Schweizer Biotech-Firma Actelion hebt Gewinnprognose

Der Erfolg eines neuen Lungenmedikamentes veranlasst Actelion dazu, die Gewinnprognose deutlich anzuheben. Die Schweizer Biotech-Firma plant bereits die Zulassung weiterer Präparate. Der Wert des Unternehmens wächst, die Aktien stiegen um drei Prozent.

Starke Geschäfte mit einem neuen Lungenpräparat beflügeln Europas größte Biotechfirma Actelion. Dank hoher Nachfrage nach dem Mittel Opsumit traut sich das Schweizer Unternehmen ein kräftigeres Gewinnwachstum zu und hat seine Prognose für dieses Jahr deutlich angehoben. Der Gewinn soll 2014 unter Ausschluss von Wechselkursschwankungen um mindestens zehn bis 20 Prozent steigen statt wie bisher angepeilt um einen niedrig einstelligen Prozentbetrag.

In der ersten Jahreshälfte erhöhte sich der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn um 27 Prozent auf 421 Millionen Franken (347 Millionen Euro). Übernahmespekulationen um Actelion angesichts der jüngsten Zukaufswelle in der Pharmabranche erteilte Vorstandschef Jean-Paul Clozel am Dienstag eine Absage.

Clozel räumt Actelion als selbstständiger Firma die besten Chancen ein. „Wir haben das Potenzial als unabhängiges Unternehmen zu wachsen und es macht jede Menge Sinn, selbstständig zu bleiben“, sagte der Manager. „Unsere Aktionäre unterstützen uns in dieser Position wirklich.“ Akquisitionen, die aus steuerlichen Gründen, wegen Synergien und aus Größenüberlegungen erfolgen, hält Clozel für problematisch. Diesen Weg waren zuletzt mehrere Unternehmen aus der Branche gegangen. Für die Pharmaindustrie seien Innovation und Wissenschaft essenziell, sagte Clozel.

Clozel will noch dieses Jahr oder früh im Jahr 2015 die Zulassung für das Lungenmedikaments Selexipag beantragen. Die zusammen mit der japanischen Firma Nippon Shinyaku entwickelte Arznei hatte zuletzt in klinischen Tests die Überlebenschancen von Patienten signifikant erhöht.

Mit dem Ende 2013 auf den Markt gebrachten Opsumit erzielte Actelion im ersten Halbjahr 53 Millionen Franken Umsatz. Die Produktverkäufe zogen insgesamt auf 993 Millionen Franken an – zwölf Prozent mehr als vor Jahresfrist. Unter dem Strich stand mit 420 Millionen Franken vor allem dank einer Steuergutschrift mehr als doppelt so viel Gewinn. Clozel zeigte sich überzeugt, dass Opsumit seinen Vorgänger Tracleer übertreffen kann. „Aber wir dürfen nicht ungeduldig sein, das wird Zeit brauchen“, sagte er. Mit Tracleer erzielt Actelion das Gros seiner Verkaufserlöse. Doch dem Mittel zur Behandlung von Bluthochdruck im Lungenkreislauf (PAH) droht ab 2015 nach dem Verlust der Marktexklusivität in wichtigen Ländern Konkurrenz durch billigere Generika.

An der Börse wurden die besseren Gewinnaussichten mit Zukäufen honoriert. Actelion-Aktien stiegen um mehr als drei Prozent auf 113 Franken. Mit einem Wertzuwachs von fast 50 Prozent ist Actelion der europäische Gesundheitswert mit der bislang besten Kursentwicklung in diesem Jahr. An der Börse ist das Unternehmen aktuell 13,5 Milliarden Franken wert.

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