Verband der Maschinenbauer äußert Verständnis für Russland-Sanktionen

Nach dem BDI akzeptiert auch der Verband der Maschinenbauer (VDMA) die geplanten Wirtschaftsaktionen der EU gegen Russland. Kleine und mittelständische Betriebe müssen um den Verlust von Aufträgen fürchten. Maschinen und Anlagen machen ein Viertel der deutschen Exporte nach Russland aus. VDMA und BDI beugen sich dennoch dem „Primat der Politik".

Die deutschen Maschinenbauer stellen sich trotz befürchteter Einbußen hinter Sanktionen gegen Russland. Diese seien unvermeidbar, aber bitter, erklärte der Branchenverband VDMA am Dienstag. „Das Primat der Politik steht außer Frage, die Notwendigkeit ein deutliches ‚Stopp‘ zu zeigen, auch.“ Die Bundesregierung und die Europäische Union hätten sich sehr lange bemüht, harte und massive Sanktionen zu verhindern und Russland zu einer Verhandlungslösung zu bewegen. Trotz der nun härteren Gangart sollte eine neue Eiszeit zwischen Deutschland beziehungsweise Europa und Russland verhindert werden.

Es wurde erwartet, dass die Europäische Union noch am Dienstag wegen der Ukraine-Krise Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt (mehr hier). Die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltenden Maschinenbauer sind davon stark betroffen, denn Maschinen und Anlagen machen mit 24 Prozent einen Großteil der deutschen Exporte nach Russland aus. „Unabhängig von ihrer Unvermeidbarkeit werden die beschlossenen Sanktionen für viele Maschinenbauunternehmen in Deutschland bittere Konsequenzen haben“, erklärte der VDMA, der die Interessen von mehr als 3000 überwiegend mittelständischen Unternehmen mit rund einer Million Beschäftigten vertritt.

Der Verband sprach sich dafür aus, den betroffenen Unternehmen eine Abwicklung ihrer laufenden Aufträge zu ermöglichen. „Damit können die Folgen der Sanktionen – gerade für die kleinen und mittleren Unternehmen – zumindest abgefedert werden.“

Russland ist mit einem Volumen von knapp acht Milliarden Euro der viertgrößte Exportmarkt für die Maschinenbauer. Zu den Hauptprodukten gehören Bau- und Baustoffmaschinen, die Land- und die Fördertechnik sowie Werkzeug- und Nahrungsmittelmaschinen. Allerdings zeigen sich bereits seit Monaten deutliche Bremsspuren bei den Exporten nach Russland. Diese gingen dem VDMA zufolge von Januar bis Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 20 Prozent zurück.

Auch Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) hat trotz absehbarer Nebenwirkungen für die deutsche Wirtschaft härtere Wirtschaftssanktionen gegen Russland befürwortet (hier).

 

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Kommentare

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  1. V.Kurze sagt:

    Wie erbärmlich sich die drei Herren fühlen müssen.

  2. Iomio sagt:

    Ich bin mal gespannt, wie lange sich die deutsche Wirtschaft die Einflussnahme durch die Politik – und da nicht einmal die des eigenen Landes – gefallen lässt.

    Es wäre vielleicht noch hinzunehmen, wenn es als Ursache für Sanktionen wirklich um die Taten eines „bösen Feindes“ und deren Folgen gehen würde. Aber seit wann heißt es denn auch bei den so weitsichtigen und von Logik bestimmten deutschen Unternehmern: „Bitte, wo lassen Sie denken?“ Dieses Niveau vermutet man eigentlich bei der Leserschaft der Tageszeitung mit den großen roten Buchstaben im Titel aber nicht bei verantwortungsvollen Unternehmern.

    Zumal damit denjenigen, die nicht so bereitwillig dem verblendeten Diktat aus dem zurzeit arg schwächelnden Mitbewerberstaat folgen, die Plätze freigemacht werden, die bislang mit viel Einsatz und Mühe von den hiesigen Unternehmen geschaffen wurden. Vielleicht schauen jetzt einige Verantwortliche mal in Richtung des Irans, der trotz des jahrelangen internationalen Boykotts seine wirtschaftliche Entwicklung erfolgreich vorantreiben konnte, zum Nachteil derjenigen, die sich an die Boykottvorgaben halten mussten.

    Es gilt nach wie vor:
    Solange man miteinander Handel treibt, schlägt man sich nicht gegenseitig aufs Haupt, weil das zum eigenen Schaden führen würde. Vielleicht besinnt man sich hierzulande mal wieder auf die Tradition und Stärke der Norddeutschen Hanse, die einen gewaltigen Anteil an der positiven Entwicklung dieses Kontinents hatte – und dazu gehörte auch Russland!

  3. Martin Zenker sagt:

    Primat der Politik?
    Es gab Zeiten in denen Vernunft über Lüge ging. Einem Primat zu Folgen bedeutet doch nur die Vernunft zu sanktionieren. Bringt es unsere nächsten weiter, wenn man der Lüge folgt um das Unausweichliche abzuwenden? Der richtige Weg ist durch solche Äußerungen nicht zu finden.

  4. Heider Heydrich sagt:

    Wenn es so weitergeht, dann ist nicht ausgeschlossen, dass es in Europa Krieg gibt. Die Hörigkeit von Frau Merlkel gegenüber den USA ist fast nicht mehr zu ertragen. Nun kommt die Zeit, wo wir rufen Müssen: Wir sind das Volk! Diesmal aber in der ganzen Republik!
    Heider Heydrich

  5. Peter G. sagt:

    Das Verhalten der Verbandsoberen ist unverständlich, muss ihnen doch klar sein, dass nicht nur die laufenden Aufträge (bei weiterer Eskalation) futsch sind, sondern sie es dauerhaft mit Russland verdorben haben. Viele der auch kleineren Unternehmen haben in ihre dortige Präsenz investiert, wollen sie das wirklich alles abschreiben? Will man Russland durch evtl Pfändung ausländischer Assets in eine Position drängen, wo es die westlichen Ausländer hinauswirft und die Grenzen dicht macht? So dicht wie jetzt waren wir in Zeiten des Kalten Krieges nur, als sowj. Raketen auf Kuba stationiert werden sollten. Das Recht sich dagegen zu wehren, war für die USA selbstverständlich, Russland will man es nicht zugestehen.

    • müller sagt:

      Es scheint doch zu stimmen, das Deutschland nur eine Finanzierungsgesellschaft der USA ist, nur so kann man diese passive Haltung der Verbandsoberen erklären. Die dürfen einfach nicht anders!