Metro verkauft Real-Märkte an türkischen Unternehmer

Real Türkei wechselt den Besitzer. Großhändler Metro verkauf seine Türkeispart an den Handelsunternehmer Begendik. Bereits 2012 wurde das Osteuropa-Geschäft verkauft. Metro will sich auf den Heimatmarkt konzentrieren und hat auch Investitionen in Millionenhöhe auf Eis gelegt.

Der Handelskonzern Metro verabschiedet sich von seinen letzten SB-Wärenhäusern im Ausland. Die Düsseldorfer verkaufen ihre Real-Märkte in der Türkei an den türkischen Handelsunternehmer Hac Duran Begendik, wie sie am Montag mitteilten. Mit dem Abschied von der internationalen Bühne kann sich Real nun auf den Heimatmarkt konzentrieren, wo die Metro-Tochter mit starker Konkurrenz und Preisdruck zu kämpfen hat.

Die zwölf SB-Warenhäuser in der Türkei setzten mit rund 1.800 Mitarbeitern im abgelaufenen Geschäftsjahr 256 Millionen Euro um und trugen damit etwa ein Viertel zum Gesamtumsatz der Gruppe bei. Übernehmen wird die Filialen nun der Unternehmer Begendik, dessen Familie in der Türkei die Supermarktkette Begendik aufgebaut hat und an 42 Standorten rund 2.700 Mitarbeiter beschäftigt. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte die Metro mit. Der Verkauf solle im Sommer abgeschlossen sein. Er müsse noch von der türkischen Wettbewerbsbehörde genehmigt werden.

Bereits 2012 hatten die Rheinländer das Osteuropageschäft für 1,1 Milliarden Euro an das französische Handelsunternehmen Auchan veräußert. Metro-Chef Olaf Koch will vorrangig das Geschäft auf dem Heimatmarkt vorantreiben, das lange unter den Nachwirkungen eines Gammelfleischskandals litt und die Renditeziele des Mutterkonzerns verfehlte. Dazu wird Real Deutschland seit Jahren umstrukturiert. Das Filialnetz wurde zusammengestrichen, das Sortiment verkleinert, Preise gesenkt und Standorte modernisiert. Real soll sich in Auswahl und Qualität der Lebensmittel abheben, das übrige Sortiment soll attraktiver werden, Ware soll online bestellt werden können.

Mit ihren Großverbrauchermärkten (Cash & Carry) und ihrer Elektronikmärkte-Tochter Media-Saturn will die Metro nach eigenen Angaben weiter in der Türkei vertreten bleiben.

Aufsehenerregend war die Ankündigung der Metro vergangene Woche, die Investitionen in den Bau sechs neuer Kraftwerke aufgrund der Unsicherheiten auf dem Energiemarkt auf Eis zu legen (mehr hier).

 

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