Texas Instruments macht Gewinn mit Chips für Autos

Chip-Hersteller im Ausland profitieren von der wachsenden Nachfrage nach Computern in Autos, so auch Texas Instruments. Für Deutschland will Wirtschaftsminister Gabriel beim Thema Digitalisierung stärker mit der Industrie zusammenarbeiten. Er will Start Ups in der Wachstumsphase besser in Deutschland halten.

Der US-Chiphersteller Texas Instruments profitiert von einer robusten Nachfrage der Auto- und Netzwerk-Industrie. Umsatz und Gewinn seien im abgelaufenen Quartal gestiegen und würden im laufenden Quartal weiter zulegen, teilte der Konzern am Montag nach US-Börsenschluss mit. „Alles sieht gut aus, die Märkte sind okay“, sagte Finanzchef Kevin March.

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um acht Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Dollar und der Gewinn um drei Prozent auf 683 Millionen Dollar – beides lag über den Erwartungen der Analysten. Für das laufende Quartal sagte der Konzern Erlöse zwischen 3,31 und 3,59 Milliarden voraus. Der Gewinn je Aktie soll von 62 Cent im zweiten Quartal auf 66 bis 76 Cent steigen. TI-Aktien verloren nachbörslich 0,6 Prozent.

Das auch für seine Taschenrechner bekannte Unternehmen gilt als Branchenbarometer, weil es Chips für eine Vielzahl von Produkten herstellt, etwa für Haushaltsgeräte und Industrieprodukte. Seit 2012 fährt TI nach und nach sein Geschäft mit Prozessoren für mobile Geräte zurück. Die Konzentration auf Halbleiter für Netzwerke sowie Steuerungstechnik in der Autoindustrie zahlte sich für das Unternehmen bereits in den vergangenen Quartalen aus.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel setzt bei der zunehmenden Digitalisierung auf einen engere Abstimmung zwischen Politik und Industrie. „Mir ist wichtig, dass wir bei den Fragen der Digitalisierung der Wirtschaft unsere traditionell starken Anwenderindustrien wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Automobilbau stärker einbeziehen“, sagte Gabriel am Montag nach Beratungen mit Wirtschaftsvertretern in Berlin. Als Ergänzung zum jährlichen Nationalen IT-Gipfel solle daher eine „Dialogplattform 4.0″ eingerichtet werden, um sich über Rahmenbedingungen auszutauschen, kündigte der Minister an.

Mit dem Begriff „Industrie 4.0.“ wird die zunehmende Vernetzung und Automatisierung von Produktionsabläufen beschrieben. „Deutschland hat eine große Chance, in der Digitalisierung der Weltwirtschaft weiter der Ausrüster der Welt zu sein“, sagte Gabriel. Ziel sei es, die deutsche Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Der nächste Nationale IT-Gipfel findet am 21. Oktober in Hamburg statt. Thema sollen dort neben der Industrie 4.0 das Arbeiten in der digitalen Welt und die IT-Sicherheit sein. Darüber hinaus sollen junge IT-Unternehmer im Mittelpunkt stehen. Sämtliche Themen sind auch Bestandteil der digitalen Agenda der Bundesregierung, die am 20. August im Kabinett beraten werden soll.

Bei den Start-Ups gehe es nicht nur darum, Unternehmensgründungen zu gewährleisten, sondern die Firmen auch in der Wachstumsphase in Deutschland zu halten, sagte Gabriel. Der Präsident des Branchenverbands Bitkom, Dieter Kempf, sagte, Deutschland sei aufgrund der guten Ausbildung prädestiniert, zum digitalen Wachstumsland zu werden. Von der Bundesregierung forderte er eine bessere steuerliche Forschungsförderung. Kritik kommt von seinem Verband an den aus seiner Sicht geringen Festlegungen der Regierung zur Förderung von Start-Ups.

Der IT-Gipfel wurde 2006 von der damaligen großen Koalition ins Leben gerufen. Er versteht sich als zentrale Plattform für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Wegen der ständig neuen Themenfelder gilt der Kongress aber als zu groß und ineffizient. Im Entwurf für die digitale Agenda ist daher vorgesehen, den Gipfel zu öffnen. Zu allen Handlungsfeldern sollen zwischen den Gipfeln Dialogplattformen etabliert werden. Am IT-Gipfel sind neben Bundesministern große Firmen wie die Telekom oder SAP beteiligt.

Kommentare

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  1. Stephan sagt:

    ein hilfslehrer weis ja, wo es langgeht, der hat immer den vollen durchblick. ob er wirklich weiss, was ein chip ist?

  2. Ingenieur sagt:

    Hehe, der zweite und der vierte Taschenrechner sind aber von HP. Der zweite war sogar der erste technisch-wissenschaftiche, der HP35.