Maschinenbauer verlagern Produktion ins Ausland

Deutsche Maschinenbauer wollen mehr im Ausland produzieren. Neue Werke in Asien sind geplant. Um der Billigproduktion in den Schwellenländern etwas entgegenzusetzen, müssen die Unternehmen mehr Präsenz vor Ort zeigen.

Die Maschinenbauer wollen auf den zunehmenden Wettbewerb aus Asien unter anderem mit dem Bau zusätzlicher Werke im Ausland reagieren. Dabei sieht die Branche insbesondere in den unteren und mittleren Preisklassen Chancen einer internationalen Präsenz. „30 Prozent unserer Unternehmen sind schon im Ausland. Von dem Rest der Unternehmen planen 20 Prozent ins Ausland zu gehen“, sagte der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Reinhold Festge, am Montag in Frankfurt.

Festge berichtete über die Ergebnisse einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey zu den Zukunftschancen des Industriezweigs, zu dem neben mittelständischen Firmen auch börsennotierte Konzerne wie ThyssenKrupp oder GEA gehören. Der Untersuchung zufolge betrachten sich sechs von zehn deutschen Maschinenbauern als Anbieter von Hochpreisprodukten. „Weil wir billig nicht können„, sagte Festge. „Made in Germany“ erlaube es zwar immer noch einen höheren Preis zu fordern. Um in Ländern wie Brasilien noch größere Marktchancen zu haben, müssten die Unternehmen aber stärker vor Ort sein (mehr zum Made in Germany – hier).

Zuletzt hatten den Maschinenbauern politische und wirtschaftliche Krisen in einigen Entwicklungs- und Schwellenländern zu schaffen gemacht. So schrumpften die Bestellungen im Mai um zwei Prozent (hier). An der Jahresprognose hielt der Verband dennoch vorerst fest. Die Branche mit ihren rund eine Million Beschäftigten rechnet bisher für das Gesamtjahr mit einer um drei Prozent steigenden Produktion. „Das Ziel war von Anfang an eher ehrgeizig“, sagte Festge. Ob die Prognose nach wie vor Bestand habe, sagte der VDMA-Präsident nicht. Jetzt wolle der Verband erst einmal abwarten, bis die genauen Daten zum zweiten Quartal vorliegen. Ein genauer Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest.

Kommentare

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  1. Bernhard sagt:

    Die Deindustrialisierung der USA war der langfristige Sargnagel der Volkswirtschaft. Das ungelöste Kernproblem wird hier wieder deutlich: die völlig falsche Globalisierung! Sie nutzt der Industrie und schadet in gleichem Maße den Volkswirtschaften.

  2. dreistein sagt:

    Wir bauen in China unsere Technik auf und die lachen sich kaputt. Deutschland wird deindustralisiert und macht es auch noch mit. Noch mehr Produzieren geht nicht es ist kein Markt dafür da, aber billiger im Ausland produzieren um noch mehr in die eigene und die Taschen der Investoren zu stecken, dafür wird im Ausland mit Billiglöhner schon gesorgt.

    Der Deutsche Maschinenbau ist der beste der Welt und ist stark gefragt, aber die Gier frist Hirn.