Chinas Staatsmedien: Das iPhone ist eine Gefahr für die nationale Sicherheit

Mit dem iPhone kann jeder Nutzer Bewegungsprofile erstellen und sich Informationen aller Art beschaffen. Chinas Staatsmedien haben Apples Verkaufsschlager daher als „eine Gefahr für die nationale Sicherheit“ eingestuft. Hackerangriffe und Internetspionage sind Themen, die die Beziehungen Chinas zu den USA zuletzt belastet haben.

Das iPhone des US-Herstellers Apple stellt nach Ansicht chinesischer Staatsmedien eine Gefahr für die nationale Sicherheit des Landes dar. Funktionen des Smartphones erlaubten es, Bewegungen der Eigentümer zu verfolgen und sonstige Informationen über diese abzugreifen, hieß es in einem Bericht des Staatsfernsehens CCTV. Wenn auf diese Daten zugegriffen werde, könnten sie Aufschluss über die gesamte wirtschaftliche Lage eines Landes geben, ja „sogar Staatsgeheimnisse“ preisgeben, sagte ein Wissenschaftler in dem Bericht. Apple ist wiederholt in den staatlichen Medien in die Kritik geraten. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, Nutzerdaten an US-Geheimdienste weiterzugeben.

Chinas Präsident Xi Jinping hat die USA zu mehr Kooperation aufgefordert. Zur Eröffnung des chinesisch-amerikanischen Strategie- und Wirtschaftsdialogs sagte Xi am Mittwoch, Auseinandersetzungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Erde wären eine Katastrophe. China und die USA müssten die Souveränität des anderen respektieren. Die USA, vertreten von Außenminister John Kerry und Finanzminister Jack Lew, besprachen bei den zweitägigen Gesprächen die chinesische Währungspolitik, das Atomprogramm Nordkoreas und die zunehmenden Spannungen zwischen China mit den Nachbarn im Südchinesischen Meer und mit Japan im Ostchinesischen Meer.

Hackerangriffe und Internetspionage sind Themen, die die Beziehung der beiden Länder zuletzt belastet haben. Xi sagte, die Zusammenarbeit der beiden Länder sei lebenswichtig. „Eine Konfrontation wäre definitiv ein Desaster für die beiden Länder und die ganze Welt“, sagte er bei der Eröffnungszeremonie der Gespräche. „Wir sollten uns gegenseitig respektieren und den anderen gleichbehandeln, und wir sollten die Souveränität und territoriale Integrität des anderen achten“, sagte Xi. Dazu gehöre auch, zu respektieren, für welchen Weg der Entwicklung sich der andere entschieden habe. China und die USA sollten in der Bekämpfung des Terrors stärker zusammenarbeiten, schlug er vor.

US-Außenminister Kerry sagte, „wir begrüßen die Entstehung eines friedlichen, stabilen, wohlhabenden Chinas, das zur Stabilität und Entwicklung der Region beiträgt und sich entschließt, eine verantwortliche Rolle in der Welt zu spielen“. Die USA setzten auch auf Wettbewerb, aber nicht auf Konflikt. Die USA wollen, dass China seine starre Wechselkurspolitik lockert und den Yuan zum Dollar aufwerten lässt, wie Finanzminister Lew sagte.

China exportiert erneut mehr

Exportweltmeister China kommt nicht richtig in die Gänge. Die Ausfuhren wuchsen im Juni zwar so kräftig wie seit fünf Monaten nicht mehr, blieben aber weit hinter den Erwartungen zurück. Sie legten um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, wie die Zollbehörde am Donnerstag mitteilte. Ökonomen hatten allerdings mit einem Plus von 10,2 Prozent gerechnet. Experten gehen nun davon aus, dass Regierung und Zentralbank aktiv werden, um die Wirtschaft anzukurbeln.

„Damit sich die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte belebt, bedarf es politischer Unterstützung“, sagte Ökonom Wang Jun vom Forschungsinstitut China Centre for International Economic Exchanges. Zumal auch die Binnennachfrage nicht so stark ist wie erwartet, wie ein Blick auf die Importe nahelegt. Diese wuchsen im Juni zwar wieder um 5,5 Prozent, doch hatten Experten nach dem Rückgang im Mai mit einem stärkeren Comeback gerechnet.

Das Zollbehörde hält es immer noch für möglich, dass das Wachstumsziel von 7,5 Prozent für den Außenhandel in diesem Jahr erreicht werden kann. Dazu seien aber „enorme Anstrengungen notwendig“, sagte Sprecher Zhen Yuesheng. Volkswirte sind weniger optimistisch. „Wir glauben, dass China das Ziel verfehlen wird„, sagte Li Huiyong von Shenyin & Wanguo Securities. „Wir gehen davon aus, dass Exporte und Importe 2014 zusammen um fünf Prozent wachsen werden.“

Viele Ökonomen rechnen nun mit neuen staatlichen Hilfen, um das Wachstumsziel beim Bruttoinlandsprodukt von ebenfalls 7,5 Prozent zu erreichen. Zu Jahresbeginn war das BIP mit 7,4 Prozent so langsam gewachsen wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Experten gehen davon aus, dass die Banken künftig weniger Geld bei der Zentralbank hinterlegen müssen, wodurch sie mehr Kredite vergeben werden können. Die Regierung hat angesichts der Konjunkturabkühlung bereits reagiert und ihre Kassen geöffnet. Die Staatsausgaben stiegen im Mai um fast ein Viertel auf 1,3 Billionen Yuan (rund 154 Milliarden Euro). Mit dem Geld wird beispielsweise der Ausbau des Schienennetzes beschleunigt. Mehr Geld fließt auch in den öffentlichen Wohnungsbau.

Kommentare

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  1. Syssiphus sagt:

    Das haben die richtig erkannt,nur unsere Regierung noch nicht.

  2. SoWieSo sagt:

    Die NSA ist immer und überall.