Neun von zehn Unternehmen wollen Finanzen neu ordnen

In den meisten deutschen Unternehmen steht eine Neuorganisation der Finanzen an. Dabei stoßen Manager oft an die Grenzen ihrer Mitarbeiter. Am wichtigsten ist es, die Erwartungen vorher klar abzustecken. Unternehmer müssen Zuständigkeiten neu regeln. Dabei kann es passieren, dass Mitarbeiter Verantwortung entzogen werden muss.

Expansionspläne, Fusionen und Erweiterungen sind Gründe, um die Finanzen zu überarbeiten. 90 Prozent der Unternehmen planen Umstrukturierungen in der Finanzabteilung. Dabei ist die Erwartungshaltung nicht immer ganz klar. Bei Umstrukturierungen ist es für 59 Prozent der Finanzchefs in Unternehmen die größte Herausforderung, eine klare Erwartungshaltung an die Mitarbeiter heranzutragen und deren Zuständigkeiten abzustecken. Die Verantwortung einzelner Teammitglieder einzuschränken, finden 47 Prozent der Befragten problematisch. 57 Prozent der Finanzchefs beabsichtigen, das Controlling neu zu ordnen.

 In den meisten Unternehmen liegt die letzte Umstrukturierung im Finanz- und Rechnungswesen zwischen einem und drei Jahren zurück (37 % von 200 befragten CFOs). In knapp jedem dritten Unternehmen (28 %) wurde vor drei bis fünf Jahren das letzte Mal reorganisiert, bei 22 Prozent in den letzten zwölf Monaten.

Auf die Frage, welchen Teilbereich im Finanz- und Rechnungswesen sie reorganisieren wollen, nannte mit 57 Prozent über die Hälfte der Finanzvorstände das Controlling. Mit je 26 Prozent besteht in der Buchhaltung und Gehaltsabrechnung deutlich weniger Veränderungsbedarf. Daneben würden 19 Prozent der Finanzchefs (CFOs) ihre Treasury-Abteilung neu ordnen. Die Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung (17 %) sowie das Kreditmanagement (11 %) unterliegen dem geringsten Veränderungsdruck.

Auf Platz zwei der größten möglichen Stolperfallen bei einer Reorganisation platzierten die Befragten die Abstimmung mit anderen Abteilungen sowie der Geschäftsleitung (51 %). Delikat finden es zudem 47 Prozent der CFOs, wenn sie einzelnen Mitarbeitern Verantwortung wieder wegnehmen müssen. Sorgen um Entlassungsgespräche machen sich hingegen nur 7 Prozent der Finanzchefs.

„Aus vielen Gesprächen mit Personalverantwortlichen verschiedener Fachbereiche wissen wir, dass sich die Herausforderungen bei Umstrukturierungen im Finanzteam auch auf andere Abteilungen übertragen lassen“, sagte Sven Hennige, Managing Director Central Europe & Germany von Robert Half. „Immer wenn Veränderungen stattfinden, stoßen Führungskräfte auch auf Vorbehalte und Unsicherheiten bei ihren Mitarbeitern.“

Eine Reorganisation erfordert auch nach dem Inkrafttreten neuer Prozesse und Strukturen überlegtes Management und Führung. Demnach ist es wichtig, dass neu implementierte Arbeitsabläufe und Prozesse nach einer Umstrukturierung vom ganzen Team befolgt werden und kein Mitarbeiter in alte Handlungsmuster zurückfällt. Das empfindet fast jeder zweite CFO (45 %) als Herausforderung. Zudem finden 42 Prozent der Finanzchefs in diesem Zusammenhang die Mitarbeiterbindung schwierig.

Die von Robert Half entwickelte Arbeitsmarktstudie wird jährlich in 16 Ländern erhoben: Australien, Österreich, Belgien, Brasilien, Chile, China, Vereinigte Arabische Emirate, Frankreich, Deutschland, Hong Kong, Japan, Neuseeland, Singapur, Schweiz, Niederlande, Großbritannien. Die Befragung wurde im Dezember 2013 von einem internationalen, unabhängigen Meinungsforschungsinstitut unter 200 CFOs in Deutschland durchgeführt.

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