Wienerberger übernimmt Ziegelfirma Tondach Gleinstätten

Mit der Übernahme der Tondach Gleinstätten erweitert der Ziegelhersteller Wienerberger sein Osteuropageschäft. Der Konzern hofft auf eine Erholung des osteuropäischen Marktes. Durch einen harten Sparkurs soll Tondach Gleinstätten wieder in die Gewinn-Zone gebracht werden.

Der weltgrößte Ziegelhersteller Wienerberger baut sein zuletzt schwächelndes Osteuropageschäft mit einer Übernahme aus. Der Konzern übernimmt für 41 Millionen Euro weitere 32 Prozent des Dachziegelanbieters Tondach Gleinstätten, wie Wienerberger in der Nacht auf Mittwoch mitteilte. Die neue Tochter, an der die Firma bislang 50 Prozent hielt, ist mit insgesamt 15 Werken in vielen Ländern Zentral- und Osteuropas vertreten. Sie soll ihre operativen Erträge unter dem Dach von Wienerberger mittelfristig um rund die Hälfte auf 35 Millionen Euro steigern.

Um das zu erreichen, hofft der Ziegelkonzern auf eine möglichst rasche Wirtschaftserholung in der Region – und damit auf bessere Geschäfte. In den vergangenen Jahren hatte die Wirtschaftskrise die Bautätigkeit in Osteuropa einbrechen lassen, was sowohl Wienerberger als auch Tondach Gleinstätten zu spüren bekamen. „Wir glauben, dass wir mittelfristig wieder deutliches Wachstum sehen werden“, sagte eine Sprecherin. Mit Hilfe des bereits bestehenden Sparprogramms solle Tondach Gleinstätten „in absehbarer Zeit“ wieder schwarze Zahlen schreiben.

Bereits im laufenden Jahr erwartet Wienerberger erste positive Effekte durch den Zukauf: Zum einen dürfte dadurch das operative Ergebnis (Ebitda) des Konzerns steigen. Wie hoch der Zuwachs ausfällt, hängt davon ab, wann die Kartellwächter grünes Licht für den Deal geben. Bisher hatte Wienerberger für 2014 ein Ebitda von rund 300 Millionen Euro prognostiziert. Für die Tochter allein erwartet der Konzern ein Ebitda von 23 Millionen Euro. Zudem geht die Firma in ihrer Bilanz von einer Aufwertung des bestehenden Tondach-Anteils aus – was sich zum Jahresende positiv im Nettogewinn spiegeln werde.

Für den Wiener Ziegelkonzern ist es die zweite größere Übernahme innerhalb von zwei Jahren: 2012 kaufte Wienerberger für 162 Millionen Euro weitere 50 Prozent am Kunststoffrohr-Anbieter Pipelife und übernahm die Firma, die bis dahin als Gemeinschaftsunternehmen mit Solvay geführt wurde, komplett. Verkäufer der Tondach-Firmenanteile sind zwei private Familienstiftungen, die sich aus dem Unternehmen zurückziehen.

Die restlichen 18 Prozent gehören Banken, die im Zuge des Eigentümerwechsels Tondach-Schulden in Firmenanteile wandeln. Ihre Anteile kann Wienerberger 2017 und 2018 ebenfalls kaufen. Finanzieren will der Konzern den Zukauf durch eigene Aktien im Wert von 23,4 Millionen Euro. Die restlichen knapp 18 Millionen Euro fließen in bar.

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