Bundestag erwägt Erwerb bewaffneter Drohnen

Die Bundeswehr fordert die Anschaffung bewaffneter Drohnen für den Auslandseinsatz. Die Anschaffung sein nötig, um schneller ins Gefecht eingreifen zu können. In Afghanistan nutzt die Bundeswehr bisher reine Aufklärungsdrohnen des Typs Heron, dessen Leasingverträge bald auslaufen. Der Bundestag muss entscheiden, ob bewaffnete Drohnen die Aufklärungsmodelle ersetzen sollen.

Der für die Auslandseinsätze der Bundeswehr verantwortliche General hat für die Beschaffung bewaffneter Drohnen plädiert. Diese Fluggeräte könnten unter Umständen rascher in ein Gefecht eingreifen, als es mit Hubschraubern, Kampfjets oder Artillerie zu bewerkstelligen sei, sagte der Kommandeur des Einsatzführungskommandos in Potsdam, Hans-Werner Fritz, am Montag bei der Experten-Anhörung zum Thema Drohnen im Bundestag. „Wer erlebt hat, wie sich Soldaten fühlen, die im Gefecht auf Unterstützung aus der Luft warten, der weiß, wie lange sich eine Minute anfühlen kann, in der möglicherweise der Tod eintritt“, erklärte Fritz.

Fritz hatte 2010 und 2011 den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan befehligt. In seiner Zeit am Hindukusch habe es von der Anforderung von Artillerie-Beschuss bis zum Einschlag am Ziel 16 Minuten gedauert. „Wenn ich eine Drohne drüber gehabt hätte, die bewaffnet gewesen wäre, wäre mir das lieber gewesen“, sagte der General. Zugleich wies er Mutmaßungen zurück, bewaffnete Drohnen würden die Hemmschwelle zum Einsatz von Gewalt quasi per Joystick wie in einem Computerspiel senken. „Der Bediener sieht bis zum Ende, was (am Boden beim Angriffsziel) vorgeht.“ Fritz wies darauf hin, dass ein Drohnen-Pilot die Konsequenzen seines Handelns viel näher vor Augen habe als ein Kampfpilot. Als Kommandeur des Einsatzführungskommandos ist Fritz derjenige, der bewaffnete Drohnen in einem Auslandseinsatz einsetzen würde.

Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die sich bisher nicht für oder gegen bewaffnete Drohnen ausgesprochen hat, nahm an der Anhörung teil. Es gilt als wahrscheinlich, dass sich die CDU-Politikerin in einer aktuellen Stunde des Bundestags am Donnerstag auf eine Position festlegen wird. Die SPD steht bewaffneten Drohnen skeptisch gegenüber, Linkspartei und Grüne lehnen die Systeme ab.

In Afghanistan nutzt die Bundeswehr bisher reine Aufklärungsdrohnen des Typs Heron, die nicht bewaffnet werden können. Die Armee will die Drohnen noch bis 2017 leasen und sucht eine Lösung für die Zeit danach. Zu den Optionen zählen eine weitere Verlängerung des Leasingvertrags, die Beschaffung der moderneren Drohne Heron TP oder der Kauf der US-Drohne Predator B. Sowohl Heron TP als auch Predator B können Waffen tragen.

Kommentare

Dieser Artikel hat 5 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Gustav sagt:

    Eine Armee braucht eine moderne Bewaffnung, sonst wäre es besser diese ganz abzuschaffen. Warum haben unsere linksgewendeten Politiker solche Angst vor dem Naheliegenden. Wenn es darum geht unsere Soldaten, auf Befehl fremder Mächte, in Krisengebiete zu schicken, dann haben sie doch auch keine Skrupel. Die Bundeswehr braucht Kampfdrohnen, wenn sie nicht als von der Laiens Kinderkampftruppe gelten soll.

    • Werner sagt:

      „…Die Bundeswehr braucht Kampfdrohnen,…“ Und wer garantiert uns dass die Drohnen nicht auch in die Hände der Polizei gelangen ??? ( Was die Glaubwürdigkeit von Politiker betrift würde ich mal den Maastrichter-Vertrag als Beispiel nehmen ! )

  2. Leopold sagt:

    Da sollte die Regierung erst einmal ihr Verständnis des Bundeswehr-Auftrages zur Diskussion stellen. Und demokratisch darüber abstimmen lassen. Mit dem derzeitigen Auftrag sind Drohnen unnötig! So gern die Bundeswehr neuestes „Spielzeug“ auch haben mag!

  3. sv sagt:

    Ist ja nichts neues, dass wir für die uns über kurz oder „lang“ vernichtende JWO bluten und zahlen sollen.

  4. Werner sagt:

    Wenn der Bundestag beschliesst Drohnen zu kaufen , mieten oder sonstwie auszuleihen werde ich KEINEN der Bundestag-Abgeordneten wählen oder sonstwie unterstützen !!
    Für den Rest meines Lebens !!

    Werner