Intel steigert Gewinn: Belebung des PC-Marktes aber nicht nachhaltig

Der weltgrößte Chiphersteller Intel hebt Umsatzprognose leicht an. Hoffnungen auf eine Wende am PC-Markt sind aber nicht begründet. Die leichte Belebung kommt zustande, weil Unternehmen von XP auf Windows 8 umrüsten.

Der weltgrößte Chiphersteller Intel wittert Morgenluft. Der AMD-Rivale hat eine optimistische Umsatzprognose für das Gesamtjahr abgegeben. Die Umsatzerlöse dürften etwa um fünf Prozent klettern, teilte Intel am Dienstag nach Börsenschluss mit. Damit erhöhte das Unternehmen seine vorherige Schätzung etwas. Zudem weitete Intel sein Aktienrückkaufprogramm aus. Analysten werteten dies als ein Zeichen dafür, dass der Konzern mit einer Stabilisierung auf dem PC-Markt rechnet. Anleger reagierten erfreut: Im nachbörslichen Handel legte die Intel-Aktie knapp vier Prozent zu.

Intel profitiert von einer überraschend kräftigen Erholung am PC-Markt. Vor allem Unternehmen hatten zuletzt wieder verstärkt in neue Computer investiert. Grund für die Entwicklung dürfte Experten zufolge vor allem sein, dass Microsoft die Unterstützung seines alten Betriebssystems Windows XP eingestellt hat. Viele Firmen nutzten den Umstieg auf neue Software auch gleich zur Anschaffung neuer Desktop-Rechner (mehr hier).

Für das dritte Quartal erwartet Intel nun einen Umsatz von 14,4 Milliarden Dollar mit einer möglichen Abweichung von bis zu 500 Millionen Dollar in beide Richtungen. Von Reuters befragte Analysten hatten zuletzt einen Umsatz von rund 14 Milliarden Dollar erwartet. Intel teilte weiter mit, dass das laufende Programm zum Aktienrückkauf um 20 Milliarden Dollar ausgedehnt und allein in diesem Quartal Anteilsscheine im Wert von etwa vier Milliarden Dollar vom Markt genommen werden sollten. Dies sei ein Indiz dafür, dass Intel die Aussichten auf dem PC-Markt wieder zuversichtlicher einschätze, sagte Bernstein-Analystin Stacy Rasgon.

Im zweiten Quartal steigerte Intel seinen Umsatz auf 13,8 Milliarden Dollar von 12,8 Milliarden Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum. In der PC-Sparte stieg der Umsatz um sechs Prozent. Der Nettogewinn erhöhte sich auf 2,8 Milliarden Dollar von zwei Milliarden Dollar.

Chipausrüster ASML rechnet für dieses Jahr hingegen mit einem Umsatz unter den Markterwartungen. Einige Kunden schieben Neuanschaffungen auf, wie der niederländische Konzern am Mittwoch erklärte. Zudem verzögere sich die Entwicklung der nächsten Generation sogenannter EUV-Systeme, die bei der Produktion kleinerer und effizienterer Halbleiter zum Einsatz kommen sollen. Das werde sich im Jahresumsatz niederschlagen. Dieser werde sich voraussichtlich auf 5,6 Milliarden Euro belaufen. Analysten rechnen bislang mit 6,1 Milliarden Euro. An der Börse tendierte die ASML-Aktie ein Prozent leichter.

Zu Auswirkungen auf den Gewinn äußerte sich ASML nicht. Im zweiten Quartal verdiente das Unternehmen mit 1,64 Milliarden Euro netto mehr als erwartet. Die Niederländer zählen einige der größten Chiphersteller zu ihren Kunden, darunter Intel, Samsung Electronics und Taiwan Semiconductor Manufacturing. ASML-Ergebnisse gelten als Indikator für deren Geschäftsverlauf.

 

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  1. Aufgewachter sagt:

    Prozessoren: Single Core Fließkommaleistung am Ende?

    20.02.2005
    Intel Pentium 4 630 3.0 GHz 2 MB Cache (1 Core) 6.8 GFLOPS/Core

    14.11.2011
    Intel Core i7-3960X 3.3 GHz 15 MB Cache (6 Cores) 21.6 GFLOPS/Core

    In den letzten 7 Jahren hat sich die Fließkommaleistung bei PC-Prozessoren gerade einmal verdreifacht (exakt 3,18) Die Taktfrequenzen bewegen sich immer noch um die 3 GHz. Und auch handelt es sich noch immer um 64 Bit CPUs. Es scheint wohl so, als wenn ausschließlich die Erhöhung der Größe des Caches für die Steigerung der Fließkommaleistung verantwortlich wäre.

    Auf eine 128 Bit CPU mit 6 GHz Takt wovon alle Anwendungen gleichermaßen einen Geschwindigkeitszuwachs erfahren würden, wartet man vergeblich.

    Stattdessen werden Mehrkern-Prozessoren, wie dem Intel Xeon E5-2687W angeboten, die zwar 161.2 GFLOPS aus 8 Kernen holen aber nur unter Verwendung neuer Betriebssysteme und Software, welche auch 8 Kerne optimal unterstützen.

    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    * GFLOPS (Gigaflops) steht für Milliarden Fließkommaoperationen pro Sekunde

    Baut anständige Prozessoren, dann gibt es auch Nachhaltigkeit!