Produktions-Einbruch in Deutschland schwächt Wirtschaft Europas

Die deutsche Wirtschaft drosselt überraschend ihre Produktion. Im Mai gab es ein Minus von 1,8 Prozent. Damit dürfte die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal bestenfalls stagnieren. Das hat Auswirkungen auf den Rest Europas. In Spanien hat sich die Produktion ebenfalls abgeschwächt.

Die deutsche Wirtschaft schränkte ihre Produktion im Mai nicht nur den dritten Monat in Folge ein, sondern gleich so stark wie seit gut zwei Jahren nicht mehr. Industrie, Baubranche und Energie-Erzeuger senkten ihren Ausstoß zusammen um 1,8 Prozent zum Vormonat. „Die Rückgänge sind zum erheblichen Teil auf Brückentagseffekte zurückzuführen, da der 1. Mai auf einen Donnerstag fiel“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag in Berlin. Auch entwickle sich der Bau schlechter, da viele Arbeiten wegen des milden Winters vorzeitig fertig gestellt wurden.

Nach dem starken Wirtschaftwachstum von 0,8 Prozent im ersten Quartal befürchten Ökonomen nun einen Rückschlag – zumal zuvor schon Industrieaufträge und die Umsätze im Einzelhandel schrumpften (mehr hier). „Die deutsche Wirtschaft wird im zweiten Quartal wohl allenfalls stagniert haben“, sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. „Auf die Konjunkturlokomotive Deutschland sollten die anderen Euro-Länder und die EZB erst einmal nicht hoffen.“

Allerdings gehen die meisten Experten nur von einer zeitweiligen Delle aus. „Die grundsätzlich gute Verfassung der deutschen Konjunktur steht unverändert nicht infrage“, sagte DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle. „Schon das dritte Quartal dürfte wieder stark ausfallen.“ Ähnlich sieht das Berenberg-Bank-Ökonom Christian Schulz. „Kalendereffekte wie die späten Osterferien oder Brückentage haben zu Produktionspausen geführt“, sagte Schulz. „Das dürfte aber in den kommenden Monaten korrigiert werden.“

Die Industrie senkte ihre Produktion im Mai um 1,6 Prozent. Dabei meldeten die Hersteller von Vorleistungsgütern wie Chemikalien ein Minus von 3,0 Prozent, während die Konsumgüterbranche 3,5 Prozent weniger herstellte. Die Produzenten von Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen meldeten dagegen ein leichtes Wachstum von 0,3 Prozent. Die Bauproduktion schrumpfte um 4,9 Prozent. Die Energieversorger fuhren ihre Erzeugung dagegen um 1,0 Prozent hoch.

Christian Schulz von der Berenberg Bank nenn die deutsche Produktion „überraschend schwach. Ifo- und Einkaufsmagerindex hatten zwar auf eine Abschwächung im zweiten Quartal hingedeutet. Aber der Rückgang der Produktion in den vergangenen Monaten ist doch wesentlich stärker als gedacht.“

Für Andreas Scheuerle von der Dekaband „entwickelt sich das zweite Quartal zu einer Riesenenttäuschung. Der Mai brachte bislang erneut schwache Einzelhandelsumsätze, sinkende Auftragseingänge und nun auch einen merklichen Einbruch der Produktion. Auch wenn Einiges davon auf fehlende Arbeitstage wegen der Brückentage zurückgeht und nachgeholt werden wird: diese Impulse fehlen im zweiten Quartal. Die grundsätzlich gute Verfassung der deutschen Konjunktur steht aber unverändert nicht infrage.“

Mit der schwachen deutschen Leistung gerät der Wirtschaftsmotor in Europa wieder ins Stocken. Spaniens Industrie hat ihre Produktion im Mai auch weniger stark hochgefahren als erwartet. Die Betriebe stellten zwar 2,5 Prozent mehr her als vor Jahresfrist, wie das nationale Statistikamt am Montag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten jedoch mit einem Plus von 3,8 Prozent gerechnet. Bereits im April hatte es einen Anstieg von 4,1 Prozent gegeben. Spaniens Wirtschaft löst sich zunehmend aus der zweijährigen Rezession. Für 2014 erwartet die EU-Kommission erstmals wieder ein Anziehen der Konjunktur – und zwar um gut ein Prozent.

 

Mehr zum Thema

BDI warnt vor Verkaufswellen mittelständischer Betriebe

Aufträge in der deutschen Industrie brechen ein

Baustoff-Industrie fordert mehr Investitionen für Infrastruktur

Kommentare

Dieser Artikel hat 5 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Siggy sagt:

    Die halbe Welt und mehr ist Pleite. Da brauch es keinen zu Wundern das die Nachfrage immer weiter einsackt. Es können alle froh sein, dass sich bis jetzt die Räder noch einigermaßen drehten. Und was ganz neues was jeder brauch zu entwickeln, da fehlen vermutlich die Ideen oder es ist verboten – wie die freien Energien.

  2. Margrit Steer sagt:

    Das wird auch noch mehr werden.
    Merkel schafft es noch unser Land komplett vor die Wand zu fahren

  3. Gustav sagt:

    Die Sanktionen gegen Russland machen sich bemerkbar – aber nur zum Schaden der deutschen Wirtschaft.

    • Hans-Bergsteiger sagt:

      Die Hauptschuld liegt am Geldsystem: Nur die Ergokratische Wirtschaft kann uns retten.
      Bitte unbedingt lesen und verbreiten.
      Ergokratische Wirtschaft
      Graz: im November 1999, Wirtschafts- u. Finanzkompetenz in die Hände der Staatsbürger; für eine freie Wirtschaft, frei von bürokratischen Beeinflussungen und frei von gesetzlich geschützten Geld- u. Finanzmissbrauch!
      Nur mit volkswirtschaftlichen und finanzpolitischen Grundkenntnissen
      kann sich die Bevölkerung von den Irrtümern einer falschen Finanzlehre lösen!
      Die Staatsfinanzen dürfen nicht karrieresüchtigen Politikern überlassen bleiben!
      Daher sollte die Ergokratische Wirtschaftslehre des modernen Gewerberates und
      Österreichischen Volkswirtes Heinrich Färber (1864-1941) nicht länger unterdrückt,
      sondern endlich an den Grundschulen, Berufsschulen und Universitäten unterrichtet werden!
      Wenn es gelingt, zu der Fähigkeit zu warten und sich zu freuen, ferner noch die Fähigkeit zu erlernen, zuzuhören,
      hinzuhören, wenn jemand etwas Bedeutendes zu sagen hat, könnte etwas möglich werden, was die Menschheit inng ersehnt, was sie jedoch zugleich innig fürchtet: Die Neuordnung des Finanzsystems, um ein für allemal die Krisen, die Existenzängste, die Furcht vor der Zukunft, zu bannen.
      Warten können, erwarten können, sich vorzubereiten auf das Kommende und bis dahin diszipliniert die Grundlagen zu erlernen, nach welchen eine gedeihliche Wirtschaftsordnung errichtet werden kann, setzt voraus, dass man zunächst zuhö-ren kann bzw. Etwas Gelesenes versteht.
      Es ist wichtig, dessen klar zu werden, dass das intensive Lernen in politisch kritischer Umbruchszeit heilsam ist und dass anschließen die entschossene Tat folgen muss, um das um das Land und die Menschen von den Bürden einer entsetzlichen angewachsenen Finanzlast befreien zu können.
      Ganz entgegengesetzt zu dem, was die öffentliche Meinung in Leserbriefen von sich gibt, betrachtet die EPÖ (Ergokrati-sche Partei Österreichs; gegr. 1948) es als eine geradezu „göttliche“ Fügung, wenn LH Pröll in der Rage des Semme-ring-Basistunnels sich gegen die „steirischen“ Interessen durchsetzt, sich durchsetzt gegen LH Klasnic und VizeLH Schachner-Blazicek. – Es ist eine göttliche Fügung!
      Warum? – Das Tunnelbauprojekt ist eines unter vielen ande-ren Großprojekten, welches, wie die anderen Großprojekte auch, nur dazu ersonnen worden war, um alte Finanzschul-den des Bundes unter Vortäuschung der Sanierung der loka-len Wirtschaft zu tilgen, nicht jedoch, um der Volkswirtschaft zu dienen.

      Können alte Schulden getilgt werden durch Neuverschuldungen??
      Seit den Analysen des bekannten britischen Nationalökonomen, Sir Maynard Keynes (1935), ist es eine allgemeine und zugleich traurige Praxis, das alte Finanzschulden durch neu Schuldenaufnahmen getilgt werden. Deshalb können die Schulden niemals getilgt werden. Sie wachsen daher immer weiter und weiter. Sie erreichen schließlich unvorstellbare astronomische Höhen, obwohl die Wirtschaft reich, reicher denn je, ist.
      Muss aber eine Reichtumswirtschaft verschuldet sein? Ist es notwendig, dh, muss, um die „Not zu wenden“, eine Wirtschaft unbedingt eine Schuldenwirtschaft sein?
      Über eine solche Frage denkt die offizielle Schule der Nationalökonomie nicht nach. Deren Lehrbücher kennen den Begriff der „Krise“ nicht einmal! Es ist eine Tatsache, dass aus der Schuldenwirtschaft, wie wir sie haben, keine neue Schuldenaufnahme, keine erneute Ankurbe-lung der Wirtschaft und kein neues Wirtschaftsprojekt heraus führt.
      Wie also kann Österreich sich aus der seit dem Ersten Weltkrieg felssturzartig angewachsenen Schuldenknechtschaft befreien?

      Die moralische Pflicht des Vorbildes!
      Österreich kann und wird sich von der Schuldenknechtschaft befreien, es wird sich befreien müssen! Es gab und gibt kein anderes Land auf der Welt, welches dazu so gut geeignet wäre, wie Österreich. Dieses Land ist geradezu verpflichtet, der Welt beispielgebend voranzugehen. Dies soll nun begründet werden.

      Heraus aus den Zyklen der Ankurbelung der Wirtschaft!
      Zunächst wird sich Österreich trennen müssen von einer weltweit eingeübten und inzwischen zur tödlichen Falle gewordenen, zyklischer Wirtschaftsankurbelung. Wir werden uns davon trennen und wir können uns davon ohne weiteres trennen, nicht nur, weil es unsere Pflicht ist, uns von einer als irrig erkannten Idee zu befreien, sondern auch, weil dies die Voraussetzung dafür ist, das alle Weitere gelingt.
      Also müssen wir uns geradezu von dieser grauenhaften Vorstellung, die Wirtschaft gedeihe nur durch die Ankurbelung, trennen! Man bedenke, wohin ein lebender Organismus käme, wollte man ihn bei voller Gesundheit bzw. Im Besitze seiner Selbstheilungskraft einen Herzschrittmacher einpflanzen! Aber gerade das mutet eine verblendete Verwaltung seiner Wirtschaft zu!! – Also, Schluss mit der „Ankurbelung der Wirtschaft“, Schluss mit dem scheinliberalen Getue von „Sozialer Marktwirtschaft“, Schluss mit dem zerstörerischen Wirtschaftsterror!!

      Mut zum Weltpatriotismus!
      Österreich kann und muss zeigen, dass es auch zum Gegenteil dessen fähig ist, was Karl Kraus einst schrieb, nämlich, das Gegenteil einer Versuchsstation zum Weltuntergang zu sein.
      Zuversicht, echter Patriotismus und Glauben an das Gelingen sind gefragt! Diese Eigenschaften bringt Österreichs Wirtschaft mit. Wir können am Eingang zum neuen Jahrtausend das Labor für einen Neubeginn sein, eine Versuchsstation für die Weltauferstehung!
      „Liebe, Arbeit und Wissen“, schrieb Wilhelm Reich, „sind die Quellen unseres Lebens, sie werden es auch beherrschen!“ Sie werden uns dabei helfen, eine für das planetarische Gemeinwohl funktionierende Wirtschafts- u. Finanzordnung herbeizuführen.

      EU-Währungsgemeinschaft ist das Gegenteil von Weltpatriotismus.
      Ein Aufgehen der österreichischen Finanzpolitik in einer europäischen Währungsunion bedeutet die Fortsetzung eines finanzpolitischen Desasters auf größerer Ebene, wodurch die Finanzprobleme nicht gelöst, sondern bloß noch viel unübersichtlicher werden.

      Die Schulden sind die Spargelder der Landsleute.
      Der Schlüssel zur Lösung des Weltfinanzproblems liegt in jeder heimischen Wirtschaft selbst. Jede nationale Volkswirtschaft vermag ihre Finanzprobleme selbst zu ordnen. Keine internationalen Konferenzen! Diese haben noch keine nationale Not gewendet oder gelöst, wohl aber viele nationale Krisen herbeigeführt.
      Es ist allgemein bekannt, das jedes Neugeborene mit einer Schuldenlast von ca. ATS 400.000,– das Licht der Welt erblickt. Jean Jacques Rousseau schrieb: Der Mensch ist frei geboren und doch liegt er überall in Ketten! – Die Ketten waren also vor mehr als 200 Jahren dieselben wie heute. Es sind die nationalen Finanzschulden – Schulden, die es nicht gäbe, wenn sich alle Staaten aus dem mittelalterlichen Finanzsystem schon befreit hätten. Diese Befreiung steht der Welt noch bevor und diese Befreiung muss, kann und wird friedlich geschehen!
      Auch ist allgemein bekannt, dass im Schnitt jeder Erwerbstätige 0,4 Millionen ATS auf seinem Sparkonto liegen hat.
      Die Schuldentilgung wäre also sehr einfach, wären die Sparkonten nicht extrem ungleich verteilt. Doch wollen wir hier davon absehen und eine, wie gesagt, patriotische Lösung zeigen, welche allen Reichen und allen Armen gleichermaßen zugute kommt.
      Interessant an der Verschuldungsproblematik ist der Umstand, dass weder die Sparsumme von ca. 2.000 Milliarden also (2Billionen ATS), noch die Schuldensumme, welche dieselbe Größe hat, real als Geld vorhanden ist.

      Sparkonten und Schulden sind schädlich und überflüssig!
      Die Schuldensumme von insgesamt ca. 2 Billionen Schilling. – Man sieht, dass ein nationales Geldsparen dazu führt, dass die Wirtschaft unnötigerweise verschuldet, in die Schulden gestürzt wird, weil die Ausborgenden meist nicht die Sparer sind.
      Was das Geldsparen und das Kreditieren im Detail bewirkt, hat Heinrich Färber (1864 – 1941), der Doyen der modernen österreichischen Nationalökonomie, in seinen brillanten Analysen ausführlich dargelegt.

      Es gibt keine „Globalisierung“ – Ein getarnter Selbstbetrug ist es!
      Es genügt zu wissen, dass die Schulden in jedem Staate hausgemacht sind. Auch genügt es zu wissen, dass die Schulden nichts anderes sind, als legal gestohlenes Geld, mehr noch: legal gestohlenes aber nicht vorhandenes Geld, vielmehr bloß Geldforderungen, welche eben deshalb, weil das dafür erforderliche Geld nicht existiert, untilgbar sind!
      Man bedenke! Da fordert eine Sparkontenbesitzerschaft Zinsen für ein nicht vorhandenes Sparkapital!!! Und man wundere sich: da lassen sich Schaffende tatsächlich dazu herbei, Zinsen zu bezahlen, für ein in Geld gar nicht vorhandenes Sparkapital! – Dies alles schiebt die verblendete Welt auf eine nebelhafte „Globalisierung!“

      Kleingeistigkeit und „Krähwinkel“ trübten
      bisher den Blick.
      Eine verantwortungsbewusste Staatsführung, gleichgültig welcher Partei, hätte die Öffentlichkeit nach 1945 darüber aufzuklären gehabt, wohin das Geldsparen führt; dass es kein Geldsparen gibt, sondern nur ein Wegsperren des Umlaufmittels „Geld“! – Da wird etwas, was eben dazu erfunden worden war, um die Verteilung der Güter in der arbeitsteiligen Wirtschaft zu erleichtern, weggespart, „weggesperrt“ und dasselbe der Wirtschaft geliehen! Und dann ächzt die Wirtschaft unter der Schuldenlast, welche sie sich selbst auferlegt hat!

      Der monetarische Verschuldungsprozess
      der Wirtschaft.
      Monetarismus ist gesetzlich geschützter Geldmissbrauch. Mo-netarismus ist die Unkenntnis der Allgemeinheit in Finanzfragen. Wenn die Lohn- und Gehaltsbezieher monatlich nicht das ganze Geld ausgeben, sondern einen Teil des Geldes sparen oder auf dem Konto stehen lassen, dann können die Verkäufer und Produzenten nicht ganze monatlich erzeugte Produkt absetzen. Sie nehmen demzufolge nicht das ganze Geld, das sie für Löhne und Gehälter ausgegeben hatten, wieder ein.
      Wird z.B. monatlich 20% des ganzen Lohn- und Gehaltgeldes gespart, so nehmen die Produzenten nur 80% des Geldumlaufs, den sie ausgegeben haben, monatlich wieder ein. Da die Produzenten nicht leichtfertig die Produktion drosseln und die Belegschaft abbauen, müssen sie, um im folgenden Monat wieder Löhne und Gehälter bezahlen zu können, das ihnen vorenthaltene Geld bei den Banken ausborgen. Dann haben sie wieder das ganze Geld, wovon sie aber einen Teil, nämlich 20% des Geldumlaufs, schuldig bleiben. Wiederholt sich das Sparen und Kreditieren noch vier weitere Male, dann ist der ganze Geldumlauf enteignet. Er gehört dann zur Gänze den Sparern. Die Produzenten und Verkäufer haben dann kein eigenes Geld mehr, sondern nur noch Kreditgeld, dass sie den Banken, den Sparern, schulden. Wiederholt sich dieser Spar-Kreditprozess noch weitere 100 Monate, dann befinden sich die Sparer im Besitz des 20-fachen Geldumlaufs.

      Die nationale Schuldensumme wächst.
      Beträgt der Geldumlauf z.B. 160 Milliarden Geldstücke und werden also monatlich 20% des Geldumlaufs gespart und kreditiert, dann ist nach 5 Monaten alles Geld aus der Sicht der Produzenten und Verkäufer Schuldgeld geworden. Wiederholt sich dieses Sparen und Kreditieren, wie gesagt also weitere 100 Male, dann ist der 20-fache Betrag dessen, was an Geld real vorhanden ist, aufgeschriebenes Spargeld geworden, Spargeld also, das die Sparer fordern; Geld, das aber nicht vorhanden ist!! – Das ist Wucher!!

      Die Sparer „begnügen“ sich mit Zinsen!
      Da die großen Sparer ihre großen Spargeldsummen in der Regel nicht liquidieren, sondern auf den Konten stehen lassen, beheben sie dafür Zinsen. Diese werden vom vorhandenen Geld gezahlt und verringern die Geldsumme, welche der Wirtschaft zur Verfügung stehen. Damit diese Zinsen an die Sparer gezahlt werden können, verordnen die Regierungen der Staaten ihren Landsleuten „Sparpakete“ – gesetzlich geschützter Wucher mit dem nationalen Geld also!

      Der antimonetaristische Aufklärungsprozess über die Wirtschaft.
      Derzeit beträgt das in Umlauf befindliche Geldvolumen in Österreich ca. 1/7 Billion ATS. Die Sparkonten aber weisen eine Gesamtsummen von ca. 2,7 Billionen ATS aus, also das 20-fache des Geldumlaufs! Die Sparer der großen Summen leben vom Nichtstun, von den „Zinsen“. Den kleinen Sparern werden mittels der Kreditzinsen, welche die Produ-zenten auf die Warenpreise zu legen gezwungen sind, die kleinen Sparzinsgewinne geraubt. Bloß die großen Sparer profitieren vom Raub wirklich: sie erhalten die Differenz zwischen den Kredit- und Sparzinse! Die kleinen Sparer sind keine Bankbesitzer und werden es niemals sein! Daher müsste eine verantwortungsbewusste Staatsführung alles daran setzen, um den Menschen, den Schaffenden, ein Sparen des Geldes unmöglich machen! Durch das Geldsparen vergeben die kleinen Sparer den großen Spekulanten das Recht, mit ihrem erarbeitetem Geld zu wuchern. Ergebnis: Verschuldungskrise des Staates, der Volkswirtschaft und letztlich der Schaffenden.
      Eine Entschuldung der Wirtschaft und des Staates ist daher oberstes Gebot! Ohne eine gleichzeitige Finanzreform bliebe diese Maßnahme unwirksam.

      EU-Integration kein Ausweg!
      Aus Angst vor unangenehmen Konsequenzen haben sich die nationalen Politiker aller Parteien zusammengeschlossen und via Medienpolitik alle Menschen Europas belogen. Sie haben ihnen erklärt, dass eine Währungsunion die Wirtschaft ankurbeln, die Arbeitslosigkeit abbauen und die Menschen infolge einer „Flexibilisierung“ überall zu arbeiten gestatten werden. – Wir meinen, dass, solange die Verschuldungs-krisen im nationalen Rahmen nicht gelöst sind, sie im Rahmen einer EU-Integration erst recht nicht gelöst werden können.

      Zuerst Entschuldung der Nationalstaaten,
      dann Währungsunion – das ist zugleich
      die beste Sicherheitspolitik!
      Es gibt keine „nationale Sicherheit“ ohne eine vorherge-hende antimonetarische Finanzreform! Eine solche umfasst die Entschuldung der nationalen Volkswirtschaft und die gänzliche Verstaatlichung des Geld- und Geldrechnungs-wesens. Zwei Wege sind denkbar:
      a) Einmalige Vermehrung des Geldes auf das 20-fache des gegenwärtigen Geldumlaufs, Liquidierung der Sparkonten durch die Sparer selbst bei einem gleichzeitigen Verbot, Zinsen zu zahlen und Zinsen zu nehmen;
      b) Gänzliche Streichung der Spargeldkontostände, Einführung der Automatischen Geldsteuer und Auflösung des monetarischen, bürokratischen Finanzwesens. Verbot jeder weiteren Inflation.
      Innerhalb weniger Wochen würde die Wirtschaft zu blühen beginnen. Keine Krisen, keine Kriege, keine Schulden, keine Ungewissheit und keine Steuerprobleme des Staates mehr!
      Die Sparer, die ihr Geld nie gesehen hatten, weil es auf den Konten aufgeschrieben war und niemals hätten zu Gesicht be-kommen können, weil das 20-fache des realen umlaufenden Geldvolumens nie existiert hatte, würde seitens des Staates eine Entschädigung angemessener Höhe erhalten, um entschädigt zu sein.

      Entlastung aller Staatsbürger.
      Durch die Streichung der Schuldensumme – das ist eine Streichung der Spargeldkonten – kehrt Frieden in jedes Haus, beginnt eine wirkliche Prosperität der Wirtschaft und erobert wirklicher Wohlstand die Nationen. Wer wollte so grausam sein, sich selbst, wie der Welt, keinen echten Frieden gönnen?! – – Die in Geld nicht vorhandene Schuldensumme (pro Kopf 0,4 Millionen ATS) ist es, unter welcher die gegenwärtige Wirtschaft leidet, während der reale Geldumlauf pro Kopf bloß 1/20 dieses Betrages ausmacht! Hierin liegt der Baufehler der alten Finanzlehre, von welcher sich die alte Welt befreien müsste, wen sie sich im Sinne einer „Neuen Weltordnung“ „Neue Welt“ nennen wollte! Bisher hatten wir bereits eine „Neue Weltordnung“, aber noch keine „Neue Welt“!
      Das politische Vakuum kann beseitigt werden durch ein Ernstnehmen der wirtschaftlichen und finanzwissenschaftlichen Aufgabenstellungen und deren Analysen.

      Patriotische Nichtsparer
      Als Geldsparer darf man sich als Patriot fühlen, wenn man in der Lage ist, den obigen Ausführungen nicht nur Gehör zu schenken, sondern dabei ruhig und gelassen bleiben, ohne zu den Waffen zu greifen und ohne Sturm oder Amok zu laufen. Weltpatriot ist, wer den Verlust der Sparkonten zu ertragen vermag. Dieser Mut hat jedoch auch weitere gute Seiten: Es bedarf keines Triumphs seitens der finanziell benachteiligten Menschen über „die da oben“, über die „Reichen“: Schlagartig könnte die Welt erneuert werden; sie wird tatsächlich entweder schlagartig da sein – oder sie wird nicht sein! Angesichts des derzeitigen Dunkels, in welchem sich die Menschheit finanzpolitisch befindet, müssten alle zusammenhalten, müssten Arme und Reiche stark sein, ausharren, einander Mut zusprechen, die Nerven behalten; denn diese Unternehmung – die Streichung der Sparkontostände – braucht den Mut aller, sie braucht aufrichtigen Weltpatriotismus und ernsten Vorkämpfergeist für eine Welt ohne Wirtschaftskrisen und Finanzunordnung.

      Die Streichung untilgbarer Forderungen ist sachlich und moralisch richtig.
      Das Sprechen über und das Verbreiten der soeben entwickelten Analyse kann zu einer Entspannung des übergespannten Geldspar- und Zinsenforderungswahnsinns führen. Der friedliche Weg wäre, für das Spargeld keinerlei Zinsen zu erheben, das Spargeld nicht als Kredit, sondern einfach herzugeben und noch besser, es an die Wirtschaft zu verschenken! Die Wirtschaft hat ja Anspruch auf dieses von ihr im Verlauf von Jahrzehnten vorenthaltene, das ihr geraubte, Geld. – Zugleich sieht man, dass eine zur sozialistischen Kapitalismuskritik glatt entgegengesetzte Maßnahme richtig ist und ein Kampf gegen die „Kapitalisten“ ein Scheinkampf gegen ein Phantom wäre. Wer die Wirtschaft rettet, rettet auch die Schaffenden! Ein Kampf gegen den „Kapitalismus“ schützt bloß die internationalen Monetarien, führt aber zu keiner Errettung der Schaffenden: der produktiven Wirtschaft!

      Das Ende der Sparpakete.
      Weltpatriotismus bedeutet, die Sparkontostände zu streichen. Dann braucht keine Regierung mehr Sparpakete zu beschlie-ßen. Den Finanztricks ist dann der Boden entzogen.
      Es müssten allerdings weitere Maßnahmen hinzutreten, ohne welche die Wirtschaft nicht dauerhaft schuldenfrei bliebe: 1. die Automatische Steuer, 2. das Inflationsverbot, 3. der Entzug des Rechtsschutzes für Kreditgeschäfte. (Ergokratische Wirtschaft von Heinrich Färber).

      Positive Erfahrungen mit Sparkonto- streichungen liegen bereits vor!
      Sparkonten wurden schon oftmals in der Geschichte gestrichen. In Graz wurde 1919 ein Notgeld ausgegeben. 1924 machte in Graz die Rintelenbank Pleite. 1924 wurde die Schillingwährung eingeführt und es wurden 14.400 Kronen für einen Schilling eingetauscht. 1929 war das Jahr der Bankenpleite. 1931 fand in Graz ein Riesensturm auf die Kreditanstalt statt. 1938 kam das Ende des Schillings. 1941 wurde für Soldaten gespart („Eisernes Sparen“). 1945 wurde von den Russen der „Militärschilling“ herausgegeben. Ende 1945 wurde der Schilling (1 ÖS = 1 RM) wieder eingeführt. 1976 verloren durch die Pleite der ATS-Bank unzählige Steirer ihre Spareinlagen. 1995 sorgte der BHI-Skandal für einen erheblichen Verlust der Sparer.
      Dem Pleitenspiel mit dem Umlaufmittel „Geld“ steht ein Ende bevor! Die monetarische Wirtschaftsform, wie sie bis heute überall auf der Welt – auch in den Kommunistischen Ländern – etabliert war, ist ablösereif!

      Die Ergokratische Wirtschaftsordnung.
      Ergokratie – ein Begriff, der zusammengesetzt ist aus den griechischen Wörtern „Ergon“ – die Leistung, das Werk und „kratein“ – das Herrschen, bedeutet „Leistungsherrschaft“, im Unterschied zu „Demos“ – das Volk und „Demokratie“ – Volksherrschaft Wie der Name sagt, zählt in der Ergokratie bloß die eigene Leistung. Für die nicht Leistungsfähigen sorgt der Ergokratische Staat durch die automatische Steuer. Man braucht dann nicht unzählige Versicherungen und Pensionskassen. Man braucht auch kein Finanzamt. Alle die bürokratischen Einrichtungen sind Kennzeichen des Monetarismus, des gesetzlich geschützten Finanz-missbrauches und sie sind teuer, ineffektiv und zudem ungerecht.
      Durch den Übergang der monetarischen Nationalbank AG in den vollständigen Besitz des Staates und durch eine Neuformulierung des staatlichen Geldausgabestatus verändert sich der Charakter der Wirtschaft grundlegend. Die Golddeckung wird als unbrauchbar ersatzlos abgeschafft. Das Kreditwesengesetz (KWG), die Bundesabgabenordnung (BAO), das Bankwesengesetz (BWG) werden abgeschafft. Die privaten Geschäftsbanken werden von einem verstaatlichten Postscheckamt abgelöst. Das Exportförderungsgesetz (EFG) wird außer Kraft gesetzt. Die Kontrollbank AG (eine Tochtergesellschaft der Natino-nalbank AG) wird aufgelöst und das Grundkapital in die staatliche Geldzentrale einverleibt. Die regionalen Finanzämter werden geschlossen und die freigewordenen Beamten in produktive Berufe umgeschult.
      Güter, die der eigene heimische Markt produzieren kann, werden nicht importiert. Ein Außenhandel wird nur nach Maßgabe wirtschaftlicher Erfordernisse stattfinden. Damit wird der Transitverkehr auf ein Minimum reduziert.
      Die Automatische Steuer befreit das Gewerbe aus einem ungerechten Steuersystem. Steuern zahlen wird nur, wer zum Termin des regelmäßigen Geldumtausches (jedes viertel Jahr) noch Geld haben wird. Wer bis dahin das Geld ausgegeben haben wird, zahlt keine Steuern. Die Steuer trifft überhaupt nur die Geldbesitzer und diese werden Steuern leicht bezahlen können, weil sie das Geld ja besitzen.
      Da die Inflation ja staatlich verboten ist, wird es keine inflationsbedingten Preissteigerungen geben. Überhaupt wird sich die ganze Wirtschaft gedeihlich entwickeln. Man wird nicht leben, um zu arbeiten, sondern man wird arbeiten, um zu leben und sein Menschsein zu vervollkommnen!

      Keine Wirtschaftskrise, keine
      Arbeitslosigkeit.
      Das Streben nach Geldgewinn wird in der ergokratischen Wirtschaft verpönt sein. Da bei einer gestiegenen Produktion die Preise fallen, wird der Reichtum der Menschen darin liegen, gute und dauerhafte Erzeugnisse herzustellen. Ein Geldabgewinnen zum Schaden anderer Wirtschaftsteilnehmer wird sich selbst rächen, denn mehr Geld, als vorhanden ist, kann nicht verteilt werden und ein Ungleichverteilen des Geldes hätte keinen Sinn. Ergokratie ist das Gegenteil von Kommunismus, sondern freier Markt.

      Ergokratie – die Wirtschaft einer
      weltpatriotischen Menschheit!
      Es ist bloß eine Frage der Zeit, wann die Kunde von der krisenfreien Wirtschaft in den Köpfen der nachdenklicheren Wirtschaftsexperten Eingang gefunden haben wird. Vorläufig ist für die Verbreitung noch nicht ausreichend gesorgt. Darum ruft die EPÖ zur aktiven Teilnahme an der Werbungstätigkeit auf und wünscht rege Verbreitung der ergokratischen Lehre!

      Impressum: Medieninhaber und Redaktion: Ehemals die EPÖ (Ergokrat. Partei Österreichs), derzeit Dr. Karl Mocnik, A-8020 GRAZ; Neubaugasse 83

      Kopieren und verschicken Sie diese
      vier Seiten an ver-nünftige Menschen,
      binden Sie die Jugend
      in Diskussionen ein!

      Ergokratisches Manifest
      von Heinrich Färber unvollständig (letzte Bearbeitung 20.01.2013)
      Die Technik, der – fast einzige – Glanz unserer Zeit, hat ihre Erfolge erreicht durch Grundlagenforschung, durch Ablesen der Naturgesetze von den Naturer-scheinungen. Sie spricht ihre eigene Sprache, macht keine Anleihen bei anderen Gebieten. Ihr ganz allein verdanken wir unseren materiellen Wohlstand.
      Politiker, Nationalökonomen, Bankiers, Militärs haben – bestenfalls – nicht das Allergeringste dazu beigetragen. Jeder hat mehr, obwohl die Verteilung ungerechter ist, denn je – durch das Versagen der Methoden der Sozialpolitik.
      Der Wirtschaftswissenschaft fehlt jeder Glanz. Sie spricht fast nur in (schiefen) Analogien, borgt ihre Begriffe aus der Medizin und Mechanik wie z.B. Konjunkturfieber, -spritze, -bremse, anheizen, Instrumentarium, Krise, Kaufkraft, Geldumlaufgeschwindigkeit, Stagnation usw. usw.. Die eigene Sprache fehlt, weil Erkenntnisse fehlen. Meinungsdiskrepanzen füllen ganze Bibliotheken. Das führt oft zu dem Trugschluss, es sei eine äußerst komplizierte “Materie”. Eine “Materie” die wir selber gemacht haben und nun ansehen wie ein Stück Natur und nach den Gesetzen suchen, statt unseres falschen Denkens als Ursache zu erkennen! Entsprechend sieht die Praxis aus in Ost und West; vom fast täglichen über schreiende Ungerechtigkeit bis zu Wirtschaftskriegen. Nur Ideologie-blinde finden das notwendig. Heinrich Färber als einziger erkennt, dass die gegebene Arbeitsteilung zwangsläufige, axiomatische, objektive Rechtsfolgen hat. Seine drei Axiome ordnen die Arbeits-welt zwanglos – selbstverständlich. Lange hat es gedauert bis diese Erkenntnisse aufstrahlten; moralische Genies sind selten. Ohne Genies keine neuen Erkenntnisstufen, trotz des besten Willens intelligenter Arbeitsteams. Wenn wir nicht wie bisher, sondern menschenwürdig zusammenleben wollen, national und global, werden wir diese Axiome durchsetzen müssen. Überlegen wir doch mal, wie viel engstirniger Egoismus und verkrampfter Machtwille wir durchgesetzt haben und täglich durchsetzen – unter scheinheiliger Deklarierung, ohne Volksbefragung. Bis vor kurzem konnte man sich überdies in Logen, noch hinter der Anonymität unsichtbar machen, verbergen; jetzt geht das nicht mehr (Die Insider uva.)! Mit Färbers Axiomen, Geldsteuer, Geldumtausch, Bodenre-form haben wir es in der Hand, die Verteilungsfragen leistungsgerecht zu lösen, Gerechtigkeit herzustellen und zu erhalten, ohne Blutvergießen. Wie aus den Ergebnissen von Mathematik, Physik und Chemie, die Wunderwerke der Technik entstehen und zu immer vollkommeneren Ausdrucksformen drängen, so ergeben sich aus den neu entdeckten Erkenntnissen der Volkswirtschaftswissenschaft die Bausteine und Bauregeln für geordnetes Wirtschaftsleben. Und wie jene Wunderwerke aus einer immer vollkommeneren Wissenschaftserkenntnis heraus geboren und zu höheren Formen entwickelt wurden, so werden zufolge der natürlichen Wirtschaftsgesetze, bessere und geordnete Wirtschaftsgebilde entstehen. Auch die Weiter- und Höherentwicklung der Nationalökonomie kann nur durch das Auffinden tieferer Ordnungszusammenhänge erreicht werden. Die Reichen unserer Zeit sollten sich überlegen, ob Reichtum nicht auch verpflichtet zu helfen, Gerechtigkeit durchzusetzen, um unsere unmoralische Geldwirtschaft zu überwinden. Zum – auch eigenen Wohl auf weitere Sicht. Die geistige Leistung hat Färber vollbracht, dank ihm kön-nen wir Gerechtigkeit exakt denken. Die moralische Leistung der Verwirklichung ist unsere Aufgabe!
      “Geben Sie mir das Recht, das Geld einer Nation zu emittieren und es interessiert mich nicht mehr, wer die übrigen Gesetze macht und wie sie aussehen.” Amschel Mayer Rothschild
      “Das Streben nach Sozialismus ist das tiefe Bedürfnis nach Gerechtigkeit”
      Karl Marx
      “Keine Sache, die nicht geregelt ist, ist wirklich geregelt.”
      Plato
      Wie entsteht Arbeitslosigkeit?
      Die Gelehrten und die Politiker sagen es, und du glaubst es zu verstehen, was sie reden: „Überpro-duktion“ heißt die Theorie. Was bedeutet sie? Sie bedeutet, dass die Arbeiter zu viel Produkte ge-schaffen hätten. Haben sie aber zu viel? Haben die Arbeitslosen zu viel Produkte?
      Von den vielen Produkten also, die die Arbeiter geschaffen, haben viele Arbeiter wenig, andere nichts und jemand hat zu viel! Zum Schaden kommt der Spott! Die welche nichts haben dürfen spazieren gehen.
      Dein Arbeitsprodukt schaffender gehört also nicht dir! Du bist leibeigen! Wer der Eigner ist, ist eine später zu prüfende Frage. So lange die Eigner deine Arbeit benötigen, geben sie dir Arbeit! Und sie geben dir Brot! Was gibst du ihnen?
      Wenn du viel Arbeit gibst, haben die Eigner zu viel Brot, sie wollen nicht mehr Arbeitsgeber sein! Sie geben dich frei. Nicht aber bist du frei, für dich zu arbeiten, und nicht geben sie dir das Brot, das du geschaffen und sie nicht gebrauchen. Du kannst frei verhungern!
      Das heißt in dem Wirtschaftssystem, in dem du jetzt lebst, „Überproduktion“! Das ist in diesem System „Arbeitslosigkeit“!
      Wie ist es in einem Bienenstaat?
      Auch die Bienen werden der Freiheit beraubt. Auch sie bekommen einen „Arbeitgeber“. Er baut ihnen Häuser, wo sie für ihn arbeiten; und er füttert sie mit ihrem Honig! Doch die Freiheit, zu arbeiten, lassen sich die Tierchen nicht rauben!
      Eine Überproduktion führt da nicht zur Arbeitslosigkeit, noch zu Brotlosigkeit. Wird den Bienen nicht genügend Nahrung, nicht genügend Honig gelassen, so schwärmen sie aus und pfeifen auf die Arbeitgeberei und die Arbeitsbeschaffung. Sie verlassen Haus und Hof, das niemals ihr eigen war, und wählen nach dem Selbstbestimmungsrecht des Volkes eine andere Heimat, wo sie für sich arbeiten.
      Auch die Schwalben wählen ihre Heimat dort, wo ihnen die Natur Freiheit und Lebensbedingungen gewährt, ohne Reisepässe und Einreisebewilligungen.
      Auch du Mensch, bist Luftsegler geworden; die Luft hast du erobert, nicht aber die Freiheit, die nur vernünftigen Wesen kommt!
      Die marxistische Lehre
      Der Unternehmer, sagt die marxistische Lehre, sei der Enteigner. Ist die Unternehmerschaft aber nicht über und über verschuldet? Wer ist nun enteignet; der Gläubiger oder der Schuldner? Wem gehört das enteignete Geld: dem Schuldner oder dem Gläubiger? Die Frage, wer der Gläubiger ist, lassen wir noch dahingestellt sein.
      Zwei bekannte Rezepte gegen Arbeitslosigkeit
      1. Arbeitslosenunterstützung, 2. unproduktive Beschäftigung der Arbeitslosen. Inwiefern ist das zweite Rezept anders als das erste? Ist es zweckmäßiger Leute zu füttern für Müßiggang, als sie zu füttern in Müßiggang? Inwiefern ist die so genannte „Arbeitsbeschaffung“ anders als die Arbeitslosenunterstützung?
      Ja sagen gewisse Leute, Müßiggang demoralisiert. Sind gewisse Leute aber demoralisiert, weil sie müßig gehen, oder gehen sie müßig, weil sie demoralisiert sind und andere für sich arbeiten lassen?
      Wenn es aber unrecht ist, dass sich gewisse Leute Brot im Überfluss aneignen, während die das Brot Schaffenden teils knapp bedacht werden und teils überhaupt keines erhalten, so ist es mora-lische Pflicht, Löhne und Gehälter aufzubessern und die Arbeitslosen ausgiebig zu unterstützen, bis der Überfluss aufgeteilt ist; eine müßige Arbeitsbeschaffung ist demoralisierend.
      Kürzung der Arbeitszeit
      Kürzung der Arbeitszeit ist ein drittes Rezept der alten Schule. Alle diese Rezepte müssen versagen, denn die Diagnose ist falsch.
      Die richtige Diagnose
      Nicht die Arbeitslosigkeit, sondern die Brotlosigkeit einerseits und Brotüberfluss andererseits, das ist die ungerechte Verteilung des Produktes, ist die Krankheit und dagegen helfen die genannten Rezepte nicht.
      Die richtige Therapie
      Nichts, als die gerechte Verteilung des Produktes (das heißt Ergokratie) nichts, als eine Aufteilung des Überflusses der übersatten, der Enteigner, kann das richtige Heilverfahren sein. Wer hätte dadurch einen Nachteil? Es wäre ja nur ein Angeblicher Überfluss, das heißt etwas sonst wertloses, aufgeteilt!
      Auf die Frage, ob in einer Wirtschaft mit einem privaten Unternehmertum eine Verteilung des Produktes möglich sei, ist zu antworten: Wenn es in einer solchen Wirtschaft möglich ist, Arbeit zu beschaffen, die Arbeitszeit zu kürzen und die Arbeitslosen zu unterstützen, müsste es auch möglich sein, den Überfluss der Enteigner aufzuteilen.
      Ob in einer solchen Wirtschaft eine gerechte Verteilung, das ist eine nach Maßgabe der Leistung, möglich sei, wäre eine verfrühte Frage. Erst wollen wir wissen, was die wahre Ursache der Arbeitslosigkeit ist.
      Überproduktion ist nicht die wahre Ursache der Arbeitslosigkeit
      In Österreich war 1919 bis November 1921 eine Fülle von Lebensgütern aller Art vorhanden und dennoch gab es keine Arbeitslosen! Alles, sagte ein gewisser Dr. Rosenberg, der offizielle Berater des damaligen Finanzministers Dr. Gürtler – alles sei in Hülle und Fülle vorhanden, sogar Devisen und Valuten, nur die Währung sei krank. – Und in der Tat, Handel und Gewerbe blühten, während die Banken eine nach der anderen verschwanden. Die Banklokalitäten wurden zu Kaffeehäusern verwandelt.
      Ob zwischen dem Kranksein der Währung und dem Verschwinden der Banken einerseits und dem Blühen der Wirtschaft andererseits ein ursächlicher Zusammenhang besteht ist eine Frage, die ein besonderes Kapitel bildet, wohin noch andere Fragen gehören, die diesen Gegenstand betreffen. Hier sei nur die Tatsache vermerkt, dass mit der so genannten Sanierung der Währung unter dem Bundeskanzler Dr. Seipel die Wirtschaftskrise in Österreich begann. Es verschwanden die Kaf-feehäuser und die Lokalitäten wurden wieder in Bankhäuser verwandelt. Registriert sei ferner die Tatsache, dass Dr. Seipel von den Ergokraten gewarnt worden war. Sie sagten ihm in Wort und Schrift, dass man nicht zugleich Priester Gottes und Priester Mammons sein könne, und dass seine Sanierung den Untergang seiner Partei einleiten und dem christlichen Glauben Abbruch tun würde, welche Prophezeiung in Erfüllung gegangen ist. Kurz, die Tatsache, dass in Österreich trotz der vorhanden gewesenen Fülle von Gütern aller Art keine Arbeitslosigkeit entstand, wie die Tatsache, dass im deutschen Reich, trotzdem die Lebensmittelproduktion angeblich knapp war, eine Arbeits-losigkeit vorhanden war, beweist, dass nicht Überproduktion die Ursache von Arbeitslosigkeit ist.
      Gibt es überhaupt eine Überproduktion?
      Ist es war, dass die Menschen nicht mehr als sie haben, haben möchten? Gewiss: mehr essen als der Magen verträgt ist ungesund; aber mehr Kleider, mehr Wohnräume und Luxusgüter aller Art kann man haben. Wie erklärst du dir nun einen Überfluss an Arbeitkräften, da es keinen Überfluss an Arbeitsproduktion gibt?
      Die wahre Ursache des wirklichen Elends: Die wahre Ursache der Arbeitslosigkeit wie der ganzen wirtschaftlichen Misere ist das herrschende Spar- und Kreditsystem.
      Das Sparsystem
      Es gibt einen Artikel, ohne welchen die Gemeinwirtschaft nicht arbeiten kann. Wenn sich nun jemand diesen Artikel aneignet, bringt er die Wirtschaft zum Stocken. Dieser Artikel heißt “Geld”. Wer sich Geld aneignet, das heißt, wer das Geld, das er von der Wirtschaft auf irgendeine Weise bekommt, ihr nicht zurückgibt, das heißt, dafür nicht einkauft, sondern es für lange Zeit, dauernd, spart, bringt die Wirtschaft ins stocken.
      Merke wohl
      Die Rede ist jetzt nicht von einem Sparen überhaupt, sondern nur von einem Geld sparen. Von einem anderem, unschädlichen Sparen soll später die Rede sein. Die Rede ist auch nicht von einem kurze Zeit anhaltenden Sparen, sondern von einem dauernden Sparen des Geldes. Später wird auch davon die Rede sein, ob nicht die großen Sparer die kleinen verschlucken. Zunächst also wollen wir nur feststellen, dass ein Sparen des Geldes die Wirtschaft ins Stocken bringt. Du begreifst es nicht, weil deine Apostel es dir nie gesagt haben. Du magst es nicht glauben weil du Geld sparen möchtest. Sieh aber einmal her! Du bekommst von der Wirtschaft Geld als Lohn oder Gehalt. Du kaufst damit ein; aber der Verkäufer gibt es nicht aus, er spart es. Glaubst du, dass dir dieses Geld wieder als Lohn und Gehalt gegeben werden kann? Dieses Geld welches der Geldhamster festhält! Glaubst du nicht, dass der Geldhamster dir und den übrigen Lohn- und Gehaltsbeziehern eure Bezüge geraubt hat?
      Ein anderer Fall: Du selbst sparst dein Lohn und Gehaltgeld. – Glaubst du, dass dann die Unternehmerschaft, von der du ja das Gehalt bezogen hast, ebensoviel Geld wie vordem als Lohn und Gehalt auszugeben vermag? Glaubst du nicht, dass du deine Arbeitsgenossen beraubt hast? Nein, du glaubst es nicht. Du meinst vielmehr, dass das Geld eine Art Naturprodukt sei. Es werde geerntet und damit Lohn bezahlt; es werde gespart und Lohn und Gehalt werden dann von der neuen Ernte gezahlt! – Es sei dir daher gesagt, wie Geld zur Welt kommt: Geld wird nur von der Notenbank erzeugt. Dieses Geld wird der Unternehmerschaft geborgt. Anderes Geld gibt es nicht!
      Dieses Geld gibt die Unternehmerschaft für Lohn, Gehalt und Steuern aus.
      Wenn die Lohn- und Gehaltsbezieher das Geld hamstern, kann kein zweites Mal Lohn und Gehalt bezahlt werden. Wenn du einen Teil dieses Geldes hamsterst, so ist es nicht möglich, ein zweites Mal ebensoviel Geld wie vorher für Lohn und Gehalt auszugeben. Es ist also klar, dass, wer für sein Lohngeld nicht einkauft, die Arbeitsgenossenschaft schädigt. Die Geldsparer berauben den Arbeiter wie den Unternehmer. Dass sie den Arbeiter, wurde schon bewiesen; dass sie auch den Unternehmer berauben, ist klar, wenn man weiß, dass das Geld, welches sie sich aneignen, sparen, kein anders ist als welches der Unternehmer an die Notenbank schuldet.
      Verkehrtheit der marxistischen „Mehrwertlehre“
      Diese Lehre behauptet, dass die Unternehmer auf dem Warenmarkte mehr Geld einnehme, als sie für Löhne und Gehälter ausgegeben hat und dieses „Mehrgeld“ mit den Geldverleihern teile.
      Auf dem Warenmarkte also, sagt Marx, finde die Ausbeutung des Arbeiters statt; die Unternehmer seine die Ausbeuter, die Profitmacher, die Kapitalisten.
      Diese Lehre leuchtet dir ein, weil du von derselben Tatsache ausgehst, von der auch Marx ausging, aus welcher die Richtung seiner Lehre zu folgern scheint. Sie scheint daraus zu folgern; sie folgt daraus aber nicht, wenn man sich die Tatsache richtig erklärt, wie wir bald sehen werden.
      Eine andere Tatsache, die jener Lehre widerspricht, ziehst du ebenso wenig in Betracht, wie Marx es tat, die Tatsache nämlich, dass die Unternehmerschaft mehr Geld, als überhaupt vorhanden ist schulde. In den USA zum Beispiel betrug 1932 der Geldumlauf rund 4 Milliarden, während die Schuld der Unternehmerschaft 237 Milliarden Dollar betrug. Diese Tatsache beweist, dass die Unternehmerschaft kein Geld gewinnt, sondern im Gegenteil das entlehnte Geld verliert. Erzähle mir nicht, dass die Unternehmerschaft Fabriken und Maschinen besitze, die einen großen Wert haben, denn hier ist die Rede nicht von Fabriken und Maschinen, sondern von einem großen Geldgewinn, beziehungsweise Geldverlust. Überdies musst du erst sagen, was du unter Wert der Fabriken und Maschinen verstehst. Verstehst du darunter etwas anderes, als dass man die Fabriken und die Maschinen für Geld verkaufen kann? Wenn du aber dies darunter verstehst, so möchte ich dir die Fabriken und Maschinen und obendrein das ganze vorhandene Geld (die 4 Milliarden) geben und dich auffordern, die Maschinen und Fabriken zu verkaufen und die Schulden der Unternehmer-schaft (237 Milliarden) zu bezahlen, und von dem Gelde das dir dann verbleibt, den angeblichen Gewinn der Unternehmer ihnen auszuzahlen!
      Was sehen wir nun –? Wir sehen folgendes: Es ist wohl denkbar, dass ein Unternehmer seine Fabrik verkauft und sich aus der Patsche zieht; dann aber sitzt der andere Unternehmer, der die Fabrik gekauft hat, in den Schulden drin.
      Undenkbar ist es, dass die Gesamtheit der Unternehmer, während sie einerseits mehr Geld, als vorhanden ist, schuldet, andererseits Geld gewonnen habe.
      Die marxistische Lehre ist aber an sich schon eine Ungewöhnlichkeit. Diese Lehre behauptet, dass am Warenmarkt Geld gewonnen werde, und dass die Unternehmer und Geldverleiher die Gewinner seien. – Welche aber sind die Verlierende?
      Wen findet man noch auf dem Warenmarkte, außer den Unternehmern und den Geldverleihern, die nach jener Lehre die Gewinner sind?
      Außer diesen Gewinnern findet man am Warenmarkte nur noch die Lohn- und Gehaltbezieher, sofern sie keine Geldverleiher sind. – Woher aber haben sie das Geld, das sie verlieren? Welches Geld können diese Lohn- und Gehaltbezieher haben außer dem, welches sie von den Unternehmern bezogen haben? Welches andere Geld können sie also verlieren?
      Wenn aber Lohn und Gehaltbezieher die Verlierenden sind und kein anderes Geld zum verlieren haben, als welches sie von den Gewinnern bezogen haben, so können die Gewinner kein anderes Geld gewinnen, als welches sie an die Verlierenden ausgeben, an sie verloren haben. Folglich gibt es da weder Gewinn noch Verlust, und die „Mehrgeldlehre“ ist dann barer Unsinn. Die Tatsache, aus welcher du diesen Unsinn folgerst ist folgende: Der Unternehmer fordert für sein Produkt wirklich mehr Geld als er für Lohn, Gehalt und Steuern ausgegeben hat; und er bekommt dieses Mehrgeld auch wirklich. Du bist leichtfertig genug zu glauben, dass dieses Mehrgeld von den Lohn und Gehaltbeziehern komme, was, wie schon gesagt, unmöglich ist.
      Wenn man nicht kurzsichtig ist, so sieht man, dass das Mehrgeld, welches ein Unternehmer einnimmt, eben das Geld ist, für welches ein zweiter Unternehmer beim ersten einkauft und das Mehrgeld, welches ein zweiter Unternehmer einnimmt , ist kein anderes, als für welches der erste Unternehmer oder ein dritter beim ersten einkauft usw..
      Dann sieht man auch, dass, wenn jeder Unternehmer für das Mehrgeld, das er so einnimmt – einkauft, kein Unternehmer Geld gewinnt, noch verliert. Nur also in dem Falle, wenn ein Unternehmer für das Geld, das das er so einnimmt, nicht einkauft, sondern es spart, gewinnt er dieses Geld, und ein anderer Unternehmer oder alles anderen verlieren es. Kurz, man gewinnt Geld nicht, weil man Unternehmer ist, sondern nur wenn und weil man Geld spart, einerlei ob man sonst Unternehmer oder Lohn und Gehaltbezieher ist.
      Der richtige Begriff von „Kapitalismus“
      Geld sparen, Geld gewinnen und „Kapitalismus“ ist ein Begriff. Ein Geldsparsystem ist ein kapitalistisches System. Es ist gleichgültig ob der Geldsparer sonst Unternehmer oder Lohn und Gehaltbezieher ist. Er ist Kapitalist, ein Ausbeuter, ein Verderber. Der Geld sparende Unternehmer gewinnt sein Geld auf dem Warenmarkt; und unmittelbar geschädigt ist ein anderer Unternehmer oder alle anderen die dieses Geld verlieren. Mittelbar sind auch die Lohn- und Gehaltbezieher benachteiligt. Denn wenn die Unternehmer das Geld verlieren, können sie es nicht für Lohn und Gehalt ausgeben. Der Lohn- und Gehaltbezieher gewinnt sein Geld in der Werkstatt oder im Büro, unmittelbar geschädigt sind wieder die Unternehmer die dieses Geld verlieren. Mittelbar kommen auch die übrigen Lohn- und Gehaltbezieher zum Handkuss.
      Kapitalsmangel
      Man glaubt allgemein, dass durch irgendeine natürliche Ursache eine Geldknappheit entstehe, und dass man daher mehr geborgtes Geld benötige. – Das ist eine grundlose, falsche Meinung. Wenn kein Geld gespart wird, gibt es keine Geldknappheit. Wird das Geld aber gespart, so ist der dadurch entstehenden Geldknappheit nicht abzuhelfen möglich. Es ist den Unternehmern vollkommen gleichgültig, ob sie mehr oder weniger Geld geborgt nehmen und dementsprechend mehr oder weniger Geld für die Produkte ausgeben und für das Produkt zurückbekommen. In keinem Falle können sie mehr Geld als sie ausgegeben haben , mehr als das Produkt kostet, mehr als sie schuldig sind, mehr als vorhanden ist, einnehmen. In keinem Falle können sie Geld gewinnen. Auch den Konsumenten ist es gleichgültig, ob sie mehr oder weniger Geld von den Unternehmen beziehen. In beiden Fällen geben sie das ganze Geld, das sie beziehen, zurück. Ein Kapitalsmangel erscheint. Den Unternehmern, die das Geld, das sie ausgegeben haben, nicht zurück bekommen, fehlt das Geld, das sie schulden; fehlt auch das Geld zum Lohn-, Gehalt- und Steuerzahlen. – und diesem Kapitalsmangel ist nicht anders abzuhelfen möglich, als indem die Sparer gezwungen werden, für das gesparte Geld einzukaufen.
      Das Kreditsystem
      Was bleibt der Unternehmerschaft, die das Geld, das sie ausgegeben hat, nicht zurückbekommt, anderes übrig als Löhne und Gehälter zu kürzen, oder Arbeiter und Angestellte zu entlassen? Bei einem fortgesetzten Sparen des Geldes, müssten also Löhne und Gehälter fortgesetzt bis auf Null gekürzt oder sämtlicher Arbeiter und Angestellte entlassen werden; und die Sparer könnten dann das gesparte Geld essen. Da besinnt sich der Kapitalist auf seine göttliche Mission, ein Retter der Wirtschaft zu sein; er wird Kreditgeber. Er betritt den „Kapitalsmarkt“, um dem „Kapitalsmangel“ abzuhelfen. Er legt das ersparte Geld in einer Bank an. – Nicht der Bankmann, sondern der Einleger ist der Kapitalist! In seinem Auftrage handelt die Bank. Die Bank borgt das eingelegte Geld den Unternehmern – das ihnen geraubte Geld! Dasselbe Geld, welches sie der Notenbank schulden!
      Nun schulden die Unternehmer dasselbe Geld auch den Sparern, den Kapitalisten! Der Notenbank schulden die Unternehmer das ganze vorhandene Geld. Welches Geld schulden sie nun den Kapitalisten? – Das nicht vorhandene! So wird dem Kapitalmangel durch Kredit abgeholfen: Das Geld zu Bezahlung der Schuld ist nicht vorhanden! Nun wird neuerdings gespart, und zwar vorhandenes Geld. So entsteht ein neuer Kapitalmangel, dem wieder durch Kredit abgeholfen wird! Gibt es etwas noch Verrückteres als das?
      Wucher-Tabus
      So wachsen die Schulden der Unternehmer; und das den Schulden entsprechende Geld ist nicht vorhanden! Das nicht vorhandene Geld vermehrt sich, nicht aber das vorhandene! Das ist es, was die heilige Schrift „Tabus“ nennt: Eine unzüchtige, unnatürliche Vermehrung! Das geschieht, wie du siehst, auch ohne den Zins. Die Meinung, dass die Zinsen den Wucher und dass der Kredit ohne Zins oder mit kleinen Zinsen kein Wucher sei – diese Meinung ist, wie du jetzt wohl siehst, irrig.
      Der Zins
      Zins, sagt die alte Schule, sei eine gerechte Belohnung, die dem Sparer und Kreditgeber dafür gebührt, dass er dem Kapitalsmangel abhelfe. Zins wird selbstverständlich vom vorhandenen Geld gezahlt. Es kann daher auch das Zinsgeld gespart werden; und dem Kapitalsmangel, der dadurch entsteht, wird wieder nachgeholfen, indem das Zinsgeld geborgt und so das nicht vorhandene Geld vermehrt wird. Auch für das Verborgen des Zinsgeldes gebührt dem Kreditgeber natürlich eine angemessene Belohnung. Zins, Zins vom Zins, – Zinseszins! Kultur – Aufbau des Wuchers!

      Das Wesen und die richtige Funktion des Geldes
      Geld ist keine Eigenwert habende Sache. Wenn nichts da ist, das man fürs Geld kaufen kann, hat Geld keinen Wert. Geld ist also wesentlich ein Bezugsschein auf Produkte der Volkswirtschaft. Zum Bezuge von Produkten der Volkswirtschaft berechtigt wird man durch eine Leistung an die Volkswirtschaft. Gegen eine solche Leistung erhält der Leistende Geld, das sowohl eine Beschei-nigung seiner Leistung, als auch einen Bezugsschein auf Produkte der Volkswirtschaft darstellt. Die Leistenden erhalten die Leistungsscheine teils von der Unternehmerschaft und teils von der Staats-verwaltung. Die Unternehmerschaft gibt Leistungsscheine ihren Arbeitern und Angestellten, und sie verteilt sie gewiss nach der Maßgabe der Leistung; das heißt, sie gibt gewiss einem, der mehr leistet, mehr Leistungsscheine, als einem der weniger leistet. Die Staatsverwaltung gibt Leistungs-scheine ihren Beamten und Bediensteten. Auch da wollen wir annehmen, dass die Verteilung nach Maßgabe der Leistung erfolgt.
      Unter der Voraussetzung, dass ein Sparen des Geldes unmöglich gemacht wird, wird das ganze vor-handene Geld für Leistungen ausgegeben. Nun besitzen die Konsumenten das ganze Wirtschafts-geld, die ganzen Leistungs- und Anteilscheine, mittels derer sie das volkswirtschaftliche Produkt beziehen, kaufen. Sie geben unter der genannten Vorraussetzung das ganze Geld für Waren aus. Die Konsumenten, die Käufer, verteilen nun die ganzen Leistungsscheine unter die Unternehmer, unter die Verkäufer. Auch da erfolgt die Verteilung gewiss nach Maßgabe der Leistung. Wer fürs Geld mehr bietet, bekommt mehr Geld. Die Verkäufer ihrerseits, vorausgesetzt, dass ein Verborgen von Waren unmöglich gemacht wird, verteilen das ganze Produkt unter die Käufer, und auch diese Ver-teilung erfolgt gewiss nach der Maßgabe der Leistung, das ist nach Maßgabe der Leistungs- und Bezugsscheine; wer mehr Leistungsscheine hat, bekommt mehr Ware.
      Unmöglichkeit von Absatzstockung und Arbeitslosigkeit
      Glaubst du, dass unter der genannten Voraussetzung so etwas wie „Absatzstockung“ möglich sei? Glaubst du, dass die Konsumenten, die Käufer, zwar das ganze Geld hergeben, dafür aber nicht das ganze Produkt bekommen wollen?? Glaubst du das die Unternehmerschaft zwar das ganze Geld hergibt, dafür aber nicht alle möglichen Leistungen haben möchte? Undenkbar ist es, dass die Gesamtheit der Unternehmer, während sie einerseits mehr Geld, als vorhanden ist, schuldet, andererseits Geld gewonnen habe. Die marxistische Lehre ist aber an sich schon eine Unmöglich-keit. Diese Lehre behauptet, dass am Warenmarkt Geld gewonnen werde, und dass die Unternehmer und die Geldverleiher die Gewinner seien. – Welche aber sind die Verlierenden? Wen findet man sonst auf dem Warenmarkte, außer den Unternehmern und den Geldverleihern, die nach der Lehre die Gewinner sind? Außer diesen Gewinnern findet man am Warenmarkt nur noch die Lohn- und Gehaltbezieher, sofern sie keine Geldverleiher sind. Diese Lohn- und Gehaltbezieher müssten nach jener Lehre die Verlierenden sein. – Woher aber, fragen wir, haben sie das Geld, das sie verlieren? Welches Geld können diese Lohn und Gehaltbezieher haben außer dem, welches sie von den Unternehmern bezogen haben? Welches andere Geld können sie verlieren? Wenn aber Lohn- und Gehaltsbezieher die Verlierenden sind und kein anderes Geld zum verlieren haben, als welches sie von den Gewinnern bezogen haben, so können die Gewinner kein anders Geld ausgeben, als welches sie an die Verlierenden ausgeben, an sie verloren haben. Folglich gibt es da weder Gewinn noch Verlust, und die „Mehrgeldlehre“ ist dann barer Unsinn. Die Tatsache aus welcher du diesen Unsinn folgerst, ist folgende:
      Die Preisfrage
      Du redest von Preisen, du denkst in Preisen, du spekulierst mit Preisen. Was verstehst du davon? Kannst du mir sagen, welches Preisniveau richtig ist, das heißt, was das ganze volkswirtschaftliche Produkt richtig kosten soll? Wenn du das nicht weißt, so sind deine übrigen Vorstellungen vom Preis nicht interessant. Erledigen wir also zunächst diese Frage: wie viel Geld soll das ganze volkswirtschaftliche Produkt kosten? Soll die Verkäuferschaft für das ganze Produkt mehr Geld als die Käuferschaft besitzt, erhalten? – Nein! Das ist unmöglich. Soll die Käuferschaft weniger Geld als sie besitzt, für das ganze Produkt zahlen? – Das möchtest du vielleicht; aber richtig wäre dieser Preis nicht. Wir wissen ja bereits, es kein anderes Geld gibt, als welches die Unternehmerschaft, die Produzentenschaft, an die Notenbank schuldet, folglich hat die Käuferschaft kein anderes Geld, als welches die Verkäuferschaft für die Herstellung des Produktes ausgegeben hat, kein anderes, als welches die Käuferschaft von der Verkäuferschaft erhalten hat. Mithin müssten die Unternehmer zugrunde gehen, wenn sie für das Produkt nicht das ganze Geld, welches die Käufer besitzen, als Preis des Produktes erhalten.
      Nun ist es klar, wie das Preisniveau richtig sein soll: Das ganze Produkt soll für das vorhandene Geld verkauft, das ganze vorhandene Geld soll für das Produkt bezahlt werden. Wenn nun Ware verborgt wird, so bekommen die Käufer für ihr ganzes Geld nicht das ganze Produkt; folglich ist as Preisniveau unrichtig; und das Verborgen von Ware ist eine wucherische Spekulation auf einen unmöglichen Preis, eine Spekulation darauf, mehr Geld als vorhanden ist, zu bekommen. Was unmöglich ist. Desgleichen ist das Preisniveau unrichtig, wenn Geld gespart wird. Eine verderbliche Spekulation der Sparer. Welche Maßnahmen gibt es gegen den Frevel? Welche andere Maßnahme als die, das Sparen des Geldes und das Verborgen von Waren unmöglich zu machen?!!
      Das sind also unerlässliche Verhaltensmaßnahmen, ohne welche keine Rede von einem richtigen Preisniveau sein kann. Was den Preis der einzelnen Leistung wie des einzelnen Warenartikels betrifft, wurde bereits gesagt, dass die Verteilung der Löhne und Gehälter, die Verteilung des Produktes, als auch die Verteilung des Einkaufsgeldes gewiss richtig, das ist nach Maßgabe der Leistung, erfolgt, vorausgesetzt, dass das Sparen von Geld und das Verborgen von Waren unmöglich gemacht wird. Es ist somit klar, dass die zentrale Verwaltung nur die genannten Maßnahmen zu treffen hat, ohne welche keine gerechte Preisbildung möglich ist, und dass eine weitere Einflussnahme der zentralen Verwaltung auf die Preisbildung nicht richtig sein kann. Jede Preisspekulation ist ja zwecklos, sobald jene Maßnahmen getroffen sind! Das ganze Produkt kann dann für bares Geld verkauft werden. – Das ganze vorhandene Geld muss für das Produkt hergegeben werden, und mehr als das ganze vorhandene Geld kann man für das Produkt nicht bekommen.
      Wenn ein Verkäufer nun die Preise zu hoch ansetzt, so bleiben ihm die Kunden aus, und er ist dann gezwungen, seine Ware um jeden Preis abzugeben. Wenn ein Verkäufer seine Preise zu niedrig ansetzt (Preisschleuderei), so nimmt er für seine Waren weniger Geld ein, und um das nehmen seine Konkurrenten mehr ein.
      Dass dann auch Absatzstockung und Arbeitslosigkeit ausgeschlossen ist, wurde schon gesagt.
      Kurz, wenn die genannten Maßnahmen getroffen werden, so verschwinden sämtliche Krankheits-erscheinungen der Volkswirtschaft. Wenn diese Maßnahmen aber nicht getroffen werden, ist eine Sanierung der Wirtschaft ausgeschlossen.
      Das Antikreditgesetz
      Das Verborgen von Geld und Waren wird durch ein aus vier Worten bestehendes Gesetz unmöglich gemacht. Es lautet: „Kreditgeschäfte genießen keinen Rechtschutz.“ Wie das Sparen von Geld unmöglich gemacht werden kann, soll später gesagt werden.
      Arbeitsteiligkeit der Volkswirtschaft (1.Axiom)
      Dass die Volkswirtschaft arbeitsteilig ist, sagt auch die alte Schule. Das heißt, dass in der Volkswirtschaft keine Sache geschaffen wird, wobei nicht sämtliche Teilnehmer dieser Wirtschaft mitgewirkt hätten. Wenn zum Beispiel der Schuhmacher den Kanal räumen, den Kamin fegen, die Straße pflastern usw. müsste, wenn kein Arzt da wäre, der ihn heilte, wie viel Schuhe könnte er anfertigen? – Wenn er aber bei seinem Handwerk bleiben kann, weil andere die anderen Arbeiten für ihn verrichten, so ist in den Schuhen, die er herstellt, auch die Arbeit der anderen verkörpert. Das weiß, wie gesagt, auch die alte Schule; aber um das, was daraus folgt, nämlich, dass eine Sache, die in geteilter Arbeit geschaffen wird, den Beteiligten gemeinsam gehört und unter ihnen verteilt werden soll – darum kümmern sich die ökonomischen Dilettanten nicht. Sie sehen das Verkaufen der Produkte als ein Tauschen an, was eine ebenso unrichtige wie lächerliche Anschau-ung ist. – Was tauscht der Kanalräumer mit dem Professor der alten Schule? Und wie kann einer mit dem anderen tauschen eine Sache, die beiden gemeinsam gehört?
      Die Volkswirtschaft ist keine Tauschwirtschaft, sondern eine Teilnehmergesellschaft.
      Das Verkaufen des Produktes ist kein Tauschen, sondern, wie schon gesagt, ein Verteilen. Das Teilnehmerrecht erwirbt man da nicht wie bei einer gewöhnlichen Aktiengesellschaft durch Einzahlen eines Geldbetrages, sondern durch eine Arbeitsleistung. Das Geldstück, das der Teilnehmer da gegen seine Arbeitsleistung erhält, ist nicht wie bei der gewöhnlichen Aktiengesellschaft der Gewinnanteil, die Dividende sondern erst der Anteilschein, die Aktie. Das volkswirtschaftliche Produkt, welches auf ein Geldstück, auf eine Aktie, entfällt, ist der Gewinn-anteil, die Dividende.
      Wie bei einer gewöhnlichen Aktiengesellschaft, wird auch hier der Gewinnanteil teils durch die Anzahl aller Aktien, das ist hier durch die Anzahl der vorhandenen Geldstücke, und teils durch die Menge des zu verteilenden Gewinnes, das ist hier durch die Menge des Produktes bestimmt. Wenn zum Beispiel insgesamt 10 Geldstücke vorhanden sind, so ist ein Geldstück ein Zehntel aller Aktien und berechtigt zum Bezuge eines Zehntels aller Aktien und berechtigt zum Bezuge eines Zehntel des Gewinnes, des Produktes. Wenn zum Beispiel 20 Brote zum Verteilen kommen, so entfallen auf ein Zehntel aller Aktien zwei Brote.
      Das volkswirtschaftliche Kapital
      Geld ist, wie gesagt, nicht das Aktienkapital, sondern die Aktie der Volkswirtschaft. Das Aktien-kapital ist die Arbeitskraft. Da die Volkswirtschaft keinen Mangel an Arbeitskraft hat, hat sie auch keinen Kapitalsmangel!!!
      Geldmangel der Volkswirtschaft
      Da Geld, wie gesagt, nicht das Aktienkapital, sondern die Aktie der Volkswirtschaft darstellt, so heißt ein Geldmangel der Volkswirtschaft richtig nicht Kaptialsmangel, sondern Aktienmangel. Wer lacht aber nicht, wenn er hört, dass eine Aktiengesellschaft einen Aktienmangel, das ist ein Mangel an gewissen Drucksorten habe? So lächerlich ist es, von einem Kapitalsmangel der Volkswirtschaft zu sprechen. Dazu wäre noch folgendes zu bemerken: Wenn zum Beispiel 10 Teilnehmer da sind, ist es vollständig einerlei, ob jeder einer Aktie, das ist ein Geldstück, oder zwei bekommt. In beiden Fällen bezieht jeder nicht mehr als den zehnten Teil des Gewinnes. Es gibt also in der Volkswirtschaft überhaupt keinen Geldknappheit; es sei denn in dem Falle, wenn 11 Teilneh-mer und nur 10 Geldstücke da sind, oder wenn ein Teilnehmer 2 Artikel von verschiedenen Ver-käufern kaufen soll und bloß ein Geldstück hat, welches dem Preise beider Artikel zusammen ent-spricht. Ein solcher Fall kommt aber nicht in Betracht, da nicht genug Kleingeld zum Wechseln vorhanden ist.
      Die bürokratische Verteilung
      Die alte sozialistische Schule befasst sich zwar mit der Verteilungsfrage, sie fand aber kein gerechtes Verteilungsverfahren. Eine bürokratische Verteilung kann nicht gerecht, das heißt, nach Maßgabe der Leistung sein. Die Bürokratie ist beim besten Willen nicht imstande, den Wert einer Leistung im Vergleich mit Millionen anderer und anders Gearteter zu messen. Bürokratismus ist das Gegenteil von Sozialismus! Nur in einer Wirtschaft mit einem freien Unternehmertum und einer freien Arbeiter-schaft kann sowohl das Geld als auch das Produkt gerecht, nach Maßgabe der Leistung, verteilt werden.
      Es gibt kein Recht Geld zu sparen (2.Axiom)
      Du meinst, dass es dein gutes Recht sei, das Geld, das du für deine Leistungen bekommst, zu sparen. Glaubst du aber nicht auch, dass du einen Anspruch darauf hast, für deine Leistungen Geld, das ist Leistungsscheine, zu erhalten? Glaubst du, dass ein anderer berechtigt sei, die Leistungs-scheine, welche dir gebühren und dir ausgefolgt werden sollten, für sich in Anspruch zu nehmen. Als schaffender Teilneh-mer einer arbeitsteiligen Wirtschaft hast du keinen anderen Anspruch als darauf, dass dir dein Anteil am Produkte ausgefolgt werde. Dazu werden dir Leistungs- und Be-zugsscheine ausgehändigt; und es wird dir freigestellt, zu wählen, was du willst: Nahrungs-, Bekleidungsmittel, Luxusgegenstände, Gold, Silber usw. Diese Güter, die du so beziehst, darfst du sparen, denn sie sind dein alleiniges Eigentum. Die Bezugsscheine hingegen sind nicht dein Eigentum. Die Bezugsscheine hingegen sind nicht dein Eigentum; sie gehören der Gemeinschaft und dienen als Verteilungsmittel, welche Funktionen verhindert werden, wenn du die Scheine hamsterst (vgl. auch nächstes Kapitel). Erzähle mit nicht, dass es bequemer und besser sei, Geld zu sparen. Erstens ist es nicht wahr, worüber an anderer Stelle noch zu reden sein wird; zweitens ist das, was dir bequem zu sein scheint, deinen Arbeitsgenossen sehr unbequem. Auch der Dieb meint, dass es bequemer sei Geld zu stehlen, als solches zu verdienen.
      Die wahre Ursache von Arbeitslosigkeit und Arbeitslosigkeit
      Das Geld, welches du sparst, ist, wie gesagt, kein anderes, welches die Unternehmerschaft, die Produzentenschaft, schuldet; kein anderes, welches sie für Lohn, Gehalt und Steuer ausgegeben hat; kein anderes, als welches Herstellungskosten des Produktes bildet; kein anderes, als welches die Verkäufer für das Produkt bekommen müssen, ohne welches das Produkt nicht verkauft werden kann. Wenn du nun das Geld hamsterst, so bleibt das Produkt unverkauft. Das ist es, was die ökonomischen Dilettanten „Absatzstockung“ und „Depression“ nennen. Wenn die Ware nicht verkauft werden kann, braucht man keine zu erzeugen; und wenn man keine erzeugen braucht, raucht man keine Arbeiter. Das ist es was die Dilettanten „Arbeitslosigkeit“ nennen. Das Sparen von Geld ist also die einzige Ursache von Absatzstockung und Arbeitslosigkeit, welches Übel bei einem Geldsparsystem nicht behoben werden kann.
      „Arbeitsbeschaffung“ kann nur eine unproduktive Beschäftigung der Arbeitslosen seinerseits. Da die Gelehrten nicht wissen, was Arbeitslosigkeit ist, wissen sie auch nicht, was Arbeitsbeschaffung ist. Wenn das Produkt abgesetzt wird, werden neue Produkte benötigt, wenn neue Produkte benötigt werden, werden Arbeiter benötigt, und man braucht keine Arbeitsbeschaffung. Wenn keine Pro-dukte benötigt werden, so können die Arbeitslosen nur unproduktiv beschäftigt werden, und die Arbeitsbeschaffung ist dann nichts anderes als Arbeitslosenunterstützung! Ist Arbeitslosenunterstüt-zung kein probates Mittel gegen Arbeitslosigkeit, so ist auch Arbeitsbeschaffung kein solches Mittel.
      Nur Beseitigung des Geld-Sparsystems ist das richtige Heilmittel!
      Das kapitalistische Steuerzahlen
      Der Kapitalist rettet auch die Staatsverwaltung. Er borgt ihr Geld, das Steuergeld. Auch für diese patriotische Leistung beansprucht er eine angemessene Belohnung, einen kleinen Zins! Was Geld ist, wissen wir bereits, was aber ist Steuergeld?? Steuergeld ist ein Leistungsschein der Volkswirt-schaft, der den Staatsbeamten oder -bediensteten für ihre Leistung ausgefolgt wird. Es ist ja unbe-streitbar, dass Leistungen der Staatsverwaltung Leistungen an die Volkswirtschaft sind, und dass die Staatsbeamten und -bediensteten einen Anspruch auf Anteilscheine der Volkswirtschaft haben.
      Diese Anteilscheine werden nicht von der privaten Unternehmerschaft, sondern von der Staatsver-waltung verteilt, weil nur die Staatsverwaltung imstande ist, den Wert der Leistungen der Staatsbe-amten und -bediensteten gegeneinander abzuschätzen.
      Die nächste Frage ist nun die, wo die Staatsverwaltung diese Scheine hernehmen soll.
      (Warum die Volkswirtschaft Drucksorten geborgt nehmen und dafür Zinsen zahlen soll, ist eine Frage, die uns an dieser Stelle nicht interessiert.) Der Staatsverwaltung hingegen, so meint die alte Schule, dürfe die Notenbank keine Scheine borgen. (Warum die Notenbank das nicht dürfe, ist wieder eine Frage, die hier nicht am Platze ist) Kurz es gibt kein anderes Geld, als welches die Notenbank den Unternehmern geliehen hat. Wie wäre nun eine Staatsverwaltung möglich, wenn sie keinen Anspruch auf einen Teil dieses Geldes hätte, muss man aber zugeben, dass ein Teil dieses Geldes der Staatsverwaltung gebührt, so ist es unbegreiflich, warum sie das ihr gebührende Geld nicht einfach nehmen, sondern geborgt nehmen soll. Die alte Schule antwortet darauf, dass die Volkswirtschaft augenblicklich einen Kapitalsmangel hat, weshalb die Staatsverwaltung das Steuergeld einstweilen geborgt nehmen müsse; und bezahlt würden die Staatsschulden später, bis die Wirtschaft mehr Geld haben werde.
      Wir wissen bereits dass dies ein albernes Geschwätz ist. Wir wissen, dass das vorhandene Wirt-schaftsgeld niemals zu wenig ist. Wir wissen, dass nur die Unternehmerschaft einen Geldmangel haben kann, und das nur in dem Falle, wenn sie das Geld, das sie ausgibt, das Geld, welches sie der Notenbank schuldet nicht zurückbekommt. In diesem Falle hat die Unternehmerschaft zu wenig Geld, während die Konsumenten, die das Geld gespart haben, zuviel Geld haben, mehr Geld als sie zum Einkaufen benötigen. Dieses Geld – das der Wirtschaft weggesparte, enteignete Geld, ist es eben, welches die Staatsverwaltung geborgt nimmt und dafür Zinsen zahlt. Geschieht dies etwa deswegen, weil zu wenig Geld da ist, deswegen, weil das der Staatsverwaltung gehörende Geld nicht vorhanden ist, Es ist ja vorhanden, es wird geborgt!! Es ist nur nicht in der Hand der Unternehmerschaft, sondern in der Hand von Frevlern, die das Wirtschaftsgeld enteignet haben.
      Ist dies aber der Grund dafür, dass die Staatsverwaltung dieses ihr gehörende Geld nicht einfach nehmen sondern, geborgt nehmen soll? Wie wäre es wenn das Geld in der Hand der Unternehmer-schaft wäre, das heißt, wenn man kein Geld sparen, keines enteignen könnte und die Unternehmer-schaft das Geld das sie ausgibt, zurückbekäme und also das ganze vorhandene Geld hätte? Würde man da auch meinen, dass die Staatsverwaltung den ihr gehören den Teil dieses Geldes nicht ein-fach nehmen, sondern geborgt nehmen soll? Würde man dann glauben, dass die Unternehmerschaft das Geld nicht ausfolgen könne, weil das vorh

  4. Micha sagt:

    Das war bestimmt wieder überraschend

    Und das Brückentage Argument ist ja wohl Bullshit