Merkel kritisiert EU im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit

Die EU will Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit beschleunigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel zufolge „kann kein Mensch verstehen“, warum die 6 Milliarden aus dem Programm zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit noch nicht ausgegeben wurden.

Die EU-Kommission mahnt aber weitere Anstrengungen bei dem Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit an. Aktuell sind immer noch deutlich über fünf Millionen Jugendliche in der EU arbeitslos – das entspricht einer Quote von 23,4 Prozent. Eckert drängte die EU-Länder, mit Hilfe der EU-Gelder in Höhe von gut sechs Milliarden Euro Programme umzusetzen, um die Jugendarbeitslosigkeit abzubauen. „Im Moment versuchen wir, den Turbo anzuwerfen“, sagte ein EU-Beamte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die bisherigen Ergebnisse des Programms am Freitag kritisiert: „Das kann kein Mensch verstehen“, sagte sie nach dem EU-Gipfel in Brüssel mit Verweis darauf, dass von den sechs Milliarden Euro noch nichts ausgegeben worden sei. „Ich habe immer wieder gesagt, lasst uns die sechs Milliarden ausgeben, und dann schauen wir, wo wir noch mehr Geld zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit herbekommen.“ Dass dies nicht der Fall sei, beweise, dass die EU effizienter und schneller werden müsse.

Nach Ansicht von EU-Kommissionsmitarbeiter Eckert ist es am wichtigsten, dass die Hürden in den meisten Reformländern der EU gesenkt werden, damit Jugendliche am Arbeitsmarkt bessere Chancen erhalten. Eckert verwies auf den Kündigungsschutz, durch den vielerorts ältere Arbeitnehmer gegenüber Jugendlichen besonders geschützt werden, und auf eine engere Verzahnung von Schule, Ausbildung und Arbeitsmarkt.

Die EU hatte im April eine sogenannte Jugendgarantie beschlossen (mehr hier). Sie soll sicherstellen, dass Arbeitssuchende unter 25 Jahren in der EU innerhalb von vier Monaten einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz, einen hochwertigen Weiterbildungs- oder Arbeitsplatz erhalten. Flankiert wurde dies mit den Milliardenhilfen der EU, die in diesem und im nächsten Jahr in entsprechende Programme der Mitgliedsländer fließen sollen. Beantragt sind Eckert zufolge bislang zwölf solcher Programme von Ländern – acht weitere seien „in der Pipeline“. Deutschland gehört wegen seiner vergleichsweise niedrigen Jugendarbeitslosigkeitsquote nicht zu den anspruchsberechtigten Ländern.

Spitzenreiter bei der Jugendarbeitslosigkeit sind in der EU derzeit Griechenland mit über 58 Prozent und Spanien mit knapp 55 Prozent. Deutschland lag Ende 2013 dagegen bei 7,7 Prozent.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    ES GIBT GENUG ARBEIT
    Es fehlt nur das Geld die Arbeit zu bezahlen ! Weil die Politiker ständig die Steuern erhöhen und neue Steuern, Umlagen, Beiträge……einführen.
    Es ist bereits eine Teil-Enteignung aller Vermögen geplant: „Einmalige Vermögensabgabe als Instrument zur Lösung nationaler Solvenzkrisen im bestehensden EWU-Rahmen“. Deutsche Bundesbank Jannuar 2014.

  2. Eddi sagt:

    Die Frage müsste ja eigentlich lauten: Was hat uns der Euro gebracht damit es zu solchen Symptomen kommen konnte?
    Nicht umsonst hatte jeder Staat seine Nationalen Währungen die an seine Wirtschaftsleistung angepasst waren um eben genau diese Symptome zu vermeiden.
    Der Euro hat in den letzten 10 Jahren permanent an Wert und Kaufkraft verloren da ja die sogenannte Leitwährung, der US-DOLLAR, durch das viele Gelddrucken der FED auch an Wert und Kaufkraft verloren haben. Unsere Politiker jubeln da der Euro gegenüber den Dollar bei 1,36 liegt. Das nennen die nun Stabilität.
    Man müsste sich auch mal fragen warum den so eine hohe Jugendarbeitslosigkeit herrscht. Liegt es daran das die Jugendlichen, anders wie bei uns wo sie gezwungen werden jegliche Arbeit zu jeden Preis anzunehmen, ausschlagen? Wissen die etwa was ihre Arbeitskraft wert ist? Da sollten wir aber schnell mal den Peter Harz vorbeischicken.

  3. Harbbauer sagt:

    Hört, hört, unsere Bundeskanzlerin hat eine Meinung. Leider zu einem Thema , das sie gar nichts angeht, da Deutschland von dieser Maßnahme ausgeschlossen ist. Da hat die EU so viele „schlaue“ Köpfe und keinem fällt dazu etwas ein. Schwätzen ist halt doch viel einfacher als denken.

  4. Delta120 sagt:

    Wenn keiner das Geld haben will, werden die Nebenbedingungen die den Abruf uninteressant machen, wohl verschwiegen.

  5. Falke sagt:

    Ja, die wissen nicht, was sie machen sollen. Denn wenn sie wirklich an die Ursachen der hohen Arbeitslosigkeit in den südlichen Ländern gehen wollten, müssten sie ja sofort die Eurokrise beenden: Enführung nationaler Währungen, damit die einzelen Länder abwerten und ihr Geldsystem an ihre speziellen Verhältnisse anpassen können.

    Aber die Euro-Krise ist gewollt, damit der EU-Bundesstaat als angeblich letzte Lösung bleibt. Daher wird man nur an Symptomen herummachen. Es ist unglaublich, aber wahr. Siehe: