Helmut Hirsch (WDK): Strukturelle Probleme der Krise sind nicht gelöst

Helmut Hirsch, Pressesprecher des WDK (Wirtschaftsverband der Deutschen Kautschukindustrie e.V.), hält die strukturellen Probleme der Wirtschaftskrise Europas nicht für gelöst. Im Bereich der Innovationen sind die Optimierung der Produktionsprozesse und eine Verbesserung der Ressourceneffizienz große Herausforderungen der Zukunft.

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e. V. (wdk) geht im laufende Jahr von einer soliden Konjunktur und einer Zunahme des Umsatzes in nahezu allen Produktsegmenten aus. Der Branchenumsatz, so die Erwartung, könnte gegenüber dem Vorjahr um bis zu 5 Prozent zulegen.

Deutsche Mittelstands Nachrichten:Wie schätzen Sie die konjunkturelle Lage in Deutschland für 2014 ein?

Helmut Hirsch: Für das laufende Jahr ergibt sich ein eindeutig positiveres Bild als im Vorjahr. Wesentliche Abnehmersektoren profitieren von der guten konjunkturellen Grundstimmung. Der hohe Beschäftigtenstand und die in Aussicht gestellte weitere Lockerung der Geldpolitik der EZB lassen eine weiterhin solide Konsumkonjunktur auf dem derzeit hohen Niveau erwarten.

Die Irritationen in Folge der politischen Prozesse in der Ukraine veranlassen die Unternehmen jedoch zur Zurückhaltung bei Investitionen und dem Ausbau der Geschäftsbeziehungen mit Russland und den politisch wie wirtschaftlich unmittelbar von Russland abhängigen Ländern.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Ist die Euro-Krise Ihrer Meinung nach vorüber? Wenn nein: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für den Mittelstand?

Helmut Hirsch: Die Entlassung Portugals aus dem Rettungsschirm ist zwar ein weiteres Zeichen hin zu einer Überwindung der akuten Krise der Gemeinschaftswährung, die strukturellen Probleme sind damit allerdings nicht gelöst. Die Divergenzen der beteiligten Volkswirtschaften bleiben bestehen. Mit der eingeleiteten Schwächung des Außenwertes des Euro wird zwar die Exportfähigkeit der Unternehmen gefördert, zugleich verteuert diese Maßnahme jedoch den Rohstoffimport. Das trifft insbesondere deutsche Unternehmen, was zu einer weiteren Anspannung der Kostensituation führt und den Exportvorteil relativiert.

Deutsche Mittelstands Nachrichten:Welche Innovationen werden in den kommenden Jahren für den Mittelstand besonders wichtig?

Helmut Hirsch: Neben der fortlaufenden Optimierung der Produktionsprozesse unter dem Gesichtspunkt weiterer Verbesserung der Ressourceneffizienz – Energie- wie Rohstoffeinsatz – gehört die Anpassung der Rohstoffbasis an die Anforderungen der europäischen Chemikalien-Verordnung (REACh) zu den Herausforderungen an die Innovationsfähigkeit der Unternehmen.

Deutsche Mittelstands Nachrichten:Welche Absatzmärkte sind für den Mittelstand im Moment besonders attraktiv?

Helmut Hirsch: Der deutsche Markt bleibt der wichtigste Absatzbereich. Für die qualitativ hochwertigen Erzeugnisse der deutschen Kautschukindustrie hat sich der europäische Raum als ein zunehmend attraktives Feld erwiesen. Die fortschreitende wirtschaftliche Globalisierung fördert und erfordert darüber hinaus das Engagement in den „Emerging Markets“ und erweitert die Absatz- potentiale der deutschen Hersteller von Elastomer-Erzeugnissen. Daran partizipieren die mittelständischen Unternehmen der Branche im besonderen Maße.

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