Camel-Hersteller kauft Lorillard für 27 Milliarden Dollar

Der zweitgrößte US-Tabakkonzern Reynolds kauft Lorillard, die Nummer drei im Geschäft. Damit steigt der Druck auf Altria, die mit der Marke Marlboro den Markt dominieren. Die Tabakindustrie kämpft mit schrumpfenden Absätzen. Durch die Fusion verspricht sich Reynolds deutliche Einsparungen.

Großfusion in der von Absatzrückgängen gebeutelten US-Tabakbranche: Die Nummer zwei, der Camel- und Pall-Mall-Hersteller Reynolds, kauft für 27,4 Milliarden Dollar die Nummer drei, Lorillard. Dieser ist unter anderem für Menthol-Zigaretten bekannt.

Damit steigt der Druck auf den amerikanischen Branchenprimus Altria mit seinem Hauptprodukt Marlboro, der einen Marktanteil von rund 50 Prozent hat. Reynolds kam bislang auf 27 Prozent, Lorillard auf 15 Prozent. Allerdings verkauft der fusionierte Konzern nun einige Marken, darunter auch die in den USA führende Elektro-Zigarette blu, für 7,1 Milliarden Dollar an den britischen Gauloises- und Davidoff-Hersteller Imperial Tobacco. Reynolds will damit Bedenken der Wettbewerbshüter ausräumen.

Der US-Zigarettenmarkt ist noch immer der weltgrößte nach China – und auch der profitabelste. Er schrumpft aber, weil immer mehr Menschen dort das Rauchen aufgeben: Behörden gehen verstärkt gegen Nikotinsucht vor, Verbraucher werden gesundheitsbewusster. Zudem machen Zigarettenschmuggel und eine in vielen Ländern schwierige Wirtschaftslage den Unternehmen zu schaffen.

Über eine mögliche Fusion von Reynolds und Lorillard wurde seit Februar spekuliert. Dies hatte den Aktienkurs von Lorillard in den vergangenen Monaten bereits um mehr als ein Drittel auf rund 67 Dollar in die Höhe getrieben. Zuletzt hatte Reynolds am Freitag erklärt, es gebe Verhandlungen mit offenem Ausgang.

Reynolds erklärte, bei dem Zukauf, der mit eigenen Aktien und Bargeld beglichen werden solle, werde Lorillard mit 68,88 Dollar pro Anteilsschein bewertet. Das laufe auf ein Volumen von 25 Milliarden Dollar hinaus, inklusive Schulden seien es 27,4 Milliarden. Der neue Konzern kommt auf einen Jahresumsatz von rund elf Milliarden Dollar. Reynolds verspricht sich durch den Zusammenschluss deutliche Einsparungen.

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