch zu diesem Instrument geäußert. Mersch sagte, gerade kleine und mittlere Unternehmen könnten von solchen Paketen profitieren. Diesen Firmen geben Banken sonst zurückhaltend Kredite.

Kommentare

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  1. Mitch sagt:

    Seit wann ist die EZB für die „Steuerung“ der Wirtschaft verantwortlich?

    Lesen Sie mal die Statuen Ihres Arbeitgebers, Mersch. Und dann noch dieses dreckige Grinsen…

  2. Hans von Atzigen sagt:

    Was heisst Wirtschaft im Kern???
    Vereinfacht dargestellt. Güter und Dienstleistungen zu produzieren die wir anschliessend Konsumieren können. In einer Komplexen und Vielschichtigen Arbeitsteiligen Wirtschaft braucht es dafür eine ,,Universelles,, Leistungsverrechnung, s -Medium. Zu diesem Zweck hat der Mensch das Geld erfunden. Steigt die Produktivität steht ein entsprechendes mehr an Konsumierbarem zur Verfügung dafür braucht es ein entsprechendes mehr an Leistungsverrechnungseinheiten. Das dumme seit innzwischen rund 50 Jahren steigt das Volumen der Leistungs- Verrechnung, s- Einheit=Geld fiel schneller als die Real erwirtschaftete Leistung. Der Markt ist das Bindeglied zwischen Produktion und Konsum. Letztlich korrigiert der Markt die Beiden Faktoren Angebot und Nachfrage. Die Innerhalb der letzten 50 Jahre überproportional gestiegene Geldmenge hat den Markt als Regulativ zunehmend ausgehebelt und verzerrt.
    Tja der Schaden ist längst angerichtet. Diesen Schaden jetzt mit noch mehr Geld oder irgendwelchem Wundergeld wieder zu Reparieren ist zum Scheitern verurteilt.
    Der Grund ist fast simpel, der Schaden ist schlicht und einfach Gigantisch.
    Schaden in vorm von verheerenden Verwerfungen und Verzerrungen in den Kernbereichen Angebot und Nachfrage.
    In unserer hoch Arbeitsteiligen Wirtschaft haben ganz einfach fast alle den Kernüberblick längst verloren. Mit noch mehr Geld oder Wundergeld ist das nicht mehr reparierbar. Letztlich wird der Markt das Problem mit Brachialgewalt wieder ins Lot zwingen. ( Das wird verdammt ungemütlich.)
    Ein Relativ stabiler langfristiger ,,Geld- Wert,, ist nur mit einer Koppelung von Realwirtschaftsergebnis und Geldmenge realisierbar. Alles andere ist nackter Schamanismus, Unsinn, der schiere kollektive Selbstbetrug, gegenseitiger Betrug.
    Freundliche Grüsse

  3. Fokko sagt:

    Wer die Sache mit dem Zins und dem Fiat Money kapiert hat,

    http://selbstversorger-blog.over-blog.de/article-wo-kommt-eigentlich-das-geld-her-i-49010034.html

    weiß dass es nicht anders geht: Der Anstieg der Verschuldung kann nur durch Zinssenkung gebremst werden und die Gesamtverschuldung zu verringern, funktioniert nur mit negativen Zinsen.

    So weit die Theorie. Ob das auch in der Praxis funktioniert, wird man sehen müssen.

    Ob es nun WR und HC sind oder Mini- bzw. sogar negative Zinsen – mit den Sparern werden die richtigen Leute rasiert. Sparer haben wie „Investoren“ ihr Geld gegen Zins verliehen anstatt es auszugeben und damit zum Problem der Verschuldung beigetragen.

    Fokko

    • bate77 sagt:

      Tja, aber dabei bitte nicht die Exponentialfunktion des Zinseszinses vergessen, gebremst wird da nicht mehr groß, der Aufprall, weil das Schuldgeldsystem ein Haltbarkeitsdatum hat, wird UNAUSWEICHLICH folgen.

  4. stefan kienzler sagt:

    Der Mann, als Vertreter der EZB, weis eben wie der eigene Laden läuft ! Sparen und Stabilität waren Gestern ! Sparer ? War da mal was ? Die sollen nicht sparen, sondern die Baumwollfetzen raushauen, damit die Wirtschaft floriert, das ist die EZB Devise !