Deutsche Industrie fordert mehr Transparenz bei TTIP-Abkommen

Der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Ulrich Grillo, fordert mehr Transparenz bei den Verhandlungen beim TTIP-Abkommen. Doch er nimmt auch die USA in Schutz. Die Amerikaner hätten oftmals höhere Standards als die Europäer.

Nach den Nichtregierungsorganisationen fordert nun auch die deutsche Industrie bei den Verhandlungen über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP mehr Transparenz.

„Die europäischen Regierungen sollten unbedingt die jüngste Forderung von EU-Handelskommissar Karel De Gucht aufgreifen und die Leitlinien für die Verhandlungen konsequent veröffentlichen“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Zugleich warnte Grillo angesichts des wachsenden Misstrauens in Deutschland gegenüber den USA als Folge der NSA-Affäre vor dauerhaften Schäden für das transatlantische Verhältnis. „Wir brauchen eine engere Anbindung an Amerika, auch mit Blick auf die Entwicklungen in der Ukraine und in Russland.“

Warnungen vor einer Schwächung europäischer Verbraucherschutzstandards durch das TTIP-Abkommen hält Grillo dagegen für unbegründet: „Es widerspricht zwar den Klischees, aber die Amerikaner haben oft höhere Standards als wir in Europa.“ Das gelte etwa für die Zulassung neuer Arzneimittel oder für Lebensmittel. Das TTIP-Abkommen soll nach dem Willen der USA und der EU im kommenden Jahr ausgehandelt sein.

Kommentare

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  1. ReiHe44 sagt:

    Er, den es eigentlich zuerst interessieren müsste, wartet solange bis erheblicher Druck durch Petitionen erzeugt wurde um ein „halbseidenes“ Statement abzugeben.
    Herr Grillo, ich glaube ihren Worten nicht. Ich betrachte die lediglich als Maßnahme zum “ Wellen glätten“ eines Lobbyisten. Ich kann ja verstehen, dass man solch ein Einkommen als Präsident des BDI nicht leichtfertig aufs Spiel setzt, aber ich sage ihnen, es gibt höhere Werte als Money.