GM ruft weitere 8 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurück

Drei weitere Todesfälle in Zusammenhang mit defekten Zündschlössern zwingen GM zum Handeln. Der Detroiter Autobauer ruft acht Millionen Fahrzeuge zurück in die Werkstätten. Die Zahl der Todesfälle steigt auf 16. Der US-Autohersteller gerät immer mehr unter Aufklärungsdruck.

Ein neuer Rückruf von Millionen Autos zieht General Motors (GM) tiefer in die Krise. Wegen fehlerhafter Zündschlösser beorderte die Opel-Mutter weitere 8,23 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurück. Der US-Konzern brachte diese Mängel am Montagabend mit drei Todesfällen in Verbindung. Damit sind nach GM-Angaben insgesamt 16 Menschen bei Unfällen wegen solcher oder ähnlicher Schwierigkeiten gestorben. Parlamentarier und Behörden gehen davon aus, dass die Zahl im Zuge der laufenden Ermittlungen weiter steigen wird.

Geprüft wird, ob das Unternehmen die Defekte schon lange kannte, sie aber aus Kostengründen nicht behob. Der abermalige Rückruf bestätige Befürchtungen, dass die Sicherheitsmängel viel weitreichender seien als bislang bekannt, erklärte der Vorsitzende des für die Untersuchung zuständigen Handelsausschusses im Repräsentantenhaus, Fred Upton. Nach Firmenangaben bestand auch in den jüngsten Fällen die Gefahr, dass der Zündschlüssel von selbst in die Aus-Position springt. Dadurch könnte während der Fahrt der Motor ausgehen sowie die Stromversorgung für Lenkvorrichtung, Bremsen und Airbags unterbrochen werden.

GM hat seit Anfang 2014 bereits 29 Millionen Autos zurückgerufen und damit mehr als alle US-Hersteller zusammen im vergangenen Jahr. Der finanzielle Schaden für den Konzern ist noch nicht abzuschätzen. Bislang werden die Belastungen für 2014 mit 2,5 Milliarden Dollar veranschlagt. GM hat einen Fonds zur Entschädigung der Opfer aufgelegt. Auch dieser könnte letztlich in die Milliarden gehen.

 

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Kommentare

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  1. Ogolius sagt:

    Qualität zu einem leistbaren Preis! Eigentlich ein Grundsatz für den freien Markt… Wenn man erkennt, wie das Management ständig absahnt, als wär ihr Produkt in Ordnung – in Wirklichkeit bekämen sie in der Schulbank für diese Leistungen die schlechtesten Noten. Wie überall im heutigen Gesellschaftsleben fehlt die Verhältnismäßigkeit – ob in der Wertigkeit des Produktes zur Wahrheit oder in der Frage von Leistung zum Gehalt. Geiz ist geil und die Gier unersättlich – Realitätsverweigerung latent! So kann ein wertvoller Ausgleich nicht funktionieren und wird sich schon in naher Zukunft bitter rächen. Augen auf!

  2. Rudolf Steinmetz sagt:

    Das Bienensterben bietet einen interessanten Vergleich, siehe MORE THAN HONEY: http://de.wikipedia.org/wiki/More_than_Honey DIE BIENEN STERBEN an der Gier des Menschen. Konzerne sterben an ihrer eigenen Gier, weil sie ihre Zulieferanten bis auf das Blut auspressen. In beiden fällen sägt der Mensch an dem Ast auf dem er sitzt.