Umweltschützer und Hamburg streiten um Elbvertiefung

Umweltschützer fürchten ein Umkippen des Ökosystems bei einer erneuten Vertiefung der Elbe. Für Hamburg ist die Vertiefung ein wichtiges wirtschaftliches Großprojekt. Der Streit um die Elbvertiefung geht in die entscheidende Phase.

Für Hamburg ist es wohl das wichtigste Verfahren seit mehr als 15 Jahren – damals wurde die Elbe das letzte Mal ausgebaggert. Am Dienstag begann vor dem Bundesverwaltungsgericht die mit Spannung erwartete Verhandlung über die erneute Elbvertiefung. Mit dem umstrittenen Großprojekt will sich die Hansestadt unabhängiger von Ebbe und Flut machen, um besser für große Containerschiffe erreichbar zu werden. Umweltschützer befürchten indes, dass das Ökosystem kippen könnte und haben gegen eine weitere Vertiefung und Verbreitung des Flusses geklagt.

Gegen das Millionenvorhaben hatten Umweltverbände BUND und Nabu vor mehr als zwei Jahren geklagt und im Oktober 2012 einen Baustopp erwirkt. Sie fürchten, dass eine höhere Strömungsgeschwindigkeit die Pflanzen- und Tierwelt der Elbe gefährden könnte. So seien etwa Auswirkungen auf Vogelschutzgebiete nicht ausreichend geprüft worden. Dem halten die Stadt Hamburg und die Wasserstraßenverwaltung des Bundes entgegen, die ökologischen Belange seien ausreichend berücksichtigt worden.

Den Plänen zufolge soll die Außenelbe auf rund 130 Kilometern so ausgebaggert werden, dass große Containerschiffe mit einem Tiefgang von 14,50 Metern den Hafen der Hansestadt anlaufen können. Es wäre die sechste Fahrrinnenanpassung des Stroms. Bisher ist Hamburg für Schiffe mit einem Tiefgang von 13,50 Metern ausgelegt.

Logistikfirmen wie HHLA und Eurogate klagen seit langem über steigende Kosten, weil die Containerriesen Hamburg wegen der Gezeiten nur in knapp bemessenen Zeitfenstern anlaufen können. Weil große Reedereien wie Maersk oder Hapag-Lloyd immer größere Schiffe einsetzen, steigt an den Terminals der Zeitdruck. Die Lastwagen stauen sich kilometerlang im Hamburger Hafen, wenn in Spitzenzeiten besonders viele Container be- und entladen werden müssen. Zuletzt sorgten einige Baustellen auf wichtigen Straßen und Personalknappheit an einem Terminal dafür, dass der Verkehr ganz zum Erliegen kam.

Die Hamburger Hafenwirtschaft fürchtet, dass Reedereien auf andere Häfen an der Nordsee ausweichen, sollte die Elbe nicht wie geplant vertieft werden und Schiffe besser aneinander vorbeifahren können. Vollbeladen kommen die Containergiganten derzeit nicht durch die Elbe, auch nicht bei Flut. So nehmen einige Schiffe nur die Hälfte der Boxen an Bord, die sie laden könnten. Der Rest, bevor es nach Asien geht, wird in Rotterdam geladen, weil der Hafen dort tiefer ist. Auch der Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven macht sich Hoffnungen auf eine bessere Auslastung.

Kommentare

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  1. Antwort zu "keine Angabe" sagt:

    Holla, diese Zahl von 200-300T Arbeitsplätzen benennen ja nicht mal die Planer der Elbvertiefung. Die sind einschließlich HSH-Nordbank, Versicherungen, Schiffsfonds etc. mal gerade bei 130T Arbeitsplätzen. Das wären immer noch viel… Lesen Sie mal den Beitrag zu den Arbeitplätzen auf http://www.hamburg-fuer-die-Elbe.de mit dem Link: http://www.hamburg-fuer-die-elbe.de/wordpress/wp-content/uploads/2014/03/bi-final-specht-dina4.pdf

    Können Sie uns dagegen mitteilen, was für Sauereien mit den Arbeitnehmern an dem Hamburger Terminal am Burchardkai geschehen?

    Ihr Lkw-Argument ist seit der Erfindung des Feederschiffes überholt. Gucken Sie einfach mal über den Deich an Weser und Elbe und zählen Sie die vielen Feeder, die die Container verteilen.

  2. keine Angabe sagt:

    Na vielen Dank wenn das nichts wird. Am Hamburger Hafen hängen 200-300T Jobs deutschlandweit. Wenn diese scheiß Grünen wollen, dass die Jobs flöten gehen und die Reederein alle Rotterdamm anlaufen (und damit der LKW Verkehr noch weiter explodiert) dann schon einmal VIELEN DANK FÜR NICHTS.

    Ich hoffe, dass sich etwaiig betroffene bei den Grünen bedanken, die in ihrer kleinen geistigen Wunderwelt gefangen zu sein scheinen.