Militärische Konflikte bremsen Produktion der Unternehmen

Die Produktion deutscher Unternehmen ging im Mai überraschend stark zurück. In der gesamten Euro-Zone fiel die Produktion im Vergleich zum Vormonat. Grund dafür sind die zahlreichen politischen und militärischen Konflikte. Am Montag wurde ein ukrainisches Transportflugzeug abgeschossen.

Die Konjunkturerholung in der Euro-Zone bleibt wackelig. Die Unternehmen drosselten ihre Produktion im Mai um 1,1 Prozent zum Vormonat, wie die Statistikbehörde Eurostat am Montag mitteilte. Im April hatte es noch ein Wachstum von 0,7 Prozent gegeben. In Deutschland ging die Produktion mit 1,4 Prozent überdurchschnittlich zurück. Portugal meldete für Mai mit 3,6 Prozent den stärksten Rückgang, während die Niederlande mit 1,1 Prozent das größte Plus aufwiesen.

„Es mehren sich die Anzeichen, dass die Erholung im Euro- Raum bereits im Frühjahr deutlich an Dynamik verloren hat“, sagte BayernLB-Ökonom Johannes Mayr. „Zum Teil dürfte die enttäuschende Entwicklung der erhöhten geopolitischen Unsicherheit infolge der zahlreichen politischen und militärischen Konflikte geschuldet sein.“ Für das zweite Quartal zeichne sich ein Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent ab. Zu Jahresbeginn waren es 0,2 Prozent.

Ein ukrainisches Militärflugzeug ist nach Angaben der Regierung am Montag in der Ostukraine abgeschossen worden. Das Transportflugzeug sei von einer Rakete getroffen worden, die „wahrscheinlich“ von russischen Territorium aus abgeschossen worden sei, teilte das Verteidigungsministerium auf der Internetseite des Präsidialamtes mit.

Die Bundesregierung hat an die ukrainische Führung appelliert, beim Vorgehen gegen pro-russische Separatisten im Osten des Landes die Verhältnismäßigkeit zu wahren. „Wir rufen alle Seiten dazu auf, in dieser brenzligen Lage alles zu tun, damit die Situation nicht völlig außer Kontrolle gerät“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. Eine Regierungssprecherin betonte, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin seien sich bei ihrem Treffen am Sonntag in Brasilien einig gewesen, dass direkte Gespräche zwischen der ukrainischen Regierung und den Separatisten nötig seien. Dies könne etwa per Videokonferenz geschehen.

Die Sprecherin des Außenministeriums betonte, der Konflikt könne nicht militärisch gelöst werden. Jede Regierung habe sicher das Recht, das eigene Staatsgebiet zu verteidigen. Aber dabei müsse die Verhältnismäßigkeit gewahrt werden.

Bei schweren Kämpfen in der Ostukraine sind in den vergangenen Tagen erneut mehrere Menschen getötet worden. Die Angeben über die Zahl der Opfer schwanken aber sehr stark. Die prorussischen Separatisten, die die Loslösung von Teilen der Ostukraine fordern, hatten sich angesichts des Vormarsches der ukrainischen Armee zuletzt in Stellungen um die Großstadt Donezk zurückgezogen. Am Montag räumten sie den Tod von 30 Kämpfern ein.

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