Absage an Übernahmen: Roche-Chef dementiert Gerüchte über Zukäufe

Roche-Chef Severin Schwan sagt, dass sein Unternehmen keine Übernahmen plane. In der Pharma-Industrie läuft aktuell eine Übernahme-Welle. Mehrere Pharma-Konzerne sind darin involviert.

Der Schweizer Pharmakonzern Roche schließt trotz der jüngsten Übernahmewelle in der Pharmabranche große Zukäufe aus. „Wir halten an unserer bisherigen Strategie fest“, sagte Roche-Chef Severin Schwan der Schweizer Zeitung „Finanz und Wirtschaft“. Dazu gehörten gezielte kleinere Übernahmen und Partnerschaften, wie sie der Konzern bereits in den letzten Monaten verfolgt habe.

Durch die Pharmaindustrie schwappt derzeit eine Übernahmewelle. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Dutzende Milliarden schwere Transaktionen angekündigt. So gab erst am Freitag der US-Pharmakonzern AbbVie den Kauf des britischen Rivalen Shire für rund 40 Milliarden Euro bekannt. Roche hat sich dagegen seit Jahren zurückgehalten. Der Kauf der restlichen Anteile am US-Biotechkonzern Genentech für 46,8 Milliarden Dollar im Jahr 2009 war die letzte Zukauf in dieser Größenordnung für den Schweizer Pharmakonzern.

Bei der Prüfung von Partnerschaften und Übernahmen schaue Roche in erster Linie darauf, „ob ein Produkt oder eine Technologie das Potenzial hat, den Therapiestandard zu verbessern, und zu unseren Geschäftsfeldern Pharma und Diagnostik passt“, sagte Schwan. So bauen die Schweizer mit der Anfang Juli angekündigten Übernahme der US-Biotechfirma Seragon Pharmaceuticals für bis zu 1,7 Milliarden Dollar ihre Palette an Brustkrebsmedikamenten aus.

Viele Transaktionen seien jedoch an den Preisvorstellungen der Gegenpartei gescheitert. „Wir schauen uns alles an. Aber es ist derzeit tatsächlich so, dass die Rechnung in den wenigsten Fällen aufgeht“, sagte Schwan. Zudem seien die Mittel des Pharmakonzerns wie bei allen Unternehmen begrenzt. „Es kann nicht sein, dass wir wegen zu teurer Akquisitionen wichtige interne Projekte auf Eis legen müssen“, sagte der Roche-Chef.

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