Bei Österreichs Mittelstand gerät der Jobmotor ins Stocken

Die Mehrzahl der mittelständischen Betriebe in Österreich musste Personal abbauen oder planen dies in der Zukunft. In der Baubranche und im Verarbeitenden Gewerbe ist die Situation angespannt. Im Handel wird Personal gesucht. Die schwierige Ertragslage zwingt Mittelständler dazu, auf die eigenen Rücklagen zurückzugreifen.

Einer Umfrage von dem Gläubigerschutzverein Creditreform zufolge musste jeder fünfte mittelständische Betrieb in Österreich wegen sinkender Umsätze Mitarbeiter abbauen (22,6%). Für die Umfrage wurden 1.700 Mittelständler in Österreich befragt. Weitere 14,4 Prozent planen einen Personalabbau. Damit überwiegt die Zahl der Unternehmen, die einen Personalabbau durchführen das erste Mal seit 2009.

„Die Unternehmen sind mit sinkenden Umsätzen konfrontiert und auch für die kommenden Monate pessimistischer, daher sind sie auch in der Personalplanung vorsichtiger“, sagte Creditreform-Sprecher Gerhard Weinhofer dem ORF.

In der Baubranche wollen 27,4 Prozent der Unternehmen Personal abbauen. Im Verarbeitenden Gewerbe sind es 25,3 Prozent. Allerdings gebe es in diesen Branchen auch saisonale Effekte zu berücksichtigen.

Ein Personalaufbau gibt es im Handel.  Hier gibt es 21,7 Prozent mehr Mitarbeiter als im Vorjahr. Der Saldo zwischen Personalauf- und Abbau ist wie im Jahr zuvor negativ (-6,4 Prozentpunkte für 2014).

„Die Investitionsbereitschaft im Mittelstand ist regelrecht eingebrochen. Nur noch 37,7 Prozent der Befragten planen, zu investieren. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 48,5 Prozent. Der Einbruch ist folgerichtig, wenn Aufträge ausbleiben und die Umsätze unter Druck geraten“, heißt es in dem Bericht zur Umfrage.

Auch die Erträge lassen zu wünschen übrig: „Mit 35,5 Prozent überwiegt erneut der Anteil der Befragten, die Ertragseinbußen im Vergleich zum Herbst 2013 hinnehmen mussten. Lediglich 17,5 Prozent der Unternehmen verbuchten in dieser Zeit ein Ertragsplus.“ Um die Durststrecke zu überwinden, müssen Mittelständler auf die eigenen Rücklagen zurückgreifen.

Insgesamt ist die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich schwach, die Stimmung im Mittelstand entsprechend gedämpft.

Kommentare

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  1. Ogolius sagt:

    Nun – nur weiter so… Die Löhne sind ja laut Wirtschaft einfach zu hoch, brutto gesehen! Auf dem Weg zu Netto verdient der „Staat“ (das sind angeblich wir..) bleibt nix im Geldbörserl jedes Einzelnen. Wenn Wohnen, Strom, Heizung, Versicherungen und das Bisserl zum täglichen Leben (was noch leistbar …) auch noch überdimensioniert daran saugt, leidet das persönliche Budget an Auszehrung. Kinder, Schule und die dazu anstehenden Belastungen geben ihr Übriges. Jeden Monat der Überlebenskampf – das Konto wird kürzer als die Zeit bis zum nächsten Lohn. Kein Konsumieren – keine Produktion – kein Verkauf.. Der Wirtschaftskreislauf ist ruiniert, denn das Geld wird gebraucht um marode Banken aufzufetten und den Führern dieser Kaste deren Fehlleistungen auszugleichen, auch deren überdimensionierte Gehälter zu sichern. So gesehen auch in der Wirtschaft – in der führenden Managerriege hat keiner tatsächliche Existenzsorgen, das Spiel heißt DKT, das Leben ist ein Spiel – mit all den negativen Begleiterscheinungen, die diese „Entscheidungsträger“ in Wirklichkeit nicht im Geringsten berühren. Ging’s früher einem Unternehmen schlecht, griff der Boss schon mal in seine Privatschatulle um seine Leute zu stützen und der Firma wieder auf die Beine zu helfen – denn: es war ihm ja bewusst – ohne deren Arbeit war auch seine Existenz in Frage gestellt. Ein ehemaliger Bundeskranzler prägte ja den (Un)sinn, das der Markt alles selber richtet – er hat aber nie bedacht, dass eine gewisse Verhältnismäßigkeit von Geben und Nehmen eine Grundvoraussetzung darstellt. Leben und leben lassen – wir sind schon sehr weit weg davon, möglicherweise viel zu weit, um noch das Ruder herumreissen zu können. Der soziale Faktor ist die Gefährlichkeit – wie viele werden auf der Stecke bleiben und je mehr es werden, die am allgemeinen Gesellschaftsleben nicht mehr teilhaben können und nichts mehr zu verlieren haben, desto …. dann … Gute Nacht

  2. SoWieSo sagt:

    Damit wird sich dann wohl das Heer der europäischen „Wanderarbeiter“ weiter vergrößern. (Das ist politisch so gewollt).