Amtsgericht entzieht Prokon-Gläubigern das Stimmrecht

Die 15.000 Gläubiger des insolventen Windpark-Betreibers Prokon verlieren ihr Stimmrecht. Das Amtsgericht begründet den Entzug des Stimmrechts damit, dass die Vollmachten rechtlich unwirksam seien. Insgesamt geht es um 1,4 Milliarden Euro.

Eklat auf der Gläubigerversammlung des insolventen Windparkbetreibers Prokon: Nach Darstellung mehrerer Rechtsanwälte hat das Amtsgericht Itzehoe am Dienstag rund 15.000 Gläubiger von der Ausübung ihrer Stimmrechte ausgeschlossen, weil ihre Vollmachten rechtlich unwirksam seien. Anwalt Dieter Graefe kündigte einen Befangenheitsantrag gegen die Rechtspflegerin an, die diese Entscheidung verkündet habe. Unterdessen begann in zwei Hallen auf dem Hamburger Messegelände die mit Spannung erwartete Versammlung. Etwa eine Stunde vor Beginn waren bereits etwa 4.000 Gläubiger versammelt, die Versammlung selbst begann anschließend unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Die 15.000 Gläubiger sind damit praktisch rechtlos. Das ist ein verfassungswidriges Vorgehen, das ich noch nicht erlebt habe„, erzürnte sich Graefe im Gespräch mit Journalisten vor einer der Messehallen über die Entscheidung des Gerichts. Die Rechtspflegerin, die die Veranstaltung leitet, war zunächst nicht zu erreichen.

75.000 Anleger hatten dem Unternehmen aus Itzehoe in der Hoffnung auf eine hohe Rendite insgesamt 1,4 Milliarden Euro als Genussrechtskapital zur Verfügung gestellt. Als viele Anleger angesichts der drohenden Krise ihre Papiere kündigten und das Investment zurückforderten, geriet das Unternehmen in Schieflage (mehr hier). Seit der Insolvenz müssen die Anleger um ihr Geld bangen. Drei große Gläubigergruppen haben sich für eine Fortführung des Kerngeschäfts von Prokon ausgesprochen. Sie wollen den Verwalter Dietmar Penzlin auf der Versammlung mit der Entwicklung eines Insolvenzplans beauftragen.

In den vergangenen Wochen hatte sich ein beispielloses Tauziehen um die Mehrheit auf der Gläubigerversammlung entwickelt. Firmengründer Carsten Rodbertus hatte nach Angaben von Gläubigervertretern in Rundbriefen, Anrufen und über das Internet bei den Anlegern darum geworben, den Insolvenzverwalter abzuwählen. Er wirft Penzlin vor, das Unternehmen zerschlagen zu wollen. Dem hat der Penzlin widersprochen. Er will das Kerngeschäft von Prokon fortführen und 300 der zuletzt 450 Arbeitsplätze langfristig erhalten.

Kommentare

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  1. Karl Napp jun. sagt:

    Deutsche Jutiz eben.
    Sie dienst nur einem Herrn:
    Dem Kapital.
    Ist das nach dem casus Hoeness noch immer nicht deutlich genug ?
    AUFWACHEN Michel, AUFWACHEN.

  2. Siggy sagt:

    Zwar traurig für die Gutgläubigen, aber wer mit seinem Geld diese abnormale „grüne“ Landschaftsverschandelungen unterstützt, sollte es sich nicht anders verdient haben. Langsam überschreitet dieser rot-grüne fanatische Ökoirrsinn sämtliche Grenzen und kein Wunder das Gott Strafen austeilt.

    Hinweis: Auch wenn an freien Energien für die altbekannten Bosse von Eon, RWE, Shell, Aral & Co. bis hin zu die einzelnen Stadtzwerke nichts zu verdienen ist, sind diese Energieformen die Zukunft und gleichzeitig das Ende dieser Machtstrukturen auf dieser Welt! Was Nicola Tesla und viele andere helle Köpfe entwickelten, wird nicht ewig in den Tresoren der o.g. bleiben.