ETA hat bei Lieferung Swatch-Konkurrenten nicht benachteiligt

Die Swatch-Tochterfirma ETA hat Konkurrenten des größten Uhrenherstellers nicht benachteiligt, entschied die WEKO. Viele Uhrenhersteller sind auf die Swatch-Uhrenwerke angewiesen. Der Swatch-Konzern hat beschlossen, aufgrund der zu hohen Nachfrage die Produktion an die Konkurrenz zurückzufahren.

Der Uhrenkonzern Swatch hat nach Ansicht der Schweizer Kartellwächter Konkurrenten bei der Belieferung mit Uhrwerken und Komponenten nicht benachteiligt. Eine 2009 eingeleitete Untersuchung gegen die Swatch-Tochterfirma ETA wurde eingestellt, teilte die Wettbewerbskommission (WEKO) am Donnerstag mit. Der Behörde zufolge trafen Preiserhöhungen und geänderte Bezugskonditionen für mechanische Uhrwerke Swatch-Konzerngesellschaften und externe Kunden gleichermaßen.

Nur wenige Uhrenhersteller kommen ohne Komponenten des Weltmarktführers aus. Die Swatch-Tochterfirmen ETA und Nivarox liefern bis zu 90 Prozent der für teure Uhren benötigten Schlüsselteile an andere Hersteller, darunter Konzerne wie etwa Richemont und LVMH. Der Konzern hatte die Zulieferungen eigentlich beenden wollen, weil er in Boomzeiten kaum genug Uhrwerke und Teile für den Eigenbedarf produzieren kann. Im Vorjahr hatte die WEKO Swatch aber verpflichtet, die Konkurrenz weiterhin zu versorgen. Allerdings darf Swatch seine Lieferungen bis 2019 aber schrittweise auf die Hälfte reduzieren.

Swatch will sich mit einer eigenen Fitness-Uhr am vielversprechenden Markt für Armbanduhren mit Sport-Funktionen beteiligen. Dazu soll das elektronische Modell Swatch Touch ab dem kommenden Jahr mit Zusatzfunktionen für Sportler ausgestattet werden, wie der Chef des Schweizer Konzerns, Nick Hayek, der Sonntagszeitung NZZ sagte. „Wir werden im Jahr 2015 alle Fitness-Funktionen in einer Swatch Touch integrieren“, sagte Hayek. „Sie bleibt zwar eine Uhr, wird aber alle heute gebräuchlichen Fitness-Funktionen, mit denen der Körper überwacht wird, umfassen.“

Uhren mit Zusatzfunktionen wie Pulsmessung, Trainingscomputer oder GPS-Geschwindigkeitsmessung sind ein wachsender Markt, ebenso wie sogenannte Fitness-Armbänder, die die Daten ihres Trägers aufzeichnen.

Einen Bericht über eine mögliche Zusammenarbeit mit dem iPhone-Hersteller Apple zur Entwicklung einer solchen Multifunktionsuhr hatte Swatch in der vergangenen Woche dementiert. „Wir haben bereits das gesamte Know-how, wir brauchen keine Partnerschaft“, hatte Hayek gesagt. So beliefere Swatch bereits einen der Marktführer mit Modulen für Fitnessbänder.

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