Aufträge in der deutschen Industrie brechen ein

Deutsche Industrie kämpfte im zweiten Quartal mit einem unerwartet großen Auftragsrückgang. Die Zahl der Bestellungen ging um 1,7 Prozent zurück. Ohne Großaufträge wäre Einbruch noch größer gewesen. Firmen bleiben wegen der geopolitischen Risiken in der Ukraine und im Irak zurückhaltend.

Die deutsche Industrie war im Mai beim Neugeschäft schwächer als erwartet. Die Bestellungen sanken um 1,7 Prozent zum Vormonat und damit fast doppelt so deutlich wie von Fachleuten erwartet, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet dennoch im gesamten zweiten Quartal mit einem Auftragsplus. „Gegenwärtig ist allerdings wohl aufgrund der gestiegenen geopolitischen Risiken eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten„, betonte das Ministerium.

Damit mehren sich die Zeichen, dass die Unternehmen zunehmend mit Vorsicht auf Krisen wie in der Ukraine und im Irak reagieren (mehr hier). Dies hatte jüngst auch das Ifo-Barometer für das Geschäftsklima gezeigt. Die monatlichen Auftragsdaten schwanken allerdings oft. So hatte es im April mit plus 3,4 Prozent noch den stärksten Anstieg seit Mitte 2013 gegeben.

Die gesamte Auslandsnachfrage sank um 1,2 Prozent, die Inlandsaufträge fielen um 2,5 Prozent. Die Nachfrage nach Konsumgütern sank um 1,2 Prozent. Bei den Investitionsgütern, zu denen Maschinen und Fahrzeuge gehören, gab es ein Minus von 0,7 Prozent. Am deutlichsten fiel die Nachfrage nach Vorleistungsgütern wie Chemikalien – und zwar um 3,4 Prozent. Insgesamt gab es laut Ministerium überdurchschnittlich viele Großaufträge (mehr hier). Ohne diese hätte es sogar ein Auftragsminus von 3,7 Prozent gegeben.

„Trotz aller geopolitischer Risiken werden wir im zweiten Quartal ein Auftragsplus sehen. Dies wird sich allerdings nicht so stark in den BIP-Zahlen niederschlagen, da die Firmen zuvor ihre Lager aufgebaut hatten“, sagte Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. „Es wird im zweiten Quartal wohl eine kleine Wachstumspause geben, das Bruttoinlandsprodukt dürfte um rund 0,2 Prozent zulegen. Im zweiten Halbjahr erwarten wir aber wieder ein Wachstum über dem Trend. Das Wachstum ist robust und breit angelegt. Von den Investitionen werden weiter Impulse kommen.“

 

Kommentare

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  1. Alex sagt:

    „Das Wachstum ist robust und breit angelegt. Von den Investitionen werden weiter Impulse kommen.”

    ja is klar..

    wir brauchen Wachstum dann geht`s allen gut ahahaha, und das hirn immer schön am Eingang abgeben Krüger.

  2. Didi sagt:

    also noch mehr chemtrails haben auf dem bild kein platz, oder ?

    • Michael sagt:

      Naja, m.E. gar nicht schlecht gewählt das Bild! Denn die Frage ist doch: Chemtrails – bug oder feature für die Chemieindustrie?

      Die Agrar- und Chemieindustrie ist doch komplett verwoben, man betrachte nur die Monsanto Gruppe! Die eine Abteilung stellt das (veränderte) Saatgut her, die andere Abteilung das dazu passende Herbizid… und umgekehrt! Da passen die gesprühten Nanopartikel der Chemtrails doch perfekt mit hinein…

      Daher hier eine Frage an die Redaktion: wird DWN das Thema „Chemtrails“ aufgreifen bzw. hat es das schon getan? Bei letzterem: wann war das?

      Denn einmal von meiner persönlichen (negativen) Meinung abgesehen finde ich das Thema immens wichtig zur Diskussion und vor allem der Information in der Bevölkerung! Ich selbst bin auch erst seit kurzem eher zufällig darauf gestossen! Und was das Thema in den Medien angeht, ist ja absolutes Schweigen angesagt…

      Danke für Ihre Rückmeldung!

    • Tommy Rasmussen sagt:

      Didi sagt: „also noch mehr chemtrails haben auf dem bild kein platz, oder ?“
      .
      Chemtrails sollten am Himmel kein platz haben, oder?